Der Vorstand informiert

Außengelände HTM                                         Foto L. Hübner

 

  1. Volkmar Schmidt, unser Vereinsvorsitzender, hat vom 10. bis 12. Juni 2016 an der 47. Jahrestagung des Internationalen Förderkreises für Raumfahrt (IFR) in Ottobrunn teilgenommen.

      Die Tagung stand unter dem Motto „Raumfahrt in Bayern“.

      Der Bogen der Vorträge spannte sich von „Neue Wege in der Raumfahrt“, über

      „Technologietransfer aus der Raumfahrt“ bis zu „Chinas Raumfahrt-Programme“.

Schirmherrin war MdL Ilse Aigner – Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie.

 

Ihr interessantes Grußwort war ein klares Bekenntnis zur Raumfahrt!

      (Zu lesen im Infoblatt)

 

  1. Auf seinen Sitzungen hat sich der Vorstand mit folgenden Inhalten befasst:

 

    • Vorbereitung des jährlichen Treffens mit Jahreshauptversammlung. Der Ablaufplan wurde mit dem Infoblatt 2-16 verschickt.
    • Unterstützung der Tage der Raumfahrt mit dem Eröffnungsbeginn in Peenemünde am 18. November. Wir unterstützen die Organisatoren mit einem finanziellen Beitrag.
    • Der Vorstand unterstützt das HTM bei der Organisation eines internationalen Jugendtreffens in Peenemünde zur Entwicklung einer regen Erinnerungskultur in Europa ebenfalls mit einem finanziellen Beitrag.
    • Ende August/Anfang September 2016 planen wir eine gemeinsame Sitzung mit der Marinekameradschaft Peenemünde. Es geht um die Planung der Aufarbeitung der Peenemünder Geschichte nach 1945.

 

Klaus Felgentreu

2. Vorsitzender Förderverein Peenemünde e. V.

Grußwort

 

zum Raumfahrtkongress des Internationalen Förderkreises für Raumfahrt

Hermann Oberth, Wernher von Braun (IFR) vom 10.-12.6.2016

bei der lABG in Ottobrunn

 

MdL Ilse Aigner

Bild: Sigismund von Dobschütz

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

1969, kurz vor dem Start zum Mond, riefen die deutschen Raumfahrtpioniere Hermann Oberth und Wernher von Braun ihren Verein IFR ins Leben, um den Raum-fahrtgedanken in der Gesellschaft zu verbreiten. Dieser Aufgabe fühlen Sie sich 47 Jahre später immer noch verpflichtet.

 

Dieses inzwischen schon zur Tradition gewordene Erbe gilt es auch in Zukunft zu bewahren. Denn die Raumfahrtaktivitäten Europas tragen substanziell zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und der Eigenständigkeit im internationalen Umfeld bei. Sie dienen unter anderem der Förderung von Exzellenz in Wissenschaft und Forschung, der weltumspannenden Kommunikation, der Beobachtung von Umweltverände-rungen, der Mobilität von Menschen und Waren sowie der Organisation öffentlicher Sicherheit. Dies wird erreicht durch die Entwicklung neuer-Technologien und Verfahren, die auch in anderen Hochtechnologie-branchen Anwendung finden. Damit ist die Raumfahrt ein unverzichtbarer Faktor zur Sicherung unserer Zukunft und ein unentbehrliches Instrument für das Wohlergehen unserer Gesellschaft.

 

Ich freue mich sehr, dass Sie ihren jährlichen Kongress dieses Jahr unter das Motto "Raumfahrt in Bayern" gestellt haben und bei einem unserer Vorzeigeunternehmen der Raumfahrtbranche - der IABG in Ottobrunn - tagen. Wie Sie wissen, verfügt Bayern, neben der weltweit erfolgreichen Industrie, über eine breitgefächerte Expertise in den wissenschaftlichen Einrichtungen, was uns zum führenden Raumfahrtstandort in Deutschland macht. Da der Großteil der heutigen Sprecher aus Bayern kommt, werden Sie sicher vertiefte Einblicke in den Raumfahrtstandort Bayern erhalten.

 

Sie kennen mich als langjährigen Fan und Unterstützer der Raumfahrt. Ich heiße Sie daher besonders herzlich willkommen und wünsche Ihnen einen erfolgreichen Kongressverlauf sowie einen schönen Aufenthalt in Bayern.

 

Ilse Aigner, MdL

Stellvertretende Ministerpräsidentin des Freistaates Bayern und

Bayerische Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

Nachdenken über den Sinn der Raumfahrt

Auch das Jahr 2016 ist wieder gekennzeichnet von einigen Aktivitäten der Raumfahrtnationen weiter in den Weltraum vorzudringen. Regelmäßig berichteten wir in den letzten Infoblättern unseres Vereins.

