Der Vorstand informiert

  1. Am 12. September 2025 hat unser Förderverein am „Tag der Vereine“ in Karlshagen teilgenommen. Wir präsentierten uns gleich neben dem Heimatverein Karlshagen. Lutz Hübner und Thomas Köhler haben den Stand aufgebaut und auch mit Manfred Kanetzki, Ulrike Chust sowie Uwe Osse betreut. Dieser Tag war erfolgreich. Mit vielen Besuchern wurde gesprochen, Flugmodelle verkauft und auch einige Infoblätter an den Mann gebracht. Vielleicht tragen sich einige mit dem Gedanken, Mitglied in unserem Verein zu werden.

  1. Wie geplant haben wir vom 03. und 04. Oktober 2025 unser jährliches Vereinstreffen mit Jahreshauptversammlung durchgeführt. Leider waren in dieser Zeit nur 17 Mitglieder anwesend.

  1. Am 03.10. begann unser Jahrestreffen mit einer ersten Zusammenkunft um 14 Uhr im Müggenhof.

Ausflug zum Prüfstand VII am 3. Oktober 2025 (Foto: L Hübner)

Hier konnten die neuesten Errungenschaften des Museumsvereines Peenemünde e.V. bewundert werden. Es gab nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch wieder eine Fahrt zum Prüfstand VII. Wir waren natürlich pünktlich zu 15.58 Uhr an der einstigen Startstelle. Joachim Saathoff und seinen Vereinsmitgliedern und Helfern vielen Dank für den schönen und interessanten Nachmittag.

Am 04.10. begann der Tag mit unserem traditionellen Foto vor der A 4 im HTM.

Anschließend begann um 10 Uhr im Raum des Marinemuseums Peenemünde unsere Jahreshauptversammlung mit den Berichten

  • des Vereinsvorsitzenden Holger Neidel,

  • Ausführungen des 2. Vorsitzenden, Thomas Köhler, zu Fragen der weiteren Entwicklung des HTM, der weiteren Zusammenarbeit mit dem HTM und dem Stand der Arbeiten an unserer neuen Web-Seite.

  • unseres Schatzmeisters, Lutz Hübner,

  • der Revisionskommission Manfred Kanetzki und Klaus Felgentreu.


  1. Arbeit des Vorstandes im Berichtszeitraum (Ausführungen von Holger Neidel)

Immer am ersten Dienstag des Monats, werden Vorstandssitzungen durchgeführt. Meistens treffen wir uns im HTM. Zu Beginn des Jahres hatten wir den Bürgermeister von Peenemünde Herrn Turowski zu Gast. Er ist neu im Amt und berichtete uns, wie es mit der Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium bestellt ist. Die Gemeinde hält 49% der Anteile am HTM, erfährt aber alle Neuigkeiten aus der Zeitung. Wird also immer vor vollendete Tatsachen gestellt. Im Februar hatten wir ein Treffen mit der neuen Geschäftsführerin, Frau Radohs. Sie führt zurzeit die Geschäfte im Museum. Wir machten uns bekannt und vereinbarten, temporär zusammen zu kommen, um bestimmte Dinge zu besprechen.

(Foto: M. Kanetzki)

Ein ständiger Tageordnungspunkt ist die finanzielle Situation des Vereins (siehe Bericht vom Schatzmeister). Ich kann sagen, dass Lutz Hübner sehr akkurat die Finanzen im Blick hat und die Bücher seit vielen Jahren korrekt führt.

Wenn man sich die Mitgliederentwicklung der letzten Jahre ansieht, kann man konstatieren, dass wir eigentlich stabil sind. Zurzeit sind wir im Verein 83 Mitglieder.

Die Altersstruktur ist folgende:

40 Mitglieder sind über 70, 16 über 60 und 21 über 50. Aber wir haben auch jüngere Mitglieder: 3 über 40 und 1 über 30.

Viele Vereine leiden unter dem Problem der Überalterung. Jüngere Leute, so ist mein Eindruck, sind lieber mit sich allein und möchten sich nicht in Gemeinschaft betätigen. Ausnahmen sind vielleicht Sportvereine und die Feuerwehren, wobei es da allerdings auch Probleme gibt.

Damit will ich gleich zu den Aktivitäten im Berichtszeitraum übergehen. Im Juni führten wir mit der Regional-Schule Karlshagen einen Unterrichtstag im Museum durch. Es gab drei Arbeitsgruppen-Museum: 1. Flottille, Jagdfliegergeschwader und Schiff. Man interessierte sich für das Leben in der NVA. Die Jugendlichen waren gut vorbereitet, alle Fragen konnten beantwortet werden und wie wir im Nachhinein gehört haben, ist dieser Tag bei den Schülern gut angekommen und soll im nächsten Jahr wiederholt werden. Das war auch der Tatsache geschuldet, dass wir vom Museumsverband MV als außerschulischer Lernort geführt werden.

In Karlshagen gab es in diesem Jahr zwei Veranstaltungen des Vereinsstammtisches. Diese Veranstaltung des gegenseitigen Kennenlernens wird vom Amt organisiert. Von uns nahm Klaus Felgentreu an der Maßnahme teil. Am 13. September wurde der Tag der Vereine“ Karlshagen durchgeführt, an dem wir mit einem Stand teilnahmen.

Die Tätigkeit im Marine- und Flieger-Museum bezog sich im letzten Jahr hauptsächlich auf die Komplettierung der Museumsbestände und das punktuelle Verbessern der Ausstellungen. Es wurden neue Vitrinen und Ausstellungsregale beschafft und bestückt.

Auf dem Schiff führten wir in diesem Jahr bis jetzt drei Arbeitseinsätze durch. Es nahmen daran jeweils 15 Männer und Frauen teil. Im Juni hatten wir noch eine Verstärkung aus Bleicherode im Bestand von 10 Mann. Das Hauptaugenmerk lag in diesem Jahr auf der Erneuerung der Stromeinspeisung im Schiff. Die alte Verteilertafel wurde komplett erneuert. Und natürlich gab es wieder Farbarbeiten. Die Aufbauten wurden komplett neu gestrichen und für die nächsten Tage steht die Überführung in die Peenewerft an. Dazu wurde am letzten Wochenende das Schiff schon vorbereitet. Die Überführung verzögert sich aber, aus durch von uns nicht zu verantwortenden Umständen (Genehmigung der Rüstungskontrollbehörde). Die Kosten für den Werftaufenthalt in der Peenewerft und das Verschleppen werden durch eine Rücklage im Museum für das Schiff und durch Spendengelder gedeckt.

Hier, in diesem Raum (Marinemuseum), werden seit 7 Jahren während der Zeit von Ende Juni bis Anfang September Vorträge organisiert. Die Themen sind hauptsächlich aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt, Marine und Militär angelegt. Es sind größtenteils Vorträge, aber auch Buchlesungen. Wir haben den Vortragenden Übernachtung und Frühstück gesponsert, dafür werden die Vorträge immer kostenlos gehalten. Es wurden acht Vorträge gehalten. Nach den Erfahrungen in den letzten zwei Jahren laden wir Vortragende aus der Region ein. Seitdem die Vorträge zusätzlich im Vorpommern-Blitz angekündigt werden, haben sich die Besucherzahlen erhöht. Sie schwanken zwischen 16 – 32 Personen Die ganzen Aktivitäten können wir nur durchführen, wenn wir genügend Besucher in unser Museum holen. Im letzten Jahr hatten wir, wie auch davor, ca. 18.000 Besucher.

Die Kameraüberwachung auf dem Schiff hat sich bewährt, es wurde nicht mehr versucht etwas zu stehlen. Jedenfalls haben wir keine fehlenden Gegenstände bemerkt.

Am 18. August 2025 hatten wir durch Vermittlung der Marinekameradschaft Peenemünde den CDU-Staatssekretär Philipp Amthor aus Berlin zu Besuch im Museum und an Bord. Das hier ist sein Wahlkreis, und wenn auch dieses Jahr nicht direkt gewählt wurde, ist er doch hier unterwegs. Er zeigte sich interessiert und ließ sich vieles erklären.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei unserem Redaktionskollektiv bedanken. Gerade wenn man das über 30 Jahre macht, muss man aufpassen, dass sich viele Themen nicht wiederholen. Aber bis jetzt hat das wohl funktioniert. Es gibt noch viele Themen, über die es sich lohnt zu berichten. Gerade aus dem maritimen Raketenbereich hat das leider noch nicht geklappt.

Wir haben im Vorstand beschlossen, auch um uns zu verjüngen, Martin Aderhold ab heute in den Vorstand zu kooptieren. Die reguläre Wahl dazu wird erst in zwei Jahren sein.

