Prof. Dr. Ernst Stuhlinger

Ehrenmitglieder unseres Vereins

 

 

Im heutigen Infoblatt stellen wir Prof. Dr. Ernst Stuhlinger vor.

Die Peenemünder Delegation zu den Feierlichkeiten „50 Jahre US-Raumfahrt“ in Huntsville hatte für Ihn die Auszeichnung als Ehrenmitglieds unseres Vereins im Gepäck. Am 29. Januar 2008 übergab der Bürgermeister von Peenemünde, Rainer Barthelmes, im Namen des Vorstandes an die beiden verdienten Ingenieure und Wissenschaftler, Konrad Dannenberg und Ernst Stuhlinger, die Urkunden. Sie wurden für ihre Leistung bei der Entwicklung und Förderung der Raumfahrt geehrt. Leider war Prof. Dr. Stuhlinger erkrankt, so dass Konrad Dannenberg seine Urkunde mit entgegennahm.

Ernst Stuhlinger  verstarb im Alter von 94 Jahren am 25. Mai 2008 in Huntsville, Alabama.

 

Ernst Stuhlinger wurde am 19. Dezember 1913 in Niederrimbach in Süddeutschland geboren, wo sein Vater als Dorflehrer arbeitete. Hier verlebte er bis zu seinem neunten Lebensjahr seine Kindheit. 1922 siedelte die Familie Stuhlinger nach Tübingen über. Dort legte Ernst Stuhlinger 1932 sein Abitur ab, um anschließend in Tübingen, München und Königsberg Physik, Mathematik und Zoologie zu studieren. Nach dem Studium begann er 1934 seine Doktorarbeit über kosmische Strahlung bei dem Nobelpreisträger, Prof. Hans Geiger, dem Erfinder des Geigerzählers. 1936 wurde Ernst Stuhlinger an der Technischen Hochschule Berlin Assistent von Hans Geiger in Physik und promovierte über „Das Ionisierungsvermögen kosmischer Ultrastrahlen“ an der Eberhards Karls Universität Tübingen in Physik. In Berlin war er dann Dozent am Institut für Technologie. Über seine Forschung zur kosmischen Strahlung und zur Kernphysik war Ernst Stuhlinger ab 1939 in der deutschen Atomenergieforschung beteiligt. Er wurde Mitglied in Heisenbergs „Uran-Verein“. Bis 1941 lehrte und forschte er in Berlin. Dann musste auch Stuhlinger Soldat werden. Ein Jahr später erfolgte seine Versetzung an die Front nach  Russland, wo er Anfang 1943 die Aufforderung erhielt, sich nach Peenemünde zu begeben.

Hier begann für ihn ein neues Kapitel seiner Tätigkeit. Er wurde ein enger Mitarbeiter in Wernher von Brauns Raketenprogramm. Er wirkte an der Entwicklung von Lenk- und Steuersystemen der A 4 mit. Nach eigenen Angaben rettete ihn die Abkommandierung nach Peenemünde vermutlich das Leben.

 

Ernst Stuhlinger gehörte zu der Gruppe von deutschen Wissenschaftlern, die im Rahmen der Operation Paperclip in die USA kamen. Zunächst wurde er in Fort Bliss in Texas untergebracht. Hier setzte er seine Arbeit an der Raketenentwicklung für die USA fort. Im Raketenforschungszentrum Huntsville wurde er die rechte Hand von Wernher von Braun. Am 1. Februar 1958 feierten Ernst Stuhlinger und Wernher von Braun den ersten gemeinsamen Erfolg: Eine Rakete trug den ersten Satelliten der Amerikaner, Explorer I, in eine Umlaufbahn um die Erde. Von 1960-1968 war er Direktor des Marshall Space Flight Centers der NASA. Er war beteiligt am ersten bemannten amerikanischen Raumflug durch Alan Shepard am 05. Mai 1961, sowie an der ersten bemannten Landung auf dem Mond. Er betreute Weltraumsonden zum Mars, zum Jupiter und zum Saturn. Bis 1975 war er beratender Forschungsdirektor.