 

Alexander Gerst hat uns mit seinem Blick vom Weltraum auf die Erde erneut bewusst gemacht, wie klein und zerbrechlich unser Blauer Planet in Wirklichkeit ist, auch wenn er uns in unserer engen Perspektive hier unten auf der Oberfläche unermesslich groß erscheint.

Die technischen Mittel der Raumfahrt entwickeln sich immer weiter. Damit wächst die Neugier immer weiter in den Weltraum vorzudringen. Der Wille unbedingt den Mars zu erobern zeigt das deutlich. (Start der Europäischen Mars-Sonde am 14. März 2016). Schon der Raumfahrtpionier Hermann Oberth (1894-1989) sprach damals von den Anfängen der Eroberung des Weltraums. Er hatte schon 1923 als erster theoretisch nachgewiesen, dass man mit Flüssigtreibstoffraketen die Erdatmosphäre überwinden kann. Oberth wurde so zum Wegbereiter des Aufbruchs ins All. Ich erinnere an sein Buch „Die Rakete zu den Planetenräumen“. Damit legte er die visionären Grundlagen für eine neue Ära der Menschheitsgeschichte. Wernher von Braun und sein Team schafften es dann mit der A4 am

 03. Oktober 1942 den Weltraum zu erreichen.

Was hat diese Entwicklung alles ausgelöst! Ohne die vielen Kommunikationssatelliten  wäre unser modernes Leben nicht mehr denkbar. Oder die erfolgte Landung der Sonde Philae auf dem Kometen Tschuri und ich denke da an die vorgesehene Landung des Testmoduls „Schiaparelli“ auf dem Mars (Infoblatt 2-16). Noch vor 20 Jahren wäre ein solches Manöver ins Reich der Science-Fiction verweisen worden!

Doch die bemannte Raumfahrt bleibt umstritten. Vor allem wegen der immens hohen Kosten, die die lebenserhaltenden Systeme verursachen. Immer wieder taucht die Frage auf: Was nutzt uns der Ausflug ins All? Aber genauso könnte man nach dem Nutzen der Grundlagenforschung fragen. Das war in der Vergangenheit so und das wird auch in Zukunft so bleiben. Der praktische Nutzen vieler Entdeckungen wurde erst später deutlich. Der Drang Neues zu entdecken und in unbekannte Welten  vorzustoßen ist uns Menschen nun mal eigen. Auch und gerade in der Raumfahrt, die oft mit dem Aufbruch Columbus’ in die neue Welt verglichen wird.

Es ist wichtig, dass z. B. immer wieder die Internationale Raumstation ISS im Blickpunkt  der Öffentlichkeit bleibt. Alexander Gerst hat da einen großen Beitrag geleistet. War es nicht faszinierend wie er seinen Aufenthalt in der Schwerelosigkeit uns vor Augen geführt hat! Das All wird uns weiter Rätsel aufgeben. Vieles haben wir noch nicht komplett verstanden.

In den Antworten auf all diese Fragen liegt die Zukunft der Menschheit. Denn der Blaue Planet ist und bleibt zerbrechlich.

kf

 

 

Pennemünder Hintergründe (Teil V – Schluss)

 

Im letzten Teil der Dokumentation hat Uta Mense einige Meinungen zu v. Brauns Arbeit in Peenemünde gefunden (Archive HTM, Bundesarchiv Freiburg, Deutsches Museum).

 

Sie schreibt: „Die von Rudolph erwähnten Mahnungen Dornbergers, sich auf die wesentlichen Aufgaben der wissenschaftlichen Leitung in Peenemünde zu konzentrieren, werden von historischen Dokumenten bestätigt. Besonders aus einem Schreiben Dornbergers vom November 1942 wird häufig zitiert, weil sie als authentischer Beleg für die völlig unmilitärischen, visionären Ziele der Belegschaft gilt. Sie ist aber auch ein Hinweis auf die enge Verknüpfung zwischen den hochfliegenden technischen Ideen und den zur Realisierung vermeintlichen notwendigen Bauvorhaben, denn Dornberger schrieb am 10. November 1942:

 