Ein Verein lebt auch von der Mitarbeit seiner Mitglieder, wir haben 83. Ich bitte Euch heute auch um Vorschläge, wie die Vereinsarbeit verbessert werden kann, bzw. was der Verein noch tun kann. Das beinhaltet auch die Mitwirkung daran. Das ist allerdings nicht so einfach, da die meisten Mitglieder nicht hier oben wohnen.

Für heute wünsche ich der Versammlung Erfolg und eine gute Diskussion.

  1. Bericht des Schatzmeisters (Lutz Hübner)

Jahresfinanzbericht 2024/25

(Auszug)

Die im Berichtszeitraum 2024/25 erzielten Einnahmen zeigten wieder eine gute Bilanz. Sie setzen sich aus den Mitgliedsbeiträgen und den Spenden zusammen.

Von folgenden Spendern wurden Spenden überwiesen:

Frau Bergmann, Dagmar - Spendenbox Museum
Herr Riedel Hansgeorg - Spendenbox Schiff
Gilles, Usher - Berliner Seemannsfrühshoppen
Frau Hesse, Katja - Marinekameradschaft Bug 1992 e.V.
Peenemünder Hafenbetriebsgesellschaft
Mr. Usher, Gilles
Herr Essenbach, Bernd
Herr Reinicke, Andreas
Herr Dr. Modler, Raimo
Herr Beller-Reins, Peter
Frau Wegner, Annegret
Frau Rhode. Ingrid
Herr Göde, Klaus-Peter
Herr Lenz, Michael
Marine Stralsund
Frau Thiel, Karin
Herr Gnerlich, Uwe
Gemeinschaft Gaertner, Th. Evelyne Klara
Herr Matthes, Gerhard

Für die im Jahre 2024/25 geleisteten Spenden möchte sich der Vorstand bei allen Spendern nochmals recht herzlich bedanken. Besonderer Dank gilt der PHBG Peenemünde, Norbert Höllerer, Hansgeorg Riedel, Fam. Hartmut & Gisela Nagel, Gerhard Hansen, Berliner Frühshoppen und der Marinekameradschaft Bug 1992 e. V. Viele Besucher spendeten in den Spendenboxen des Schiffes und des Museums.Weitere Einnahmen erzielten wir durch Zusendung von Infoblättern an Nichtmitglieder, sowie aus Zinserträgen aus festangelegten Rücklagen.

Die Ausgaben setzen sich wie folgt zusammen:

  • Gericht/Notar

  • Umbuchung auf Handkasse

  • Mitgliederverwaltung, Org. der Vereinsarbeit, Infoblatt, Homepage

  • Bürobedarf

  • Versicherungen

  • Druck Infoblätter

  • Modellbau und Instandsetzung

  • Museumsschiff und beide Museen

  • Reisekosten und Gästebetreuung

  • Kontoführungsgebühren

  • HTM, Erhalt Tarantul

Das Finanzjahr 2024 wurde am 31.12.2024 ordnungsgemäß abgeschlossen. Dazu kommen die erwähnten Rücklagen. Diese Mittel und die zu erwartenden Einnahmen für 2025 geben uns die Voraussetzung, auch im nächsten Jahr eine Vielzahl von neuen Ausgaben in Angriff zu nehmen, und im Sinne unserer Satzung, eine interessante Vereinstätigkeit zu gestalten.

Lutz Hübner
Schatzmeister des Fördervereins Peenemünde e. V.

(Unsere Mitglieder können sich beim Vorstand über Einnahmen und Ausgaben jederzeit informieren)


  1. Bericht der Revisionskommission vom 20.09.2025

Die Überprüfung der Rechnungsunterlagen des Vereins für das Rechnungsjahr 2024/25 wurde am 20.09.2025 durch die Revisionskommission, Herrn Kanetzki und Herrn Felgentreu durchgeführt. Alle Rechnungsunterlagen konnten durch den Schatzmeister, Herrn Hübner, vorgelegt werden.

Es wurde überprüft, mit Stand vom 20.092025:

  1. das Konto Beiträge 384 000 487

  2. das Konto Spenden 384 001 432,
    davon Unterkonto Spenden Marine und das Unterkonto Schiff,
  3. die Kasse.

Die Kommission hat festgestellt:

Alle Einnahmen und Ausgaben für den Berichtszeitraum konnten nachgewiesen werden und stimmen mit den Kontoauszügen überein.

Die Buchungen auf dem „Konten Beiträge und Spenden“ sind übersichtlich und nachvollziehbar. Alle Belege für diese Konten sind vorhanden und in Ordnung. Das Kassenbuch ist ordentlich geführt und stimmt mit den Belegen und Kontoauszügen überein.

Der Betrag auf dem Spendenkonto des Fördervereins, ohne Unterkonten Marine und Schiff ist deshalb so hoch, weil hier der gespendete projektgebundene Betrag für ein Buch über Peenemünde von der Frau Scharf enthalten ist, der demnächst abgerufen wird.

Die Verwendung der Finanzen entspricht unserer Vereinssatzung. Wir danken Herrn Hübner für seine Arbeit als Schatzmeister unseres Vereins.

Karlshagen 20.09.2025     M. Kanetzki     K. Felgentreu

(Auch hier können sich unsere Mitglieder beim Vorstand über die genauen Zahlen informieren)


  1. Diskussion

T. Köhler
Mit der neuen Webseite des Vereins geht es voran. Der Großteil ist fertig. Wenn der Domaintransfer abgeschlossen ist, ist die neue Seite über die gewohnte Adresse Foerderverein-Peenemuende.de erreichbar. Bis dahin kann sich jeder unter der provisorischen Adresse der neuen Webseite informieren:

https://foerderverein-pm.wixsite.com/foerderverein-pm

Über eine aktive Mitarbeit der Vereinsmitglieder würde ich mich sehr freuen.

L. Hübner
Mit der Spende von Herrn Klose für die Schlepperkosten liegen wir sehr hoch und werden unbedingt noch in diesem Jahr das Geld ausgeben. Dadurch dass die Vorträge, die im Museum stattfanden, auch im Blitz veröffentlicht wurden, nahm der Besucherstrom deutlich zu. Besonderer Dank gilt M. Neidel für die Organisation der Arbeiten am Schiff.

Hungsberg, Axel
Ist die Veröffentlichung der Info-Seite für jeden zugänglich? Wie sieht es mit vereinsinternen Fragen aus?

T. Köhler
Finanzfragen werden nicht öffentlich dargestellt. Natürlich kann jedes Mitglied über die finanzielle Lage des Vereins jederzeit informiert werden.

M. Neidel
Mir kommt die besondere Ehre zu zwei Ehrenmitglieder unseres Vereins zu gratulieren. Die Ehrenurkunde bekommen Manfred Kanetzki und Klaus Felgentreu für ihre hervorragende Arbeit. Die Auszeichnung erfolgte unter dem Beifall der Mitglieder.

K. Felgentreu
Zu den Berichten gab es weiter keine Bemerkungen und Einwände. Die Entlastung des Vorstandes für 2024 erfolgte ohne Gegenstimmen.
Damit hat der Vorstand die Aufgabe das Vereinsleben 2025 mit Erfolg weiterzuführen.

Im Schlusswort dankte Herr Neidel allen Vereinsmitgliedern für die aktive Mitarbeit. So ist die Voraussetzung für eine weitere erfolgreiche Vereinsarbeit geschaffen.

Das Protokoll führte Ulrike Chust, auch ihr danken wir für ihre Arbeit.

(kf)


Jahrestreffen 2025:
Gemeinsamer Ausflug nach Pudagla am 4. Oktober 2025

Nachdem am Vormittag unsere diesjährige Jahreshauptversammlung des Fördervereins Peenemünde e.V. erfolgreich abgeschlossen werden konnte, ging es am Nachmittag für uns in Richtung Pudagla.

T. Köhler erläutert die Geschichte des Ortes

(Foto L. Hübner)

Geplant waren ursprünglich die drei Punkte:

  1. Schloss Pudagla,

  2. Barackenfundamente unterhalb des Glaubensberges und

  3. Forstamt Neu Pudagla.

Aufgrund des schlechten Wetters verzichteten wir jedoch auf den zweiten Punkt.

Um 15.00 Uhr trafen wir uns am Schloss Pudagla.
Bei Kaffee und Kuchen im italienischen Eiskaffee im Schloss erläuterte uns Thomas Köhler in einem Vortrag die Geschichte dieses Ortes im Zweiten Weltkrieg.