Nach der Pensionierung wurde Erich Stuhlinger Professor und leitender Forscher an der University of Alabama. Einige Monate verbrachte er an den Universitäten in München und Heidelberg, um sich mit Raumsonden und deren elektrischer Antriebe zu befassen. Besonders die Entwicklung von Raumgleitern, Studien und Konzepte zu einer bemannten Marsmission beschäftigten ihn immer wieder.

Ralph Petroff vom Raketen- und Raumfahrtzentrum sagte: „Stuhlinger war ein brillanter  Wissenschaftler gewesen. Schon in den 50er Jahren hat er konzipiert, was später das Weltraumteleskop „Hubbel“ wurde. Er hat sich mit dem Einsatz von Ionentriebwerken für Reisen im Weltraum befasst. Er war in vieler Hinsicht wohl der brillanteste Techniker in der „Goldenen Zeit  der Raumfahrt“ neben von Braun und dem Russen Sergej Koroljow.“

Neben vielen anderen Ehrungen, wie den höchsten amerikanischen Orden für Zivilisten, erhielt er im Juli 1962 die Ehrenbürgerschaft von Niederrimbach, seinem Geburtsort. Im Oktober 2005 wurde Dr. Stuhlinger in Princeton mit der Medaille „FOR OUTSTANDIG ACHIEVEMENTS IN ELECTRIC PROPULSION“ (Für hervorragende Errungenschaften bei der Entwicklung elektrischer Antriebe) ausgezeichnet.

Ernst Stuhlingers Gesundheit war zuletzt angeschlagen, weshalb er auch nicht im Februar 2008 an den Feiern zum 50. Jahrestag des Beginns des amerikanischen Raumfahrtprogramms teilnehmen konnte.

Er entschlief am 25. Mai 2008 in seinem Heim in Huntsville.

Prof. Dr. Ernst Stuhlinger gehörte zu den deutschen Raketenpionieren, die Großes für die Entwicklung der Raumfahrt geleistet haben. Im Nachruf von Prof. Dr. Horst Löb heißt es: „Die weltumspannende Raumfahrtgemeinde verlor nicht nur einen überaus liebenswürdigen, bescheidenen Wissenschaftler, sondern auch einen ihrer hervorragendsten und weitblickendsten Forscher“. (RC Heft 53)

Sein Andenken werden wir immer in Ehren halten.

 

K. F.

www.wikipedia.de

 

 

 

40. Jahrestag des IFR – 40 Jahre Mondlandung

 

(IFR e. V. – Internationaler Förderkreis Raumfahrt – Hermann Oberth – Wernher von Braun)

 

Unter diesem Motto stand der diesjährige Raumfahrtkongress des IFR in Dresden vom

3.-5. Juli 2009. Er stand unter Schirmherrschaft des Rektors der TU Dresden, Prof. Hermann Kokenge.

Nach der Eröffnung durch den Präsidenten des IFR, Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Peter A. Kramer, begannen eine Reihe von sehr interessanten Vorträgen über das amerikanische und russische Mondlandeprogramm.

Prof. Dr. Robert Schmucker, Schmucker Technologie München, würdigte in seinem Vortrag die Leistung von Wernher von Braun bei der erfolgreichen amerikanischen Apollo-Mondmission. „Für ihn war die Raumfahrt immer ein wichtiger Bestandteil seiner gesamten Tätigkeit“, sagte Prof. Schmucker.

Sehr interessant waren auch die Analysen von lic. Oec. Otto Walthert, Schweizer Förderkreis Raumfahrt, Zürich, als Zeitzeuge des Apollo-Programms (Apollo 8), sowie die der Entwicklung und der Verlauf des russischen Raumfahrtprogramms in den 60er Jahren vom deutschen Kosmonauten Dr. Sigmund Jähn.