„Überhaupt wäre es vorteilhaft, wenn die zuständigen Herren in Peenemünde sich einmal gedanklich mit dem Problem des schlagartigen Masseneinsatzes unter Berücksichtigung der militärischen Gegebenheiten beschäftigen würden und unter Weglassung aller großartigen Phantastieplanungen wirklich brauchbare Vorschläge, die sich in Kürze der uns noch zur Verfügung stehenden Zeit verwirklichen lassen, vorlegen würden. Großartige Bauten, Verkabelungen, Schaltpulte usw. sind für den Masseneinsatz keinesfalls in genügender Stückzahl zu errichten oder zu beschaffen. Alles muss behelfsmäßig und schnell einzurichten und wieder abzureißen sein. Die Hauptschwierigkeit sehe ich nur in der O2-Hortung und Zuführung.“

 

Ein ähnlicher skeptischer Tenor zu den Ideen Brauns im Zweiten Weltkrieg sowie aus der Sicht der Öffentlichkeit ins Stocken geratenen Raketenentwicklung in den USA ist auch der Nachkriegs-Korespondenz zwischen Leo Zanssen und Erich Schneider 1953 zu entnehmen. Leo Zanssen äußerte sich darüber, dass die „Braunschen Projekte zwar phantasievoll“ seien, er aber nicht glaube, dass Braun die Forschung daran nach Beendigung des Krieges noch finanziert bekäme.

 

Vielleicht wurden diese Stimmen auch unabhängig von Paul Schröder in den internen Kreisen in den 50er Jahren immer lauter, und Dornberger wollte mit einem Vortrag in Deutschland in Jahr 1958, wenige Monate nachdem Schröder ihm einen ausführlichen Brief über sein Vorgehen gegen Braun geschrieben hatte, den Erwartungsdruck von Wernher von Braun nehmen. Möglicherweise wollte er aber auch den zahlreichen Ingenieuren, die wie Paul Schröder in Peenemünde tätig waren, nachträgliche Wertschätzung zukommen lassen. In jedem Fall wollte Dornberger dort nicht mehr von Wernher von Braun als maßgeblicher Entwickler der V2 sprechen, sondern sagte, es gäbe nicht den einen Erfinder der A-4, sondern sie sei „lediglich das Ergebnis einer langen Versuchsreihe des so genannten Peenemünder Teams“.

 

Welche Rolle Wernher von Braun in Peenemünde auch gespielt haben mag – je nach Betrachtungsweise wurde er von Sympathisanten als maßgeblicher Visionär oder aber von seinen Kritikern als Phantast beschrieben – er muss damit in jedem Fall als Ideengenerator sondergleichen auf die Raketenentwicklung gewirkt haben.

Seine Weggefährten haben Zeit ihres Lebens darauf bestanden, das es v. Braun und seiner Gefolgschaft in Peenemünde stets nur um die Raketenentwicklung für Raumfahrtzwecke ging. Paul Schröder gehörte nicht dazu. Er sah seine Aufgabe in der Entwicklung militärstrategischer Waffensysteme und geriet darüber verschiedentlich mit v. Braun in einem Disput. Bei einer dieser Streitigkeiten soll v. Braun bereits 1937 Schröder gegenüber die Äußerung gemacht haben, dass er keine Konstruktion unterstütze, die nicht später in ein Raumschiff nutzbar seien. Während Schröder ihn damals vor den US-amerikanischen Behörden mit dieser Aussage noch belasten wollte, stellten seine Aussagen bezüglich „des Missbrauchs der Wehrmacht zu Kriegszeiten für die persönlichen Ziele der Raumschiffentwicklung“ heute eine bedeutend größere Entlastung für die Motive v. Brauns dar, als dieser und seine Mitstreiter jemals selbst hätten erreichen können.

 

Schröder wollte ihn damit als Opportunisten herausstellen, dem jedes Mittel recht gewesen ist, seine eigenen Träume und Ziele zu verwirklichen.

 

Diese Perspektive drängt sich auch nach dem heutigen Forschungsstand weiterhin auf. Für die Raketenentwicklung standen im Dritten Reich vergleichsweise hohe Beträge zur Verfügung. Auch als diese vorübergehend eingeschränkt wurden, hatte man vor allem in Albert Speer weiterhin einen einflussreichen Mentor des Raketenprogramms, wodurch es trotz herabgestufter Dringlichkeit vorangetrieben werden konnte. Wernher von Braun ist während dieser gesamtem Zeit mit seinem persönlichen Ziel vor Augen buchstäblich über Leichen gegangen, denn nicht nur die V2-Angriffe selbst forderten Tote: Noch wesentlich mehr Menschen kamen beim Bau und Betrieb der Raketenproduktionsstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen ums Leben, und auch in Peenemünde hat man die Anlagen mit Hilfe von mehreren Tausend Fremdarbeitern, Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen vorangetrieben.