Das Schloss war mit seinen Nebengebäuden ("Domäne Pudagla") von Sommer 1943 - Februar 1945 als Außenstelle der Heeresversuchsstelle Peenemünde unter der Bezeichnung "Karlshagen III" genutzt worden. Die komplette BSM-Direktion "Bordausrüstung, Steuerung, Messtechnik" (ab 1. August 1943: EW 22 "Abteilung elektrotechnische Geräte") unter Dr.-Ing. Ernst Steinhoff zog nach Pudagla um.

Schon sechs Wochen vor dem RAF-Luftangriff am 18. August 1943 auf Peenemünde wurde das Projekt der Außenstelle Pudagla (ASP) praktisch angegangen. Zuvor wurden alte Baupläne und Gebäudezeichnungen des Schlosses ausgewertet, die sich Mitte 1943 auch im offiziellen HVP-Bildarchiv fanden. Um den Bahnanschluss für die Peenemünder Nebenstelle zu gewährleisten, wurde mit russischen Hilfswilligen extra der Haltepunkt "Schmollensee" errichtet, der im RB-Fahrplan als "Tanneck" geführt wurde.

Die Kellerräume des Schlosses wurden zur Aufnahme von Akkumulatoren und Labor-Einrichtungen umgerüstet. Unter dem Schlosshof wurden als vorbeugende Luftschutz- und Evakuierungsmaßnahmen bei Luftangriffen unterirdische holzverschalte Stollen ausgebaut, die sogar mit elektrischer Beleuchtung und Telefonen versehen wurden. Der Kornboden auf der alten Brennerei wurden zum Speisesaal und Kinovorführraum umgebaut, zudem wurden die unteren Räume zu Büros und zur Küche ausgebaut. Die von Thomas Köhler präsentierten Forschungsergebnisse, Dokumente und Fotos hierzu waren für alle neu.

Neben den Umbauten und notwendigen baulichen Erweiterungen am Schloss mit seinen Nebengebäuden wurden im Jahre 1943 unterhalb des nicht weit vom Schloss gelegenen Glaubensberges nahe des Moores Schäfergrund drei massive Baracken für Werkstätten der BSM-Direktion errichtet.

Karlshagen III war fortan aufgeteilt in:

  1. "ASP Schloss" (Schloss mit seinen Nebengebäuden, hier u.a. die Abteilung EW 222 Steuer- und Fernsteuertechnik unter Helmut Hoelzer)

  2. "ASP Schäfergrund" (Baracken mit Stollen unterhalb des Glaubensberges).

Da wir aufgrund des starken Regens kurzfristig auf die Vorortbesichtigung der Barackenreste verzichtet hatten, erläuterte uns Thomas Köhler die dortigen Anlagen mit ausgedruckten Luftbildern, Karten, historischen und aktuellen Fotos.

Nach den für alle interessanten Ausführungen und dem Genuss von Kaffee und Kuchen, besichtigten wir den Schlosskeller, in dem einst der erste analoge Großrechner der Welt stand, das "Bahnmodell" von Helmut Hoelzer. Dies war nur möglich, weil uns der Bürgermeister von Pudagla, Fred Fischer, dankenswerterweise seinen Kellerschlüssel zur Verfügung gestellt hatte. Den geheimen Zugang zu den Stollen fanden wir zwar nicht, doch die Kellergewölbe aus dem 16. Jahrhundert beeindruckten alle. Im letzten Raum sahen wir dann auch noch die Gesteinsausstellung von Klaus Luchterhand, wo in mittlerweile eingestaubten Vitrinen auf Usedom gefundene Fossilien und Steinwerkzeuge präsentiert werden.

Die Steinsammlung im Schlosskeller (Foto L. Hübner)

Als nächster Punkt auf unserer Tagesordnung stand der Besuch des Hoelzer-Gedenksteins am Forstamt Neu Pudagla. Der langjährige Leiter des Forstamtes Norbert Sündermann informierte uns in einem spannenden Vortrag über den Ort, an dem damals Ernst Steinhoff und Helmut Hoelzer untergebracht waren. Hoelzer lernte hier auch seine spätere zweite Ehefrau kennen, die Tochter des damaligen Revierförsters Paul Muschwitz.

Norbert Sündermann informiert uns über das Forstamt Neu Pudagla ( Foto: L. Hübner)

Warum war Helmut Hoelzer so wichtig für Peenemünde?

Helmut Hoelzer ist der Vater des sogenannten "Mischgerätes", des ersten vollelektronischen, einsatztauglichen Bordrechners, der als Herzstück der A4-Rakete diente und einen erfolgreichen Einsatz dieser erst ermöglichte. Das im Geräteraum der Rakete befindliche "Mischgerät" erhielt seine Eingangssignale von zwei als Richtgeber bezeichneten Kreiselgeräten (Horizont und Vertikant) und vom optional eingebautem Leitstrahlempfänger und gab nach der Berechnung der "Peenemünder Steuergleichung" in Echtzeit Korrekturbefehle an die Ruderanlage.

Rein technisch gesehen war das Mischgerät ein Analogrechner, der bei Änderung von Eingangsgrößen in Echtzeit das Ausgangssignal entsprechend der vorgegebenen Funktion, deren Parameter auch variabel sein können, "berechnete". Dies war also der erste elektronische Analogrechner der Welt.

Helmut Hoelzer war damals bewusst, dass die von ihm für das Mischgerät entwickelten elektronischen Rechenelemente auch für den Aufbau eines allgemeinen einsetzbaren Rechengerätes die Grundlage bilden könnten, was in der Folge zur Entwicklung des ersten elektronischen analogen Großrechners der Welt führte: dem sogenannten "Bahnmodell", mit dem die Flugbahnen der Raketen vorab im Labor simuliert wurden. Dieses Gerät wurde bis Ende der 1950-ger Jahre noch in Amerika benutzt.

Herr Sündermann schilderte uns lebhaft, wie er nach der Wende Dr.-Ing. Helmut Hoelzer kennenlernte und den weiteren Kontakt und Weg bis zur Aufstellung eines Gedenksteines ihm zu Ehren. Wir bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei Herrn Sündermann für seine Zeit und seine höchst interessanten Ausführungen.

Den würdigen Abschluss des Tages bildete (mit einstündiger Verspätung) dann ein gemeinsames Buffet-Abendessen im Wasserschloss Mellenthin.

(tk)

Projekt Gemini – vor 60 Jahren im All

10 Flug: Gemini VII

Start: 4. Dezember 1965 um 14:30:03 EST

Missionsdauer: 13 Tage, 18 Stunden, 35 Minuten (206 Erdumkreisungen)

Besatzung: Frank Bormann     James A. Lovell, Jr.


Gemini VII wurde als Zielobjekt vor Gemini VI-A für das bevorstehende Weltraumrendezvous ins All gestartet. Diese vierzehntägige Mission war für die NASA notwendig, um Erfahrungen bei einem Langzeitflug zu sammeln. Der Arbeitstag im Weltraum wurde an die Arbeits- und Ruhezeit der Bodenmannschaften angepasst. Gemini VII hatte die meisten Experimente (20) des gesamten


Turteln im All: Sie umkreisen sich und kamen sich immer näher - nur noch knapp zehn Meter waren die "Gemini VI" und "Gemini VII" hier voneinander entfernt. Die historische Aufnahme des Rendezvous im All am 15. Dezember 1965 machte die Crew der "Gemini VI". Mitunter kamen sich die beiden Raumschiffe so nah, dass sich die Astronauten durch ihre Fenster erkennen konnten. Begeistert schrieb die US-Presse später von einem "kosmischen Ballett".

Foto: NASA


Gemini-Programms, darunter Studien über Ernährung im Weltraum. Erstmals hatten die Astronauten einen leichteren Weltraumanzug an, der sich bei längerem Tragen im engen Raumschiff als ungünstig herausstellte. Der Höhepunkt der Mission war das Zusammentreffen mit dem später gestarteten Raumschiff Gemini VI-A. Die folgenden drei Tage erwiesen sich als Dauertest für die Besatzung. Man befolgte den Ratschlag des Astronauten Conrad und nahm Bücher für die Reise mit.

Gemini VII war der längste Raumflug der Amerikaner bis zu den Skylab-Flügen in den Jahren 1973 und 1974.

Die Astronauten landeten am 18. Dezember 1965

11. Flug Gemini VI-A

Start: 15. Dezember 1965 um 8:37 EST

Missionsdauer: 1Tag, 1 Stunde, 51 Minuten, 24 Sekunden

Besatzung: Walter M. Schirra; Jr. und Thomas P. Safford

Das ursprüngliche Ziel dieser Mission war das Andocken an einen unbemannten Agena-Zielsatelliten. Als aber bei einem Agena-Start im Oktober der Funkkontakt plötzlich abriss, plante man als Ersatzmission das Treffen von zwei Gemini-Raumschiffen in der Umlaufbahn. Trotz einiger Probleme beim Start, startete das Raumschiff am 15. Dezember unbeschädigt ins All.