In die Zukunft wiesen die Ausführungen von Prof. Dr. Roger Lo, Aerospace Institut Berlin,  und Dipl. Ing. Heidmann, EADS. Beide befassten sich mit der mittelfristigen Nutzung des Mondes durch Deutschland und Europa, vom zukünftigen Mondfahrzeug, das gegenwärtig getestet wird, bis zur Errichtung einer Mondbasis.

Alles in allem war diese Jubiläumstagung eine auf hohem Niveau interessante und gelungene Veranstaltung. Viele Studenten der TU Dresden nutzten die Vorträge, um ihr Wissen auf dem Gebiet der Raumfahrt zu erweitern.

Vom Vorstand nahmen Volkmar Schmidt und Klaus Felgentreu teil.

 

K. F.

 

 

 

Edwin Aldrin Betritt den Mond                                                                          Rechte: DPA

 

 

40 Jahre Apollo – Wie weiter?

 

Für viele Menschen stellt sich die Frage:  Gibt es überhaupt noch eine Chance ein neues Mondprogramm aufzulegen?

Hoffen kann man! Am 12. August 2009 hat Peter Hinze, man höre und staune, Koordinator für die Luft- und Raumfahrtpolitik, sich für eine deutsche Mondmission stark gemacht. Das Kabinett nahm den Bericht zur Kenntnis. Mehr nicht! Keine Reaktion und keine Festlegungen.

Wenn nun heute darüber gesprochen und geschrieben wird auf dem Mond in nächster Zeit zu landen, dann drängt sich doch die Frage auf: Lässt sich der Erfolg von Apollo wiederholen?

 

Gibt es dazu überhaupt eine Chance?

Der Stellvertretende Chefredakteur der Zeitschrift Raumfahrt Concret (2/2009) äußerte sich dazu wie folgt: „Ein Versuch, das damalige Programm innerhalb der heutigen Strukturen nachzuahmen, wird sicherlich scheitern. Nicht, dass man nicht mit ausreichendem Einsatz einmal den Mond erreichen könnte, die gesellschaftlichen und kommerziellen Auswirkungen wären aber wohl eher sehr viel bescheidener. Um hier ebenso erfolgreich zu handeln, wird man die Ziele höher stecken müssen. Die westliche Kultur, die ihren Führungsanspruch auch heute noch mit aus ihren gelungenen Raumfahrtunternehmen ableitet, wird diesen Führungsanspruch wieder neu beweisen oder mindestens ihre Gleichwertigkeit im internationalen Konzert rechtfertigen müssen.

Wie muss das praktisch aussehen?

Der Idee der zeitweise oder dauerhaft bemannten Mondstation könnte natürlich eine solche Rolle zukommen. Dazu müsste dann aber ein klares Konzept gehören, diese Planungen erfolgreich umzusetzen. Finanzplanung, Technologiekompetenz, politischer Wille müssten eine verlässliche Größe werden und damit gleichzeitig die Fähigkeiten unserer heutigen Kultur demonstrieren. Es wäre eine große Aufgabe für den ganzen Planeten. Eine Herausforderung, die, um erfolgreich zu sein, Lethargie und Egoismus überwinden müsste und gleichzeitig zu einem Beweis für die Zukunftsfähigkeit unseres Planeten würde. Gut,

50 Jahre Raumfahrtprojektstudien sollten einiges an Kompetenz hinterlassen haben. Warum machen wir nicht etwas daraus?“

 

Komm, wir fliegen zum Mond!

 

Bild: Ostseezeitung

 

Dieser Frage kann man sich nur anschließen. Wie schreibt Hinze doch in seinem Bericht: „Eine solche Mission könnte international die Exzellenz der deutschen Wissenschaft und die technologische Leistungsfähigkeit und – bereitschaft Deutschlands demonstrieren“.

Na dann los!