 

Jesco von Puttkamer      Bild: NASA

Erst nachdem die Sowjetunion in den 1950er Jahren ihren Forschungsschwerpunkt von der potentiellen Trägerrakete für die Atombombe auf den Weltraum verlagerte und dort ein neues Kampfgebiet mittels Spionagesatelliten für sich zu erschließen drohte, bot sich für Wernher von Braun eine neue Finanzierungsmöglichkeit für seine Ideen. In John F. Kennedy fand er 1961 abermals einen von ihm überzeugten Staatschef, der die lang ersehnte Reise zum Mond zum Staatsziel erklärte und deren Finanzierung sicherte.“

 

Was bleibt zum Schluss der Recherchen von Uta Mense zu sagen?

 

Zuerst ein Dank an sie für ihre akribische Forschungsarbeit bei der Suche in vielen Archiven. Ohne diese Arbeit hätten wir einige Aspekte und Hintergründen der Tätigkeit in Peenemünde nicht erfahren. Es ist ein Mosaikstein in der Geschichte von Peenemünde.

 

Wenn Schröder im Hinblick auf die Himmelsträumereien kritisch an die Adresse Washingtons schreibt, von Braun sei immer ein kleiner Junge geblieben, auch bei seiner ernsthaften Arbeit in Peenemünde, so äußerte sich Puttkammer, „das genau dies der Grund dafür gewesen ist, warum von Braun die Menschen in seiner Umgebung so hingebungsvoll begeistern konnte.“

 

kf

 

Vor 30 Jahren- Start der Raumstation Mir

 

Am 19. Februar 1986 um 21.28 Uhr GMT wurde der Basisblock für die bemannte Raumstation Mir (1986 017A) mit einer Proton-Trägerrakete (SL-13) gestartet.

Das Grundmodel umfasste vier Abteile: Durchgangsbereich, Arbeitsteil, Zwischenraum und Triebwerksteil.

 

Raumstation MIR über Neuseeland                                                                             Foto: NASA

Am 13. März 1986 startete eine Sojus T-16 mit der Besatzung Leonid Kisim und Wladimir Solowjow

Es war der 60. Flug seit Beginn der Raumfahrt in der Sowjetunion und der 1. Flug von Station zu Station. Die Missionsdauer betrug 125 Tage und 1 Minute.

 

1.Aufenthalt der Sojus T-15-Besatzung in der Raumstation Mir:                                                                     15. März 1986 bis zum 5. Mai 1986.

       Aufenthalt der Sojus T-15-Besatzung in der Raumstation Salut-7:                                                                       6. Mai 1986 bis zum 25. Juni 1986.

      2. Aufenthalt der Sojus T-15-Besatzung in der Raumstation Mir:                                                                            26. Juni 1986 bis zum 16. Juli 1986

 

Am 15. März koppelte Sojus T-15 nach einer langsamen Annäherung an den Basisblock der Raumstation Mir an. Kisim flog zuerst zum Heckkopplungsstutzen, umkreiste die Station und koppelte manuell mit dem neuen KURS-Dockingsystem am Bug der Raumstation Mir an. Erst mit den Sojus TM-Raumschiffen konnte künftig automatisch angedockt werden. Die Station war mit der Inbetriebnahme des Wasseraufbereitungssystem, der Radio- und Fernsehverbindungen, der Installation von Experimenten und Lebenserhaltungssystemen bereits am 18. März 1986 betriebsbereit.

 

Am 18. März 1986 wurde Progress 25 gestartet. Die Kopplung erfolgte am 21. März am Heck der Station. Progress 25 brachte Verpflegung für 20 Tage, Luft, Werkzeuge, Filme Post, Ausrüstungsgegenstände und 200 Liter Wasser mit zur Station. Nach dem Auftanken der Station und der Zündung der Triebwerke für zwei Kurskorrekturen wurde Progress 25 am 20. April 1986 abgedockt. Tags darauf verglühte das Raumschiff in der Erdatmosphäre.

 

Am 23. April 1986 erfolgte der Start des Raumschiffs Progress 26. Nach der Ankopplung wurden Essen, Wasser, Treibstoff, Post und neue Einrichtungsgegenstände in die Raumstation Mir umgeladen bzw. umgepumpt.

 

Am 23. Mai 1986 wurde in Baikonur das erste unbemannte Raumschiff des neuen Typs unter Bezeichnung Sojus TM-1 gestartet. Sojus TM-1 war mit dem neuen Dockingsystem KURS ausgestattet und koppelte am 23. Mai um 10.12 Uhr an der Raumstation Mir an. Die Landung erfolgte bereits wieder am 30. Mai 1986.