Noch am selben Nachmittag traf Schira, nach unzähligen Steuermanövern, mit dem Raumschiff Gemini VII im Orbit zusammen. Während fünf Stunden flogen, Gemini VI-A und VII in Formation und jede Kapsel umkreiste dabei die andere. Die Annäherung gelang bis auf 30 cm, ohne dass sich die beiden Raumflugkörper berührten. Eines der Hauptziele des Gemini-Programms war mit dem orbitalen Rendezvous gelungen.

Die Landung erfolgte am 16. Dezember 1965. Beide Raumflüge waren wichtig in Vorbereitung des Mondfluges.

Aus: 100MAL INS ALL von Alfred Gugerell

(kf)

Ehrgeiziges Ziel: Walter Schirra (rechts, sitzend) und Thomas Stafford sollten mit ihrem Rendezvous-Manöver im All beweisen, dass eine bemannte Mondfahrt technisch möglich ist. Denn die Nasa hielt eine Landung auf dem Mond nur für durchführbar, wenn zwei Raumschiffe aneinander andocken können; für einen direkten Hin- und Rückflug zum Mond samt Landung wären zu große Raketen notwendig. Das Rendezvous im All war daher eine wichtige Vorstudie für die Mondlandung, die 1969 tatsächlich gelang.

Foto: NASA



Friedrich Broszat:

Die Wahrheit über die V2
Ein Tatsachenbericht über Peenemünde und über die Erfindung, Entwicklung, Herstellung und Leistung der Flüssigkeits-Rakete A 4

- Teil 2 -

Stand der Entwicklung am 30.8.1939.

Als Versuchsträger wurde die Rakete, Baumuster A5 (Durchmesser 0,70 und Länge 8,00 m) fertig entwickelt und mehrmals gestartet.

Mit dieser Rakete war es möglich alle Steuerungsorgane (Horizonte, Kreisel, Strahlruder usw.) die auch zum großen Teil in die später zu bauende Rakete A4 (später V2) eingebaut werden sollten, auf Eignung und Funktion auszuprobieren.

Das Triebwerk für diese Rakete, also die eigentliche Flüssigkeitsrakete, mit einer Leistung von 5.000 kg Schub konnte ebenfalls genügend erprobt werden. Die Form des Ofens, der Düse, sowie der Kraftstoffpumpen einschließlich der zum Antrieb dieser Pumpen benutzten Dampfturbine, wurden soweit entwickelt und erprobt, daß der Bau des Triebwerkes für die A4 aufgenommen werden konnte. Die Drahtlos bedienten Steuerungsorgane für den Start und während der Brenndauer wurden soweit entwickelt und erprobt, daß auch hier die Voraussetzungen für den Bau der A4 gegeben waren.

Gestartet wurde auf der Insel Oie. Die Rakete wurde dort stehend betankt, d.h. mit flüssig Sauerstoff und Alkohol versehen und dann gezündet.

Frei, aus der Ruhestellung senkrecht aufsteigend, erhob sich die Rakete in den Luftraum. In ca. 4000 m Höhe wurde die Rakete durch die automatisch arbeitende und vorher eingestellte Steuerung in die Flugrichtung abgelenkt (später geschah diese Ablenkung drahtlos von der Erde aus). Nach Erfüllung dieser Funktionen wurde dann in ca. 8 - 10.000 m Höhe von der Erde auf drahtlosem Wege der Brennvorgang unterbrochen, also Brennschluß gegeben.

Die nachher fallende Rakete konnte durch Ausschießen eines Bremsschirmes, der in der Rakete untergebracht war in ihrer Fallgeschwindigkeit abgebremst werden und zwar bis auf 80 - 100 km Stundengeschwindigkeit. Dieser Bremsschirm wurde dann automatisch abgeworfen und ein großer Tragschirm ebenfalls wieder ausgeschossen. Dieser Tragschirm verzögerte die Fallgeschwindigkeit bis auf 20 - 30 km Stundengeschwindigkeit, sodaß die Versuchsrakete mit dieser Geschwindigkeit in die, an dieser Stelle nur im Durchschnitt 6 m tiefe Ostsee fiel. Eine Beschädigung der Steuerorgane, des Triebwerkes und der Zelle konnte bei dieser geringen Auffallgeschwindigkeit kaum eintreten.

Ein Sperrboot, welches mit einem Taucher besetzt war, holte dann die Rakete an Deck. Eine genaue Feststellung der Störungsursachen konnte nun vorgenommen werden. Diese Raketen wurden dann in den Werkstätten genau überprüft, die Störungsursachen behoben und für einen neuen Start fertig gemacht.

Das Aggregat 5 im Flug und niedergehend am Fallschirm. Fotos aus: „Zusammenfassender Bericht über die Starts mit A5 II vom 24.10.-13.12.1939“, 19.03.1940 (HTM Archiv, ARCH 78/2)

In den Werkstätten wurden in dieser Zeit schon die Öfen für das Baumuster A4 hergestellt und auf den großen Prüfständen durch Brennversuche erprobt.

Raketenantriebe als Starthilfe für Flugzeuge wurden während dieser Zeit ebenfalls entwickelt und auf dem Versuchsplatz der Luftwaffe praktisch erprobt. Die damit erzielten Resultate waren vielversprechend und es ist nicht ergründlich, warum diese Anwendung der Flüssigkeitsrakete nicht weiterentwickelt wurde.

Diese Starthilfe, bei Verwendung von 2 Aggregaten mit je 1500 kg Schub, die nach Erreichung der benötigten Geschwindigkeit durch Benutzung von Fallschirmen wieder abgeworfen wurden, hätten doch eine Zukunft beim Start großer Verkehrsmaschinen für lange Überlandflüge.
Das war in großen Zügen der Stand der Entwicklung vor Ausbruch des Krieges.

Die technische Leitung hatte wie schon in Kummersdorf Dr. v. Braun. Seine Mitarbeiter waren dieselben wie in Kummersdorf, auch mit denselben Funktionen.
Als weitere Mitarbeiter waren zu der Zeit ca. 140 Ingenieure und Wissenschaftler, 100 Techniker, 20 Werkmeister und ca. 600 Fach- u. Hilfskräfte tätig.
Die militärische Leitung hatte damals Oberstleutnant Zanssen unter dem Kommando des Leiters Wa-Prüf 11, Oberstleutnant Dornberger, welcher die Hauptverantwortung zu tragen hatte.

Die Köpfe der HVP: Wernher von Braun, Leo Zanssen und Walter Dornberger (HTM Archiv)

Der Erfolg aller dieser Arbeiten war dem Aufwand entsprechend, klein zu nennen. Unter Berücksichtigung, daß es sich um einen Behördenbetrieb handelte, der ohne Einschaltung, der auf einzelnen Gebieten über Erfahrungen verfügenden Privatunternehmen, von sich aus unter größter Geheimhaltung mit den Pionieren der Erfindung und fast nun jungen Ingenieuren, die wenig Spezialkenntnisse mitbrachten, diese Erfolge erzielt wurden, kann das Resultat als Gut bezeichnet werden. Es wurde damals auch angenommen, daß in den anderen Staaten der Welt die Entwicklung auf diesem Gebiet noch nicht das Ziel, eine Flüssigkeitsrakete einwandfrei zum Fliegen zu bringen, erreicht worden ist.

Maßnahmen bei Kriegsbeginn. (September 1939)

Nach Ausbruch des Krieges wurde vom Oberkommando des Heeres die größte Beschleunigung der Entwicklungsarbeiten in Peenemünde verlangt und das Vorhaben in die höchste Dringlichkeitsstufe eingereiht. Da sich aber ein Termin zum Abschluß von Entwicklungsarbeiten auch nicht durch Befehl festsetzen läßt, wurde versucht, durch einen Masseneinsatz von Wissenschaftlern diese Arbeiten so zu beschleunigen, daß das geplante Raketengeschoß noch in dem begonnenen Krieg zum Einsatz kommen kann.

Um die, durch Dr. v. Braun aufgezeigten Engpässe und Schwierigkeiten zu überwinden, wurden ca. 20 Hochschulprofessoren mit Ihren Instituten zur Lösung von Teilaufgaben herangezogen und jeder mit einer solchen Teilaufgäbe betraut.