 

K. F.

 

 

Blick in das Universum – „Hubbel“ – Teleskop runderneuert

 

Als „Hubbl“ 1990 ins All geschossen wurde, dachte keiner daran, dass es uns noch 2009  den Blick ins All ermöglichen wird. Nächstes Jahr wird es 20 Jahre alt. Wenn man das Missions- Logbuch des Weltraumteleskops betrachtet, dann wird einem die Dynamik seiner Existenz deutlich.

Schon 1923 schlug Herman Oberth vor ein Weltraumteleskop auf einem Asteroiden zu erbauen. In den 50er Jahren konzipierte Ernst Stuhlinger so ein kosmisches Fernrohr, das später „Hubbel“ wurde.

 

1979 beginnt die Herstellung (USA und ESA) von „Hubbel“. Der Starttermin wird auf 1986 neu festgelegt.

 

1986 erfolgt eine Verschiebung des Starttermins wegen des Challenger-Unglücks.

 

Am 24. April 1990 wird „Hubbel“ mit Discovery ins All geschossen.

 

Am 20 Mai 1990 erhält „Hubbel“ seinen ersten Auftrag und wird in Richtung Sternhaufen NGC 3532 geschwenkt. Die Aufnahmen sind leider unscharf.

 

Am 18. Dezember 1993 wird durch Astronauten erfolgreich eine Reparatur durchgeführt.

 

„Hubbel“ Weltraumteleskop       Bild: NASA

Am 19. Februar 1997 erfolgt die zweite Wartungsmission. Es werden zwei Instrumente installiert und Routine – Wartungsarbeiten durchgeführt.

 

1999 erfolgt die dritte Wartungsmission. Die „Advanced Camera“ wird installiert.

 

2002 dann die vierte Wartungsmission. Es werden Instrumente ausgetauscht und aufgerüstet.

„Hubbel“ soll 2005 den Einsatz beenden, aber es geht weiter.

 

Ab 2006 ist die Hauptkamera nur noch beschränkt einsatzfähig.

 

Darum startet am 11.05.2009 die Raumfähre „Atlantis“ mit sieben Mann Besatzung zu einer elftägigen Mission. „Hubbel“ wird zum fünften und letzten Mal runderneuert und aufgemöbelt. Vorgesehen ist, dass „Hubbel“ mindestens bis 2014 weiterarbeitet.

 

„Hubbel“ hat, bei allen Problemen, bisher spektakuläre Bilder aus dem All geliefert. So wurden z. B. kollidierende Galaxien und Gasnebel aufgenommen. Schon jetzt hat „Hubbel“ das Bild der Menschheit vom Weltraum revolutioniert.

Ein Sprecher der NASA sagte: „Wir haben in der Tat Objekte sehen können, die ihr Licht vor 13 Milliarden Jahren ausgesandt haben. Mit der neuen „Wide Field Camera 3“ soll noch weiter in die Frühzeit des Universums gesehen werden – das ist das große Finale der „Hubbel – Symphonie“.

 

Während für die einen das Finale beginnt, beginnt für das Europäische Weltraumteleskop „Herschel“ die Arbeit. Im Mai dieses Jahres hat eine Ariane 5 – Rakete dieses Weltraumteleskop und den Satelliten „Planck“ ins All gebracht. Auf die Bilder sind wir sehr gespannt.

 

K. F.

 

Aktuelles aus Peenemünde

 

Seit Anfang Sommer diesen Jahres ist der Radweg im Verlauf der „Alten Penemünder Straße“ zwischen Karlshagen und Peenemünde Nord (Abzweig zum Flugplatz) für die Öffentlichkeit freigegeben.

Im HTI wurde schnell reagiert und drei Tafeln aufgestellt, die auf  Besonderheiten auf diesem Weg hinweisen.

 

Tafel 1 steht an der Unterführung des ehemaligen Bahnhofs „Siedlung Karlshagen“.

 

Tafel 2 steht auf den Resten der Verladerampe. Interessanterweise hat Herr Kanetzki, Mitarbeiter des HTI, nach Studium von Unterlagen aus des Deutschen Museums herausgefunden, dass die Rampe der Beginn des Aufbaus eines großen Materiallagers war. Dieser Bau blieb unvollendet.