 

In der Mir montierten Kisim und Solowjow das neue Informationssystem Strela. Geologische Aufnahmen der Gletscher in Kasachstan, des Südens der Ukraine, des Aral-Sees, das Interkosmos-Programm „Geoex 86“ sowie eine Pressekonferenz am 14. Juli waren wichtige Meilensteine vor der Rückkehr der erstem Mir-Stammbesatzung am 16. Juli 1986. Während der kommenden Monate umkreiste der Mir-Basisblock im automatischen Betrieb die Erde. Erst im Januar 1987 sollte es weitergehen.

 

Quelle: „Von Gagarin zur Raumstation Mir“, Herausgeber Alfred Gugerell

 

Erinnerungen an Helmut Hölzer

 

2016 jährt sich der 20. Todestag von Helmut Hölzer. Er verstarb am 19. August 1996 in Huntsville.

 

Anfang des 2. Weltkrieges (1939) wurde er nach Peenemünde dienstverpflichtet. Von 1931 bis 1939 studierte er an der Ingenieurschule für Luftfahrttechnik in Darmstadt. Interessant ist, dass, er zusammen mit seinem Lehrer Alwin Walter, den Rechenschieber „System Darmstadt“ entwickelte. Jeder, der einen technischen Beruf vor Jahrzehnten erlernte, hat mit diesem Rechenschieber seine technischen Aufgaben gelöst. Dieser Rechenschieber war vor Einführung der elektronischen Rechner eine große Hilfe.

Helmut Hölzer in Huntsville

Quelle: Gemeinfrei,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=48443062

Da Hölzer, ein passionierter Segelflieger war, erdachte er schon 1935 ein Gerät, das unter Berücksichtigung der Windkomponenten die echte Geschwindigkeit seines Segelflugzeuges über Grund anzeigte.

Diese Kenntnisse waren für ihn die technischen Voraussetzungen erfolgreich in Peenemünde zu arbeiten. Sein Steuergerät wurde zum wesentlichen Bestandteil der A4-Rakete. Damit war eine kostengünstige Serienfertigung möglich. Das Steuergerät erhielt die Tarnbezeichnung „Mischgerät“. Helmut Hölzer verwendete Schaltungen aus Kondensatoren, Spulen und Widerständen als Differenzier-und Integrierglieder. Wenig später entwickelte er daraus einen vollelektronischen Analogrechner.

Auf Grund der Bombenangriffe auf Peenemünde wurde Hölzer mit seinen Erfindungen in das Forsthaus Neu Pudagla umgesiedelt, um erfolgreich und ohne Störungen dort weiterzuarbeiten.

 

Aber er hat dort nicht nur gearbeitet! Er lernte die Tochter des Försters Muschwitz kennen, die er ein Jahr später heiratete.

 

 

 

 

 

 

 

Mischgerät

 

 

 

 

 

 

Foto: A.O. Bauer,

mit freundlicher Genehmigung.


Nach Kriegsende wurde sein Analogrechner als Kriegsbeute 1946 in die USA gebracht. Hier wurde er von der amerikanischen Armee weiterverwendet.

 

Mischgerät eingebaut im Geräteraum der Rakete     Foto: IV2RG Research Group

Nach seiner Promotion 1946 an der TU Darmstadt siedelte er in die USA um. Mit Wernher von Braun arbeitete er weiter in der Raketenforschung. 1960 wurde er Director of Computing am Marshall Space Flight Center. Seine Aufgabe war die Entwicklung der Fernsteuerung der Mondraketen des Apollo-Programms. Wie wir wissen sehr erfolgreich!

 

Ihm zu Ehren wurde vor dem Forsthaus Neu Pudagla ein kleines Denkmal mit einer Erinnerungstafel errichtet.

 

kf

 

 

 

 

 

 

 

 




Neues vom Büchermarkt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


DEICHRÜCKBAU  ALS  KRIMI

 

Realer Hintergrund

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern betreibt den Rückbau eines Hochwasserschutzdeiches zwischen Karlshagen und Peenemünde auf Usedom, gegen den Widerstand der Bevölkerung.

Mit einem Deichrückbau würde außerdem ein großer Teil der weltweit bedeutenden Denkmallandschaft um das Museum Peenemünde (das Gelände der ehemaligen Heeresversuchsanstalt) der Überflutung preisgegeben und damit der Denkmalwert des Standortes irreversibel beschädigt.

Die Medien des Landes haben darüber regelmäßig berichtet.