Zu lösen waren in der Hauptsache noch folgende Aufgaben: Feststellung der genauen Temperaturen im Verbrennungsraum, Festlegung der günstigsten Form der Düse, Bestimmung der für die Zelle am besten geeigneten Materialien, Verbesserung der Pumpen für Flüssigsauerstoff und Alkohol und der mit diesen Pumpen gekuppelten Dampfturbine (Leistung der Turbine 600 PS), Verbesserung der Dampferzeugungsanlage, Schaffung einer leistungsfähigen Rudermaschine zur Steuerung der Rakete beim Wiedereintauchen in dickere Luftschichten, die Lösung sämtlicher Aufgaben der Fernsteuerung der Rakete nach Brennschluß, die nach dem damaligen Stand der Technik eingebaut werden mußte, um die Zielgenauigkeit zu erhöhen, das Verhalten der Zelle unter Einwirkung von Kälte und Wärme, Geschwindigkeiten und Druckverhältnisse während des Fluges sowie die Anordnung, Zusammensetzung und Zündung der Sprengladung in der Nutzlastspitze.

Sogar zur Berechnung der Flugbahnen wurden Professoren eingesetzt, die, wie durch Zufall nach Beendigung des Krieges festgestellt wurde, nicht einmal gewußt haben, welchen Zwecken die von ihnen verlangten Berechnungen dienen sollten. Alle diese Wissenschaftler arbeiteten außerhalb der Versuchsstelle. Die Resultate Ihrer Forschungsarbeiten wurden durch Dr. v. Braun geprüft und ausgewertet.

Um die schon erwähnten hohen Kosten und den dadurch verbundenen hohen Bedarf an Arbeitskräften für die Entwicklung und Fertigung herabzusetzen und den Wirkungsgrad des gesamten Unternehmens auch von der betriebswirtschaftlichen Seite zu verbessern, wurde der bekannte Spezialist für Betriebswirtschafts- u. Fertigungsfragen Prof. Dr. Heidebroeck als Technischer Leiter des Werkes Dr. v. Braun zur Seite gesetzt. Prof. Heidebroeck erkannte aber bald, daß mit den zur Verfügung stehenden Mitarbeitern, die fast alle keine besonderen Betriebserfahrungen hatten und unter der bürokratischen Behörden-Leitung, also als Behördenbetrieb, die Aufgabe nicht zu lösen war. Vorstellungen auf Änderung der Betriebsform und Anwendung von industrieeilen Grundsätzen, sowie auf größere Vollmachten, blieben erfolglos.

Auch war der stille Widerstand gegen alle neuzeitlichen Fertigungsmethoden nicht zu überwinden, denn Dr. v. Braun wollte sich das Heft nicht aus den Händen nehmen lassen und alle Fäden in der Hand behalten. Dr. v. Braun hatte schon damals die Absicht, die Entwicklung nicht zu überstürzen und wenn möglich, über den Krieg zu bringen.

Aus all diesen Gründen nahm Prof. Dr. Heidebroeck im Dez. 1939 den Tod seiner Gattin zum Anlaß, seinen Auftrag zurück zu geben.



Prof. Dr. Enno Heidebroeck
(HTM Archiv)




Es wurde nun nach den bisherigen Methoden weitergearbeitet. Um der Behörde gegenüber, nach außen den Schein zu wahren, wurde der frühere Assistent des Prof. Heidebroeck, ein junger Dipl. Ing. mit Namen Rees, als Nachfolger des Professors und als Vertreter des Dr. v. Braun eingesetzt. Sehr zum Schaden des ganzen Unternehmens, denn es wurden durch unwirtschaftliche Fertigungsverfahren Unsummen an Geld und Arbeitskräften vertan.

Die Entwicklung ging trotz aller dieser Maßnahmen nur langsam vorwärts und konnten bis 1941 keine zählbaren Erfolge erzielt werden. Die Arbeiten an der Fernsteuerung, sowie auf den Prüfständen und an der Entwicklung des Triebwerkes, der Zelle, sowie die Materialbestimmungen ließen sich nicht auf Befehl beschleunigen, sondern erforderten zur Lösung und zur Erprobung eine bestimmte Zeit, die sich nicht willkürlich festlegen läßt.

(Fortsetzung folgt)    (tk)



Peenemünde West und Dipl.-Ing. Uvo Pauls


Botho Stüwe, 2010 (Archiv: L.H.)

Oberstleutnant von Richthofen, seinerzeit Leiter der Entwicklungsabteilung des Technischen Amtes im Reichsluftfahrtministerium (RLM) veranlasste, dass Uvo Pauls in das RLM versetzt wurde. Pauls trat nach Beendigung seines Hochschulstudiums 1926 in die Firma Junkers ein. Hier war er bis 1932 in der Motoren-Flugerprobung tätig. Anschließend übernahm er eine ähnliche Aufgabe bei der Luftwaffe Travemünde. Für beide Tätigkeiten brachte Pauls viele Erfahrungen mit, durch die er das berufliche Format für eine Aufgabe bekam, die im Jahre 1936 (vor 90 Jahre) auf ihn zukam.

Botho Stüwe schrieb über ihn einen Bericht in der Zeitschrift Die Rakete:

Mit einem Mitarbeiter und einer Sekretärin nahm Uvo Pauls im Ministerium seine Tätigkeit auf. Es galt zunächst Kontakt mit den Herren Dornberger und von Braun aufzunehmen, die in Kummersdorf u.a. mit einem Flüssigkeitstriebwerk im Rumpf einer He 112 experimentierten. Diese Vorversuche gingen auf einen Vorschlag von Brauns zurück, der in Zusammenarbeit mit der Firma Heinkel ein Raketenflugzeug verwirklichen wollte.

Uvo Pauls (Archiv L.H.)

Eine weitere Aufgabe des Raketenreferats war die Planung der vorhergesehenen Versuchsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West, in Zusammenarbeit mit dem General Kesselring, seinerseits Generalstabschef der Luftwaffe, dem eingesetzten Sonderbeauftragten Ministerialrat Barelmann und seinen Mitarbeitern. Der endgültige Bauplan von Peenemünde-West wurde im September 1936 vom Referat mit der örtlichen Luftwaffenbauleitung in Karlshagen festgelegt.

Am 1. April 1938 konnte die Versuchsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West mit der ersten Ausbaustufe ihren Dienstbetrieb aufnehmen. Zum gleichen Zeitpunkt wurde vom RLM, im Einvernehmen mit dem Heereswaffenamt entschieden, den ursprünglichen Plan, der eine gemeinsame technische und organisatorische Leitung beider Dienststellen vorgesehen hatte, zugunsten einer getrennten Leitung fallen zu lassen. Herr Pauls siedelte aus diesem Grund von Berlin nach Peenemünde um, wo man ihm die Leitung der Versuchsstelle übertrug.

Die schon in Neuhardenberg begonnenen Flüge mit Raketenzusatzantrieben an der He 112, wie auch die Walter-Feststoff-Starthilfen-Erprobung an belasteten Kampfflugzeugen wurden in Peenemünde fortgesetzt und auf die Erprobung an Lastenseglern erweitert. Weitere Erprobungsobjekte waren der Fernlenkkörper Hs 293 und die nachlenkbare Fallbombe PC 1400 X (Fritz X). So setzte mit der Eröffnung der Versuchsstelle der Luftwaffe eine umfangreiche Erprobungsarbeit ein. Als Leiter dieser Dienststelle war Herr Pauls dem Technischen Amt in Berlin für das Funktionieren dieser Institution, sowie für die sichere, schnelle

und möglichst erfolgreiche Durchführung der Erprobungsprogramme verantwortlich. Diese schwierige und sorgenvolle Tätigkeit, die oft durch die kameradschaftliche Haltung der in der Fliegerei Tätigen erleichtert wurde, hatte Herr Pauls bis zum 31. August 1942 durchzuführen. Danach wurde er wieder in das RLM nach Berlin versetzt und gleichzeitig bis 1945 Sonderbeauftragter für die Logistik des Fernflugkörpers Fi 103 (V 1).

Foto aus Film Heinkel He 111 mit Starthilfen in der Testphase

(Archiv: L.H).

Nach dem Krieg, bis zu seiner Pensionierung 1967, hat sich Herr Pauls als Leitender Regierungsbeauftragter im BWB, Koblenz, mit ähnlichen Aufgaben wie in Peenemünde befasst.

Dipl.-Ing. Uvo Paul verstarb am 22. September 1989 im 88. Lebensjahr“.






Pressespiegel

Die Aufnahme in unseren Pressespiegel bedeutet nicht in jedem Fall, dass wir mit allen Aussagen der jeweiligen Texte einverstanden sind. 