 

Tafel 3 steht an Fundamenten der Wärme-Fernleitung vom Kraftwerk Peenemünde zu verschiedenen Objekten im Bereich Karlshagen.

Die Tafeln geben erschöpfend Auskunft über die noch zu sehenden Objekte am Radweg.

 

Damit ist auch dieser Radweg als individuell begehbarer Rundweg in die „Denkmal-Landschaft Peenemünde“ integriert. Außerdem führt er durch den herrlichen Peenemünder Mischwald – also auch etwas für Naturfreunde!

 

K. F.

 

Projektgruppe Technikmuseum

 

 

Peenemünde – Wiege der Raumfahrt: Dieses Motto, ähnlich dem unseres Vereins, steht über dem Ansinnen der Projektgruppe, den Prüfstand VII, das Sauerstoffwerk und die Fi 103-Katapulte wiederaufzubauen.

Auf einen Informationsstand zur 40. IFR - Tagung in Dresden hat die Projektgruppe sehr anschaulich ihr Vorhaben optisch dargelegt.

Im letzten Infoblatt finden Sie im Pressespiegel auf den Seiten 12-13 auch eingehende Informationen dazu. Außerdem kann man sich im Internet unter

 

www.technikmuseumpeenemuende.de

 

umfassend ein Bild der Arbeit der Projektgruppe machen.

Wir, als Vorstand unterstützen dieses anspruchsvolle Vorhaben, mit dem Blick einer engen Zusammenarbeit mit dem HTI.

 

Am 11. September 2009 fand eine Informationsveranstaltung in der Peenemünder „Zwiebel“ statt. Leider war für unser Infoblatt schon Redaktionsschluss, so dass wir erst im nächsten Blatt darüber berichten können.

 

K. F.

 

Pressespiegel

 

Ostseezeitung 13.08.09

Komm, wir fliegen zum Mond!

 

Als CDU-Generalsekretär erfand er einst die „Rote-Socken-Kampagne“. Jetzt hat Peter Hintze eine neue Mission: Deutschland soll zum Mond fliegen.

Berlin (OZ) - In „freudige Gesichter“ will CDU-Mann Peter Hintze gesehen haben, als er gestern im Kabinett nach dem Mond griff. „Ich nehme einen neuen Anlauf“, verkündete der Koordinator für Luft- und Raumfahrtpolitik der versammelten Bundesregierung und machte sich erneut für eine deutsche Mondmission stark. Bis 2015, so Hintze, könnte eine Sonde auf dem Trabanten landen. Kosten würde das 1,5 Milliarden Euro. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) habe er „bewusst nicht angeschaut“, räumte Hintze ein.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium will schon seit längerem zum Mond. 2008 scheiterte der erste Anlauf. Damals legte er sich dafür ins Zeug, eine Superkamera zu schicken. Vier Jahre lang sollte eine Raumsonde den Erdtrabanten umkreisen und Stück für Stück abfotografieren und kartografieren — als Vorbereitung für das spätere Absetzen von Robotern.

Das in der ersten Stufe auf 350 Millionen Euro veranschlagte und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erarbeitete Projekt scheiterte, weil der damalige Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) mauerte. Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat offenbar ein offeneres Ohr. Jedenfalls rühmte ihn Hintze gestern bei Vorlage seines Berichts über die deutsche Luft- und Raumfahrt als „ausgesprochen technologieaufgeschlossenen Minister“.

Der frühere CDU-Generalsekretär hat deshalb die Hoffnung, dass doch noch etwas aus dem Mondflug wird. Der neuen Bundesregierung und dem neuen Bundestag, die darüber entscheiden müssen, legt er das Projekt wärmstens ans Herz. Der Mond sei für die Raumfahrt ein wichtiges Expeditionsziel. Und die Raumfahrt sei wichtig für die Entwicklung neuer Technologien. Mit der Mission könne sich Deutschland für internationale Raumprojekte positionieren. Hintze sieht im Mond das „Archiv unseres Sonnensystems“. Es gebe Auskunft auf die Frage, „wie ist alles geworden, wo geht es hin?“. Zudem sei der 356 000 Kilometer entfernte Trabant „ein idealer Weltraumflughafen für die Erde“, ein „Testfeld für die bemannte Raumfahrt mit Blick auf den Mars“ und eine „ideale Plattform zur Erforschung des Alls“.