Nun werden diese Pläne in einem brandneuen Krimi verarbeitet. Autor Rainer Höll kennt als Vorsitzender der Bürgerinitiative „Gegen Deichrückbau im Inselnorden e.V.“ die Hintergründe und hat dazu eine fiktive Handlung gesponnen:

 

Joachim Walter, Bürgermeister der Gemeinde Insel Usedom, wird mit Deichrückbauplänen konfrontiert. Verdeckt agierende Vertreter der Landesregierung wollen vollendete Tatsachen schaffen und erpressen den Bürgermeister. Dann wird dessen Geliebte tot aufgefunden. Walter versteckt sich und wird vom LKA aus Angst vor Enthüllung verfolgt.

Mehrere Adressaten erhalten ein mysteriöses Symbol, die örtliche Polizei steht vor einem Rätsel. Hauptkommissar Arne Bock fühlt sich durch das LKA in die Irre geführt. Er gerät in familiären Konflikt mit seinem Großvater, einem ehemaligen NVA-Offizier, der als Vorsitzender der Bürgerinitiative „Gegen Deichrückbau“ offenbar auf der Seite des geflüchteten Bürgermeisters steht.

Joachim Walter begreift erst als er entführt wird, dass seine Vergangenheit ihn eingeholt hat.

Eine Katastrophe bahnt sich an, denn während eines Sturmhochwassers soll der Deich zerstört werden.

Die Pläne dazu stammen allerdings aus dunklen Zeiten…

 

Das Buch ist ab sofort lieferbar. Auf Wunsch wird ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Rainer Höll

Flut über Peenemünde

Softcover, 13,5 x 21,5 cm

330 Seiten

ISBN 978-3-9809640-9-8

€ 12,90

 

Auch als E-Book erhältlich:

www.neobooks.com (u.a.)

ISBN 978-3-7380-7244-0

€ 7,99

 

Dünenstraße 14

17449 Karlshagen

T (03 83 71) 55 44 3

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Textfeld:

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Pressespiegel

OZ 06.07.16

Mit Geschichtsjägern im Sperrgebiet

TV-Moderator Wigald Boning dreht für Doku-Reihe in der einstigen Nazi-Rüstungsschmiede in Peenemünde

Erst Tschernobyl, jetzt Peenemünde - historische Orte, die für spannende Geschichten und verlassene Gegenden stehen. Genau da fühlen sich Hobbyforscher Wigald Boning und Fritz Meinecke, Urban Explorer (private Erforschung von Einrichtungen), richtig aufgehoben. Beide stehen derzeit vor der Kamera für das neue Doku-Format „Wigald & Fritz - Die Geschichtsjäger“. Die Eigenproduktion des TV-Senders History, der sich vor allem Dokumentationen widmet, wird ab November 2016 ausgestrahlt. TV-Ikone Boning, lässig im grünen Poloshirt und

beigefarbener kurzer Hose, geht mit Meinecke in sechs Episoden auf geschichtliche Entdeckungstour. Fünf Folgen sind im Kasten. Der finale Dreh fand gestern in Peenemünde statt - im Sperrgebiet.

Christoph von Braun, Fritz Meinecke und

Wigald Boning, (v.l.).                                 Foto: T. Köhler

 Vergessen, verlassen, unzugänglich, versteckt - dafür steht ein Großteil des Geländes der ehemaligen Heeresversuchsanstalt in Peenemünde. Während der NS-Zeit war die Anlage eine der modernsten Technologiezentren der Welt und die Kriegswaffenschmiede Nummer eins von Adolf Hitler. Eng verbunden mit dem Ort ist Wernher von Braun, der im Auftrag der Nazis an den Raketen forschte.

Mit Christoph von Braun hatten Boning und Meinecke den Neffen des Raketenwissenschaftlers an ihrer Seite, um mit ihm auch über die todbringende Schaffenskraft seines Onkels zu sprechen. Für Boning, der übrigens das erste Mal auf Usedom war, eine spannende Begegnung. „Der Mann war beim Start für den ersten Mondflug 1969 in Florida dabei. Jetzt ist er nach fast 71 Jahren das erste Mal hier, um dem Wirken seines Onkels in Peenemünde auf den Grund zu gehen“, so Boning, der sich mit der Geschichte Peenemündes schon lange beschäftigt. „Auf der einen Seite steht die bestechende Ingenieurleistung, auf der anderen Seite die zügellose Grausamkeit“, sagt der bekannte Moderator und bezieht sich auf den Einsatz tausender Zwangsarbeiter, Kriegsgefangener und KZ-Häftlinge. Die Filmcrew drehte deshalb auch am ehemaligen KZ Arbeitslager Karlshagen. „Kamera läuft“ hieß es auch auf der Straße am Flughafenring, am Kölpinsee und dem sogenannten Polanski-Tor. Der Eingangsbereich ins Sperrgebiet war 2009 Drehort für den Polit-Thriller

“The Ghostwriter““ von Kult-Regisseur Roman Polanski.