Flugrevue 24.10.2025

Ariane 6: Vinci-Endmontage künftig in Lampoldshausen

Oberstufentriebwerk der Ariane 6

Vinci-Endmontage künftig in Lampoldshausen

ArianeGroup verlagert die Arbeiten am Ariane-6-Oberstufentriebwerk von Frankreich nach Deutschland.

Ulrike Ebner - Veröffentlicht am 24.10.2025

ArianeGroup Deutschland wird das Vinci-Oberstufentriebwerk der Ariane 6 in Zukunft in Lampoldshausen in Baden-Württemberg, am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), fertigen. Die DLR-Einrichtung Raumfahrtantriebe wird im Anschluss die finalen Triebwerkstests auf dem Prüfstand P4.1 durchführen. Das DLR und ArianeGroup haben am 24. Oktober eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Künftig können nach Angaben von ArianeGroup bis zu zwölf Vinci-Triebwerke jährlich in Lampoldshausen produziert werden.

Bisher fanden Endmontage und Systemintegration, einschließlich der Flugabnahmetests des Vinci am ArianeGroup-Standort im französischen Vernon statt. Die neue Arbeitsteilung geht auf eine im Dezember 2024 zwischen Deutschland, Frankreich, Italien und der Europäischen Raumfahrtagentur ESA geschlossene Vereinbarung zurück, die wiederum auf Entscheidungen der vorangegangenen Ministerratskonferenzen der ESA-Mitgliedsstaaten basiert.

Oberstufentriebwerk der Ariane 6 (Foto: ArianeGroup)

Die Arbeiten am Vinci begannen bereits um die Jahrtausendwende. (Foto: DLR)

" Das Vinci-Triebwerk ist ein großartiges Beispiel für die deutsch-französische DNA von ArianeGroup. Die Konzeption des Triebwerks und wichtige technologische Bausteine kommen aus Vernon in der Normandie. Die Entwicklung und die Produktion der Schubkammern findet im Kompetenzzentrum Ottobrunn bei München statt. Die Integration der Vinci-Triebwerke in Lampoldshausen ist Ausdruck der guten Zusammenarbeit mit dem DLR und der Europäischen Weltraumorganisation ESA und unterstreicht unser Bekenntnis zu einem souveränen und vereinten Europa in der Raumfahrt", so Jens Franzeck, Chief Industrial Officer (CIO) von ArianeGroup. Die Integration des Triebwerks in die Oberstufe der Ariane 6 erfolgt weiterhin in Bremen.

Das Vinci-Oberstufentriebwerk war eigentlich für die Ariane 5 ME (Midlife Evolution) vorgesehen. Die Arbeiten an Vinci begannen bereits um die Jahrtausendwende, wurden jedoch nach dem Fehlstart der Ariane 5 im Jahr 2002 zurückgestellt. Nachdem die von Deutschland favorisierte Weiterentwicklung der Ariane 5 Ende 2014 zugunsten der von Frankreich bevorzugten Ariane 6 gestrichen wurde, bekam das kryogene Oberstufentriebwerk eine neue Chance.

Mehrfach wiederzündbar

Vinci funktioniert nach dem Expander-Cycle-Verfahren: Der flüssige Wasserstoff umströmt zur Kühlung zuerst die Brennkammer, wird dabei verdampft und treibt dann eine Turbopumpe für die Treibstoffförderung an. Als Oxidator dient flüssiger Sauerstoff. Das Besondere an Vinci: Es ist bis zu fünf Mal wiederzündbar. Dadurch kann die Ariane 6 Nutzlasten in andere Orbits befördern, als das bisher möglich war. Interessant ist das unter anderem für das Aussetzen von Satellitenkonstellationen und für Missionen in den tieferen Weltraum. Eine wichtige Rolle für die Wiederzündbarkeit des Vinci spielt die neue Hilfsantriebseinheit (Auxiliary Propulsion Unit, APU). Sie übernimmt das Tankmanagement, während das Triebwerk ausgeschaltet ist, sorgt für die richtigen Drücke und Temperaturen und überwacht den Füllstand. Bei Bedarf steuert die APU zusätzlichen Schub zu Vinci bei. Wie viel genau darüber schweigt ArianeGroup. Das Vinci selbst liefert 180 kN Schub.

Im DLR-Testzentrum für Raketentriebwerke in Lampoldshausen wurden in der Vergangenheit bereits zahlreiche Entwicklungs- und Qualifikationstests des Vinci durchgeführt. "Mit unserer einzigartigen Infrastruktur und dem großen Engagement unserer Teams leisten wir hier einen entscheidenden Beitrag zur Zukunft der europäischen Raumfahrt. Die enge Zusammenarbeit von DLR und ArianeGroup in Lampoldshausen zeigt, wie Wissensaustausch, Transfer und industrielle Fertigung ineinandergreifen. Gemeinsam arbeiten wir an der Weiterentwicklung dieses außergewöhnlichen Raumfahrtstandorts – und stärken damit nicht nur Deutschlands, sondern auch Europas Rolle im Weltraum", sagte die DLR-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla.

Auf dem Prüfstand P4.1 in Lampoldshausen wurde das Vinci bereits in der Vergangenheit getestet. (Foto: DLR)

Deutschland hat sich mit rund 800 Millionen Euro an der Entwicklung der neuen Trägerrakete Ariane 6 beteiligt. Sie absolvierte ihren Erstflug am 9. Juli 2024. Damals war es zu einer Fehlfunktion der APU gekommen, die eine dritte Zündung des Vinci und eine Deorbitierung der Oberstufe verhinderte. In diesem Jahr ist die Ariane 6 bisher zweimal gestartet: Am 6. März mit dem französischen Militärsatelliten CSO-3 und am 12. August mit dem europäischen Wettersatelliten Metop-SGA1 und seiner Erdbeobachtungsnutzlast Sentinel-5A. Am 4. November ist die nächste Mission der Ariane 6 geplant, dann soll sie den Copernicus-Satelliten Sentinel-1D in den Orbit bringen. Bis Ende des Jahres ist noch ein vierter Start der Ariane 6 mit zwei Galileo-Satelliten vorgesehen. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Astronauten auf See - Überlebensübung mit Weste und Paddel

Von Christopher Hirsch, dpa

So., 21. September 2025 um 9:53 AM MESZ

Zukünftige Astronauten beim Wasser-Rettungstraining

Rostock (dpa) - «One, two, three», zählt Sara García Alonso und schaut ihre Astronauten-Kollegin Amelie Schönenwald an. Dann lassen sich beide rückwärts aus der Rettungsinsel ins Wasser fallen. Mit einem Zischen blasen sich ihre Rettungswesten auf, so dass die Spanierin und die Deutsche in ihren Überlebensanzügen über Wasser gehalten werden. Was hier im Rostocker Hafenbecken geübt wird, könnte zum Beispiel im Pazifik überlebenswichtig sein, etwa wenn eine Raumkapsel vor der Landung vom Kurs abkommt.
Wer bei der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) hoch hinaus will, muss erst einmal ins Wasser, nämlich zum Überlebenstraining auf See.

Auch das Paddeln mit einer Rettungsinsel stand auf dem Stundenplan
(Jens Büttner/dpa)


Amelie Schönenwald gehört zu den fünf Frauen und 3 Männern aus sieben europäischen Ländern, die als Teil einer Astronautenreserve der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) in der Warnow das Überleben auf hoher See trainieren.                         (Jens Büttner/dpa)

Fünf Frauen und drei Männer aus sieben europäischen Ländern sind dafür für das Wochenende nach Rostock gekommen.
Sie sind Teil einer Reserve, die die Esa als Astronautinnen und Astronauten ausbildet.









Auf dem Stundenplan stand unter anderem das Abseilen in ein Boot, Schwimmen im Überlebensanzug, Paddeln mit einer Rettungsinsel oder das Zünden von Signalfackeln. «In der Raumfahrt muss man für alle Eventualitäten vorbereitet sein», weiß Teilnehmerin Schönenwald.

Vergangenes Jahr habe sie bereits ein Winterüberlebenstraining absolviert, für den Fall einer Landung in einer kalten Region.




Erstmals Astronauten-Reserve

Welchen Landeort würde die 35-Jährige persönlich vorziehen? «Beides», sagt sie und stellt damit klar, dass sie gern mindestens zweimal ins All fliegen würde. Dabei sind Weltraummissionen für die Astronauten-Reserve keinesfalls gesetzt. Erstmals hat die Esa im Zuge einer neuen, 2022 ausgewählten Kohorte zwölf Kandidaten und Kandidatinnen als Reserve ausgewählt - zusätzlich zu fünf Vollzeit-Astronauten.