Hintze sprach „ein klares Ja“ zur bemannten Raumfahrt. Zunächst aber sollen Roboter auf den Mond, so wie von der „Nationalen Robotikkonferenz“ im Mai 2009 in Berlin angeregt. Kernelemente der angedachten Mission wären ein Kommunikationssatellit als Daten-Relais-Station im Mondorbit, ein automatisiertes Landesystem und ein mobiler Forschungsroboter. Der könnte rollen oder krabbeln. Eine solche Mission könnte international die „Exzellenz der deutschen Wissenschaft“ und die „technologische Leistungsfähigkeit und -bereitschaft Deutschlands“ demonstrieren, schreibt Hintze in seinem Bericht. Technisch wäre eine deutsche Mondmission kein Problem, sagte DLR-Vorstandschef Johann-Dietrich Wörner der Nachrichtenagentur ap. Hintze verweist auf das unbemannte Transportraumschiff ATV. Der maßgeblich von Deutschland mitentwickelte Transporter bringt Nachschub zur internationalen Raumstation ISS. Auch die Geldfrage ist für Hintze kein wirkliches Hindernis. „Ein Land, das die Kraft aufgebracht hat, in einem Jahr fünf Milliarden Euro für die Abwrackprämie aufzubringen, wird auch die Kraft haben, in fünf Jahren 1,5 Milliarden Euro für die Mondmission aufzubringen.“ Hintze würde einen deutschen Alleingang bevorzugen, weil Deutschland dann den technologischen Nutzen nicht teilen müsste. Eine Zusammenarbeit mit der europäischen Raumfahrtorganisation ESA wäre aber ebenfalls denkbar.

Das Kabinett nahm den Bericht des Raumfahrtkoordinators zustimmend zur Kenntnis. Über „Peterchens Mondfahrt“, wie Hintzes Mond-Einsatz intern bezeichnet wird, wurde aber nicht gesprochen, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Im Mittelpunkt des 110-Seiten- Papiers steht der Technologiesprung im Flugzeugbau weg vom Metall hin zum Kunststoff. In der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie arbeiten 93 000 Menschen. Am Flugverkehr insgesamt hängen 850 000 Arbeitsplätze. Die Raumfahrt zählt direkt 6000 Beschäftigte, indirekt 60 000.

ARNOLD PETERSEN

Bilder vom Mond

 

Zu finden auf www.greifswald-netz.de

Das Museum Peenemünde an der Nordspitze der Insel Usedom ist gegenwärtig Standort einer wohl weltweit einzigartigen Ausstellung, die aus Anlass des 40-jährigen Jubiläums der ersten bemannten Mondlandung dort zu sehen ist. Der Fotograf Ingo Gottlieb hat in jahrelanger Kleinarbeit tausende Originalfotos von den sechs Mondlandungen der NASA-Raumschiffe ausgewählt, bearbeitet, in zeitliche und räumliche Zusammenhänge eingeordnet und zu insgesamt 80 Panoramafotos verarbeitet.

Die bis zu zwei Meter breiten Fotos wirken beim Betrachten unwirklich, da nur die Landefahrzeuge eine Farbigkeit aufweisen, die Mondoberfläche jedoch gleichförmig grau wiedergegeben wird. Durch die kaum vorhandene Mondatmosphäre und die dadurch bewirkte außerordentlich große Klarheit der Sicht sind die Dimensionen der Abbildungen schwer zu verifizieren. Was auf den Fotos - im Vergleich zu den ebenfalls abgebildeten Mondfahrzeugen - auf vielleicht 300 Meter Entfernung geschätzt wird, kann in Wirklichkeit das Drei- oder Vierfache betragen.