Alle wollen aber zum Prüfstand V II“, erklärte Thomas Köhler, Archivar im Historisch-Technischen Museum Peenemünde, und Begleiter der Filmcrew. Regisseur Erik Waechtler ließ sich nicht lange bitten.

Wir drehen hieß es dann mit Boning, Meinecke und von Braun an der Abschussstelle der A4-Raketen. Daran erinnert heute ein großer Stein. Vom großen Ringwall, in dem auch der Startleitstand eingebettet war, ist am Prüfstand VII kaum noch etwas zu sehen. Hier ist alles zugewuchert. Boning findet es trotzdem spannend: „Wenn man vor Ort ist, bekommt man

Am Prüfstand VII mit TV-Moderator Wigald Boning, Christoph von Braun, und Fritz Meinecke                              Foto: T. Köhler

einen ganz anderen Bezug. Die Größe der Denkmallandschaft hätte ich mir nie vorstellen können.“ Damit es auch Bilder vom Ringwall gibt, lässt Kameramann Oliver Ackermann die Drohne aufsteigen.

Währenddessen gibt Christoph von Braun einen kleinen Einblick in sein Seelenleben, während er vor dem Stein der Abschussstelle steht. „Emotional berührt mich das schon, weil es ein historischer Platz ist. Das ist vergleichbar mit der Stelle, wo Columbus an Land ging“, macht der Neffe auf die Bedeutung als Wiege der Raumfahrt aufmerksam. „Das ist aber nicht Familie“, betont der 70-Jährige, der heute in München lebt.

 

Erfolg mit „Die Doofen“

Wigald Boning (geboren am 20. Januar 1967 in Wildeshausen) ist ein deutscher Komiker und Moderator. Darüber hinaus ist er als Komponist, Musiker und Autor tätig. Einem breiten Publikum wurde er durch die Comedy-Sendung „RTL Samstag Nacht“ bekannt. Popularität erlangte er dort durch die Arbeit mit Olli Dittrich in der mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Interview-Persiflage „Zwei Stühle - eine Meinung“ sowie als Musik-Duo „Die Doofen“. Mit Bernhard Hoëcker moderierte er das satirische Wissensmagazin „Nicht nachmachen!“

VIER FRAGEN AN...

 

  1. Wie haben Sie Ihren Onkel, Wernher von Braun, erlebt?
    Ich habe ihn etwa 20 Mal getroffen. Er war in Amerika, als ich noch Kind war. Er hatte eine ungewöhnliche Ausstrahlung.
  2. Worüber haben Sie sich bei ihren Treffen unterhalten? Ging es auch um die Nazi-Zeit in Peenemünde? Nein. Über Peenemünde haben wir nicht gesprochen. Das war eher ein Thema zwischen ihm und meinem Vater, der Diplomat war. Als ich später meine Doktorarbeit über Nachrichtensatelliten schrieb, haben wir darüber diskutiert. Wir haben viel über Technik gesprochen. Er war aber weder Erfinder noch Wissenschaftler sondern ein guter Manager. Und trotzdem las er Goethe
    3.
  3. Werden Sie Peenemünde noch einmal besuchen? Ja, auf alle Fälle. Ich will mit meinen Kindern wiederkommen. Die Insel ist sehr schön.
  4. Was machen Sie beruflich?

Ich bin noch beratend in der Industrie tätig.

Interview: Henrik Nitzsche

29.06.2016, 16:01 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH, dpa

Nasa testet Raketenantrieb für Mars-Transporter "Orion"

 

Promontory (dpa) - Mit viel Krach und einem hellen Feuerstrahl hat die US-Raumfahrtbehörde Nasa zum zweiten Mal den Antrieb für die nach ihren Angaben leistungsfähigste Rakete der Welt getestet.

Der Probedurchlauf des Antriebs der Rakete "Space Launch System" in der Wüste des US-Bundesstaats Utah sei erfolgreich verlaufen, teilte die Nasa mit. Ende 2018 soll die "SLS" erstmals einen unbemannten Testflug mit der Raumkapsel "Orion" absolvieren. "Orion" soll in Zukunft Menschen zum Mond, zu Asteroiden und vielleicht sogar zum Mars bringen.