Reservistinnen wie Schönenwald arbeiten weiterhin in ihren regulären Berufen, absolvieren aber in mehreren mehrwöchigen Blöcken eine Art Astronauten-Grundausbildung, etwa um auf kürzere Missionen zu gehen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, oder um einmal als Vollzeit-Astronaut nachzurücken

Als Teil des aktuellen Ausbildungsblocks hat Schönenwald jüngst in Frankreich an sogenannten Parabelflügen teilgenommen, bei denen ein Flugzeug erst steil nach oben und dann wieder nach unten fliegt und so für die Passagiere zeitweise Schwerelosigkeit erzeugt. «Es war toll und hat natürlich auch wahnsinnig viel Spaß gemacht.»

Im Ernstfall ist Teamarbeit entscheidend

In ihrer Ausbildung wird sie unter anderem auch vom bekannten deutschen Astronauten Alexander Gerst betreut. Die studierte Biochemikerin und -technologin, die aktuell als Projektmanagerin arbeitet, ist nach eigenen Angaben seit ihrer Kindheit vom Weltraum fasziniert.

Die dortige Firma trainiert normalerweise vor allem Mitarbeiter der
Offshore-Branche.
                                          (Jens Büttner/dpa)

Sie strahlt, wenn sie über die Ausbildung spricht. «Das Härteste am Training bisher war die Wartezeit zwischen den verschiedenen Trainingsabschnitten.»

Es ist bereits das dritte Mal, dass Astronauten in Rostock das Überleben auf dem Wasser trainieren. Heiko Seefeldt, Geschäftsführer der ISC Training & Assembly GmbH, sagt im Ernstfall komme es auf Teamarbeit an.

Die Astronauten üben unter anderem, sich gegenseitig festzuhalten. «Einer alleine kann nicht lange durchhalten. Er wird irgendwo hingetrieben werden, also muss man zusammenarbeiten und zusammenhalten.»
Normalerweise trainiere die Firma Beschäftige aus der Offshore-Industrie. Die Astronautenausbildung sei eine Ehre. Zwei der Astronauten, die die Firma vor zwei Jahren trainiert hat, sind inzwischen für Weltall-Missionen ausgewählt worden. Beide beobachte man aufmerksam, erklärt Seefeldt. Man habe schließlich einen kleinen Teil dazu beigetragen, dass sie ins Weltall fliegen. Darauf sei man stolz.

Wohin würde Schönenwald zuerst am liebsten fliegen? «Mein großer Wunsch wäre es, auf die ISS zu gehen», sagt sie. «Und vielleicht eines Tages zum Mond».


In eigener Sache

Neue Strela-Raketen für unser Museumsschiff „Hans Beimler“

Die 575 "Hans Beimler" war zur zusätzlichen Flugabwehr mit einem 4fach-Starter FASTA-4 für Nahbereichsraketen 9K32 Strela-2 MF (NATO-Code: SA-N-5 Grail) bewaffnet.

Beim FASTA-4 waren jeweils vier Startrohre zur höheren Effektivität als nebeneinander liegende Batterie verbunden und samt einer nach der Seite um 360° drehbaren sowie nach der Höhe zu schwenkenden Lafetten montiert. Es gab sie exklusiv nur in der DDR: Hersteller der FASTA-Flugzeugabwehrstartanlage war das für Instandhaltung von Fla-Raketen sowie zahlreicher anderer Waffentechnik verantwortliche Werk in Pinnow/Angermünde. Serienmäßig wurde er auf dem geländegängigen Lkw LO 1800 an Land verwendet, jedoch sind auch mehrere Typen von Kampfschiffen der Volksmarine der DDR damit zur Fliegerabwehr im Nahbereich bewaffnet worden. Dabei erhielt der Vierling die Bezeichnung „FAM-14“ (russisch: ФАМ-14).

Zwei der Strela-Nachbauten in der Werkstatt in Halle.
(Foto: Martin Aderhold)

Generell ist die schultergestützte Kurzstrecken-Boden-Luft-Rakete „Strela 2“ von ihrem sowjetischen Konstrukteur dafür vorgesehen gewesen, tiefliegende Luftfahrzeuge im An- und Abflug sowie in der Standschwebe befindliche Luftziele zu bekämpfen. Die Fla-Rakete selbst trägt die Bezeichnung „9M32M“, das Startrohr heißt „9P54M“.

Die auf dem jetzt im Haupthafen Peenemünde liegendem Kleinen Raketenschiff 1241 RE "Hans Beimler", taktische Nummer 575, montierte FASTA-Startanlage wurde vom Hersteller an die Sowjetunion geliefert, dort als „FAM-14“ auf dem Schiff verbaut und dann an die DDR ausgeliefert.

Die Fla-Raketen-Startanlage FAM-14 auf unserem Museumsschiff „Hans Beimler“ war bislang mit nur mit einer an Bord gefundenen Exerzierrakete 9M32 „Strela-2“ ausgestattet gewesen. Durch den „Zahn der Zeit“ und Beschädigungen durch Besucher war diese dunkelgrau gestrichene Attrappe nun auch nicht mehr in einem repräsentativen Zustand. Durch unser Vereinsmitglied Martin Aderhold entstand daher Anfang 2025 die Idee von neuen Nachbauten, um die Startanlage mit vier „Strela 2“-Raketen bestücken zu können.

Strelas am 13.10.2025 probeweise montiert in Peenemünde.
(Foto: Martin Aderhold)

Er hat gute Freunde in seiner alten Heimat Halle, die keine Kosten und Mühen gescheut haben um das zu ermöglichen. Und das hat gut funktioniert.

Am 13. Oktober 2025 wurden uns die vier neuen „Strela-2“-Nachbauten persönlich vom Erbauer Nico Körner aus Halle an der Saale in Peenemünde vorbeigebracht. Testweise wurden sie am FAM-14 auf dem Museumsschiff montiert und boten auch dank der nunmehr korrekten Farbgebung in dunkelgrün ein gutes Bild. Zur neuen Saison. In 2026 werden sie auch durch die Öffentlichkeit bestaunt werden können.

Wir bedanken uns recht herzlich bei Nico Körner von der „Eisenblut Manufaktur“ Halle, für den großartigen 1:1 Nachbau der vier „Strela 2“ für unser Museumsschiff Hans Beimler. Dank auch an die Initiatoren Jörg Weber und Sponsoren T. Grießl für ihre Bemühungen!

(tk)

Die Gebrüder Pavelin arbeiten an einem Buch „Blackstar Rising“

Die Gebrüder John & Bill Pavelin arbeiten seit über einem Jahr an einem Buch, was über ihr Leben vor dem Hintergrund ihrer Erlebnisse mit der A4 („V2“), der Raumfahrt, mit Peenemünde und unserem Verein erzählt.

Seit 2003 bestehen ja die Kontakte zu den verschiedensten Mitgliedern, die seitdem trotz des mittlerweile fortgeschrittenen Alters beider regelmäßig gepflegt wurde. Von Anfang an war Ralf Rödel in das Buchprojekt eingebunden, ein beträchtlicher Anteil des Bildmaterials und viele Stunden technisches Lektorat durfte er beitragen.

Der eine oder andere aus dem Verein wird sich dort im Bild oder Text wiederfinden.

Das Buch wird im Frühjahr im Eigenverlag in Englisch erscheinen, über eine deutsche Übersetzung wird noch nachgedacht; Umfang ca. 270 Seiten, Format A5.

Erste Eindrücke der Korrekturfahnen siehe Bild

(rr)




OZ 18.11.2025

Henrik Nitzsche


Rettungsmission für NVA-Raketenschiff

Die „Hans Beimler“ braucht dringend eine Unterwasserkur / Schiff soll in die Wolgaster Werft geschleppt werden

Schatzmeister Lutz Hübner steht am Decksturmgeschütz.
                                                                  Quelle: Henrik Nitzsche

Peenemünde. Novembernebel liegt über dem Peenemünder Hafen: Die „Hans Beimler“, ein grauer Koloss, liegt da wie ein schlafender Riese. Doch der Eindruck trügt: Unter der stillen Wasseroberfläche nagen Rost und Algenbefall am ehemaligen NVA-Raketenschiff.

Wir müssen was tun, damit uns das Schiff nicht eines Tages absäuft“, sagt Lutz Hübner.



Er ist Schatzmeister des Fördervereins Peenemünde „Peenemünde – Geburtsort der Raumfahrt“, der sich seit 2014 dem Museumsschiff angenommen hat.

Rund 18.000 Besucher im Jahr

Seit mehr als 30 Jahren liegt die „Hans Beimler“ in Peenemünde. Gebaut für 77 Millionen DDR-Mark, heute für ein paar Euro zu besichtigen – ein technisches Relikt, das im Schatten des historischen Kraftwerks längst zum Geheimtipp für Militär- und Schiffsfans geworden ist. Rund 18.000 Besucher zählte der Verein 2024.