Die intensive Beschäftigung mit den Fotos und damit auch den Plänen, Abläufen und Problemen der Mondlandungen haben den Fotografen zu einem der besten Kenner dieser Raumfahrtprojekte gemacht. Zum besseren Verständnis der Bilder ist für jede der sechs Missionen eine ausführliche Erklärung beigefügt, die über den Landeplatz und die Aktionen der Astronauten Auskunft gibt. So ist beispielsweise zu lesen, dass die Astronauten einer Mission das ihr zugedachte Ziel, einen Krater, nur um gut 100 Meter verfehlt und ihn dennoch nicht bemerkt hatten. Der Blick auf das entsprechende Foto, welches von der Besatzung in der Nähe des Kraters aufgenommen wurde, lässt ansatzweise die Schwierigkeit erkennen, sich ohne ausreichende Lichtkontraste auf der Mondoberfläche zu orientieren.

Die Bilder geben authentisch eine Atmosphäre wider, die für den Menschen sonst schwer vorstellbar ist. Ein Blick auf diese Fotos macht neugierig, lässt Details zu den Umständen ihrer Entstehung erkennen und holt so ein Ereignis wieder in die Gegenwart, welches vor 40 Jahren die gesamte Welt bewegt hat. Auf diese Weise sind die Ergebnisse dieser Fotobearbeitung nach Aussagen des Fotografen auch für die NASA selbst von großem Wert.

Das Museum Peenemünde (Historisch-Technisches Informationszentrum – HTI) wurde von Ingo Gottlieb für diese Ausstellung unter mehreren Bewerbern ausgewählt und wird damit seinem Ruf gerecht, ein Anziehungspunkt von nationaler und internationaler Dimension im Norden Usedoms zu sein. Die Ausstellung wird noch bis zum 30. August 2009 gezeigt.

Rainer Höll

Wir danken für Spenden

 

Herrn Rainer Adam                              30,00 €
Herrn Heinz Grösser                             30,00 €

 

 

Als neues Mitglied in unserem Verein begrüßen wir recht herzlich

 


Herrn Dipl. Ing. Peter Westerfeld   ABB Automations GmbH

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Im Juli hatten Geburtstag

 

Frau Lucia Martha Mokelke Hagen; Herr Ulrich  Fügenschuh Aurich;

Herr Otto Lippert Homburg; Herr Karl-Peter Stracke Abendsberg;

Herr Raier Höll Karlshage; Herr Ferdinand Erbe Dresden

 

Im August hatten Geburtstag

 

Monsieur Roland Hautefeuille Paris; Herr Mathias J. Blochwitz Berlin;

Herr Karl Winterfeld Dessau; Herr Klaus Ost Bingen; Herr Peter Sell Kiel

Herr Norbert Höllerer Floß; Erich Schäfer Wanderup

 

Im September haben Geburtstag

 

Herr Dipl.-Ing. Walter Gademann München; Frau Edith Linde Lauterbach;

Herr Jürgen Bock Lauterbach; Herr Gerhard Winkelmann Plaidt;

Herr Winfried Gaube Hanshagen; Heinz Grösser Hainburg;

Herbert Laabs Holzminden; Martin Zenker Kütten

 

 

Herausgeber: Verein zur ,,Förderung und Aufbau eines Historisch-Technischen Museums Peenemünde -Geburtsort der Raumfahrt" e.V., Peenemünde

Anschrift: Förderverein Peenemünde e. V.  Waldstraße 03  17449 Karlshagen; Tel.: 038371/20106; 038371/20695

e-mail: lutz-huebi@gmx.de   Homepage: www.foerderverein-peenemuende.de

Gestaltung: Lutz Hübner, Klaus Felgentreu, Karlshagen und G. Helm, Norderstedt; Layout und Druck: Hoffmann-Druck Wolgast

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