 

 

HTM Peenemünde 30.06.16

„Die Menschen im Grenzgebiet & Der Große Krieg“

Eine Ausstellung von GrenzGeschichteDG der Autonomen Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens

Die Sonderausstellung schildert aus transnationaler und alltagsgeschichtlicher Sicht, wie die Menschen in der Vierländerregion Deutschland, Niederlande, Belgien und Luxemburg vor und während des Ersten Weltkrieges lebten und litten. Aus einer Region, in der Staatsgrenzen ursprünglich keine Rolle spielten, wurde ein Kriegsgebiet, und die ehemaligen Nachbarn wurden zu Gegnern. Die internationale Missgunst und Furcht vor dem großen und aggressiven Deutschen Reich hielt auch nach dem Krieg noch an und erwies sich als berechtigt, als Belgien 1940 erneut überfallen und erobert wurde. Zu sehen sind Fotos, Postkarten und Stadtansichten, die das Leben in Frieden und Krieg zeigen. Sie zeigen eindrucksvoll, wie der Alltag auch jenseits der Front militarisiert und von Feindschaft geprägt wurde.

Das Historisch-Technische Museum Peenemünde weist mit der Ausstellung auf die Geschichte der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien hin und stellt damit einen Kooperationspartner im

Dr. Barbara Syrbe, Landrätin LK Vorpommern-Greifswald, bei der Unterzeichnung des trinationalen Bildungsabkommens

Christian Pegel - Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung M-V

 

Rahmen seines europäischen Schüleraustausch-Projektes vor. Weil Peenemünde wie das deutsch-belgische Grenzgebiet an einer innereuropäischen Ländergrenze liegt, sind der Ort und die Ausstellung eine gute Gelegenheit, über das Trennende und Verbindende von Grenzen nachzudenken.

Die Ausstellung wurde am 30. Juni 2016 um 11:00 Uhr im Turbinensaal des ehemaligen Peenemünder Kraftwerk eröffnet und wird bis zum 11. September 2016 gezeigt.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung fand zudem die feierliche Unterzeichnung eines trinationalen Bildungsabkommens zwischen der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, der Stadt Świnoujście und dem Landkreis Vorpommern-Greifswald statt.

In eigener  Sache

 
Wir danken für die eingegangene Spende

 

Herr Walter Gademann                                  50,00 €

 

 

Der Förderverein Peenemünde e.V. hat dem Historisch Technischen Museum eine Spende von 1000,-Euro überreicht zur Unterstützung des Projektes zur Vernetzung Europäischer Lernorte zum 1. und 2. Weltkrieg.

 

 

 

Im Juli hatten Geburtstag

 

Frau Lucia Martha Mokelke Hagen; Herr Ulrich  Fügenschuh Aurich;

Herr Karl-Peter Stracke Abendsberg; Herr Peter Riedel Backnang

Herr Rainer Höll Karlshagen; Herr Ferdinand Erbe Dresden

 

Im August hatten Geburtstag

 

Monsieur Roland Hautefeuille Paris; Herr Prof. Mathias J. Blochwitz Berlin;

Herr Karl Winterfeld Dessau; Herr Klaus Ost Bingen; Herr Peter Sell Kiel

Herr Robert Schmucker München; Herr Norbert Höllerer Floß;

Oliver Klotzin Berlin; Herr Erich Schäfer Wanderup

 

Im September haben Geburtstag

 

Herr Dipl.-Ing. Walter Gademann München; Herr Jürgen Bock Lauterbach

Herr Winfried Gaube Hanshagen; Mr. William Pavelin Barling Magna / Essex;

Herr Herbert Laabs Holzminden; Herr Wolfgang Jähn Nordhausen

Herr Uwe Schmaling Neubrandenburg; ; Herr Martin Zenker Kütten

Herr Winfried Sander Hermeskeil

 

 

Herausgeber: Förderverein Peenemünde „Peenemünde - Geburtsort der Raumfahrt" e.V.,

Anschrift: Förderverein Peenemünde e. V.  Waldstraße 03  17449 Karlshagen; Tel.: 038371/20106; 038371/20695

e-mail: huebner-l@t-online.de   Homepage: www.foerderverein-peenemuende.de

Gestaltung: Gestaltung: Lutz Hübner und Klaus Felgentreu, Karlshagen; Druck: „Druck-mit-uns“ Sperberhorst 6 22459 Hamburg

Alle Rechte, einschließlich Fotokopie, Mikrokopie, Verfilmung, Wiedergabe durch Bild-, Ton- oder Datenträger jeder Art und des auszugsweisen Nachdrucks, vorbehalten. Die Vervielfältigung des Ganzen und von Teilen hieraus ist nicht gestattet, außer nach Einwilligung. Strafbar macht sich, wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung der/des Berechtigten ein Werk vervielfältigt

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