Fünf Raketenschiffe der Tarantul-Reihe liefen zwischen 1984 und 1986 vom Stapel. Die „Hans Beimler“ ist das letzte überlebende Exemplar. 2023 wurde ein weiteres in den USA verschrottet

38 Mann haben einst an Bord gelebt, gekocht, befehligt und gedient. Nur vier Jahre lang fuhr das Schiff über die Ostsee, bevor es 1990 außer Dienst gestellt wurde.

Der Zahn der Zeit nagt am Peenemünder Museumsschiff. Nun muß das Raketenschiff der ehemaligen Volksmarine in die Werft.                                  Quelle: Henrik Nitzsche

Jetzt aber steht das manövrierunfähige Museumsschiff vor einer der heikelsten Missionen seit seiner Außerdienststellung.

Noch im November soll das Schiff mit zwei Schleppern den Peenemünder Hafen verlassen – Kurs: Peene-Werft Wolgast (voraussichtlich Brückenzug 12.45 Uhr). Dort soll das Unterschiff, was in einer Tiefe von rund zwei Metern liegt, gesäubert, konserviert und neu gestrichen werden. Rund 55.000 Euro kostet die Aktion. Geld, das ein kleiner Verein kaum stemmen kann.
Ein Großteil kommt über das Historisch-Technische Museum (HTM), dem das Schiff gehört. „Im Leihvertrag ist festgelegt, dass ein Teil der Museumseinnahmen zurückgelegt wird“, erklärt Hübner. Den Rest steuert der Verein über Spenden bei.

Technische Daten zum Schiff
Die „Hans Beimler“ wurde zwischen 1984 und 1986 als eines von fünf Raketenschiffen dieser Bauart gebaut. Ihre Antriebsanlage leistete 32.000 PS und ermöglichte Geschwindigkeiten von bis zu 50 Knoten (1 Knoten entspricht 1,8 km/h). An Bord befanden sich vier Seezielraketen mit einer Reichweite von rund 80 Kilometern sowie weitere Waffen: unter anderem 3000 Patronen für die sechsrohrigen Heckgeschütze, 152 Schuss für das Buggeschütz, 15 Maschinenpistolen und sechs Pistolen. Die Besatzung bestand aus 38 Mann. Am 2. Oktober 1990 wurde das Schiff außer Dienst gestellt.

Doch für die Reise nach Wolgast brauchte es einen bürokratischen Marathon. Denn so friedlich das Boot heute wirkt: Rechtlich gilt sein Rumpf noch immer als Waffe. „Bevor wir überhaupt auslaufen dürfen, brauchen wir eine Genehmigung nach dem Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen“, sagt Hübner. Wochenlang warteten das HTM und die Ehrenamtlichen, telefonierten, schrieben, hofften. Erst als das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie endlich grünes Licht gab, war klar: Die Rettungsmission kann starten.

Vier Wochen soll der Werftaufenthalt dauern. Vier Wochen, in denen die „Hans Beimler“ einmal komplett von unten neu durchatmet. Danach soll sie wieder nach Peenemünde zurückkehren und ein Stück NVA-Geschichte erlebbar machen.

Wer an Bord geht, spürt noch heute, wie eng, laut und zweckmäßig das Leben auf einem Raketenschiff war. Kombüse, Offiziersmesse, Brücke, die Schlafräume – vieles ist frei begehbar.
Ein Schild bittet Besucher: „Bitte nicht auf die Koje legen.“ Und das hat Gründe: Die Freiheit, fast überall hin zu dürfen, hat eine Kehrseite. Druckknöpfe, Schalter, Lampen – immer wieder verschwinden Kleinteile. Einmal versuchte jemand sogar, einen Granatendummy mitzunehmen.
Er blieb, wohl abgeschreckt von den neuen Kameras, am Ende einfach im Schlafraum liegen.

Leider denken manche, dass das Schiff ein Abenteuerspielplatz ist“, sagt Hübner. Für die Vereinsmitglieder, die das Boot seit Jahren pflegen, ist es weit mehr: Ein Stück marinehistorisches Erbe, das ohne ihr Engagement längst verloren wäre. Unterstützung bekommen die Peenemünder von der Marinekameradschaft Dranske Bug 1992 e. V. und dem ehemaligen Kommandanten auf einem Schwesterschiff, dem Sassnitzer Holger Neidel.

Wir begrüßen unsere neuen Mitglieder

Herr Stefan Petzig, Herr Wolf-Eberhard Hümer

Wir freuen uns auf eine gemeinsame Zusammenarbeit und wünschen Ihnen viel Freude und Spaß im Verein.


Wir danken für die eingegangene Spende
Fam. Hartmut und Gisela Nagel
  200,00 €
Herr Dr. Wolfgang Koschel
  100,00 €
Herr Toralf Klose
  250,00 €
Herr Peter Riedel
    83,00 €
Herr Bernd Schröder
    42,00 €
Herr Andreas Richter
    20,00 €
Herr Eberhard Hacke
    75,00 €
Grießl Feuerungs- u. Reglungstechnik GmbH
  400,00 €
Herr Uwe Gnerlich
  300,00 €


Wir trauern um unser Mitglied

Dieter Pfeil

* 15.10.1941          † 05.09.2025

Als Mitbegründer des Marine- und Fliegermuseums Peenemünde nimmt er in unseren Erinnerungen einen festen Platz ein.



Im Oktober hatten Geburtstag

Herr Manfred Kanetzki, Karlshagen; Herr Jörg Felgentreu, Waren;

Frau Heike Schröder, Berlin; Herr Dipl.-Ing. Ottmar Wegner, Altenholz-Klausdorf;

Herr Michael Beisegel, Peenemünde; Herr Prof. Dr. -Ing. Wolfgang Koschel, Aachen


Im November hatten Geburtstag

Herr Sven Prassler, Rellingen; Herr Thomas Dietrich, Glauchau;

Herr Andreas Quast, Rochau


Im Dezember haben Geburtstag

Herr Volkmar Schmidt, Karlshagen; Herr Jörg Kulisch, Karlshagen;

Mister Usher Giles, London; Herr Dr. Joachim Wernicke, Berlin;

Herr Marcus Laabs, Holzminden; Herr Silvio Lottes, Zwickau;

Herr Wolfgang Ritter, Oestrich-Winkel



! Beachten bei Beitrags- und Spendenzahlungen an den Verein !

Ab Oktober 2025 trat eine neue EU-Verordnung in Kraft, die den Zahlungsverkehr innerhalb des SEPA-Raums noch sicherer machen soll. Künftig muss bei SEPA-Überweisungen geprüft werden, ob der Name des Zahlungsempfängers mit der angegebenen IBAN übereinstimmt – bevor die Zahlung freigegeben wird. Diese sogenannte Empfängerüberprüfung (engl. Verification of Payee, VoP) soll dabei helfen, Fehlüberweisungen und Betrug frühzeitig zu erkennen.

Der Name für unser Beitragskonto
Peenemünde-Geburtsort der Raumfahrt e.V.
IBAN: DE64150505000384000487
NOLADE21GRW

Der Name für unser Spendenkonto:
Peenemünde-Geburtsort der Raumfahrt e.V.
IBAN: DE60150505000384001432 NOLADE21GRW



Herausgeber: Förderverein Peenemünde „Peenemünde - Geburtsort der Raumfahrt" e.V.,

Anschrift: Förderverein Peenemünde e. V., Waldstraße 03, 17449 Karlshagen; Tel.: 038371/20106; 038371/20695

e-mail: huebner-l@t-online.de Homepage: www.foerderverein-peenemuende.de

Gestaltung: Gestaltung: Lutz Hübner und Klaus Felgentreu, Karlshagen; Druck: „Druck-mit-uns“ Sperberhorst 6 22459 Hamburg

Alle Rechte, einschließlich Fotokopie, Mikrokopie, Verfilmung, Wiedergabe durch Bild-, Ton- oder Datenträger jeder Art und des auszugsweisen Nachdrucks, vorbehalten. Die Vervielfältigung des Ganzen und von Teilen hieraus ist nicht gestattet, außer nach Einwilligung. Strafbar macht sich, wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung der/des Berechtigten ein Werk vervielfältigt

Bankverbindung: Beitragskonto: Peenemünde-Geburtsort der Raumfahrt e.V. IBAN: DE64150505000384000487 NOLADE21GRW

Spendenkonto: Peenemünde-Geburtsort der Raumfahrt e.V. IBAN: DE60150505000384001432 NOLADE21GRW