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Gedenken am 8. Februar 2025 im HTM Peenemünde

  • Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
    Förderverein Peenemünde e.V.
  • 10. Feb. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Sept. 2025

Am 8. Februar 2025 fand in Peenemünde auf der Insel Usedom eine Gedenkstunde statt, die dem 80. Jubiläum der Flucht des sowjetischen Flugzeugführers Michail Dewjatajew aus der Gefangenschaft gewidmet war.



Michail Petrowitsch Dewjatajew (russ.: Михаил Петрович Девятаев) war Kampfflieger der Roten Armee. Er wurde am 13. Juli 1944 bei Lwow abgeschossen und schwer verwundet gefangen genommen. Zunächst wurde Dewjatajew im Konzentrationslager Klein-Königsberg in der Nähe von Łódź gefangen gehalten. Zusammen mit Mitgefangenen grub er einen Fluchttunnel. Nach dem gescheiterten Fluchtversuch am 13. August wurde er Ende September in das Konzentrationslager Sachsenhausen verlegt. Im November gelangte er schließlich in das zur Erprobungsstelle der Luftwaffe Peenemünde-West gehörende KZ-Arbeitslager Karlshagen I.


Am 8. Februar 1945 bekam er mit 9 anderen sowjetischen Häftlingen die Aufgabe, mehrere Bomber vom Typ Heinkel He 111 mit großen Tarnnetzen abzudecken und das Rollfeld von Schnee zu befreien. Dieses "Flugplatzkommando" bestand an diesem Tag aus folgenden 10 Häftlingen:


  • M. P. Dewjatajew

  • I. P. Kriwonogow

  • M. A. Jemez

  • F. P. Adamow

  • W. K. Sokolow

  • D. Serdjokow

  • I. Olenik

  • W. Jemschenko

  • N. Urbanowitsch

  • P. Kutergin


Um die Mittagszeit waren sie mit nur einem Wachsoldaten, dem Gefreiten Alfred Johnen, allein auf dem Flugplatz. Kriwonogow erschlug den LW-Landesschützen Johnen hinterrücks mit einem Knüppel und die Gefangenen bestiegen eine am Rollfeld stehende vollgetankte He 111 H-22. Dewjatajew gelang der Start des Flugzeuges, dann flogen sie in Richtung Südosten und überquerten nach einiger Zeit über Pommern die Frontlinie. Die sowjetische Flak schoss den Bomber ab, Dewjatajew konnte jedoch eine filmreife Bruchlandung hinlegen, so dass er und seine Kameraden den Absturz unverletzt überlebten.


Während seine Kameraden wegen ihrer Kriegsgefangenschaft in Deutschland "zur Bewährung" wieder an die Front versetzt wurden, wurde Dewjatajew zunächst zum Strafgefangenen, dann nach in Mordowien und Tataristan bebannt. Erst nach dem Beginn der offenen Entstalinisierung 1956 unter Chruschtschow wurde er vollständig rehabilitiert.


Am 15. August 1957 wurde Dewjatajew der Titel "Held der Sowjetunion" verliehen. Er lebte weiterhin in Kasan und arbeitete als Kapitän von Passagierschiffen auf der Wolga. Dewjatajew war zweifacher Träger des Rotbannerordens und erhielt außerdem den Leninorden sowie den sowjetischen Orden des Großen Vaterländischen Krieges erster und zweiter Klasse.


Als Zeitzeuge kam Dewjatajew nach dem Zweiten Weltkrieg später oft zurück nach Peenemünde und besuchte die nun dort eingerichtete Fliegerdienststelle der NVA, wo er und seine Kameraden mit einem Gedenkstein geehrt wurden. Der Gedenkstein wird heute im Historisch-Technischen Museum Peenemünde ausgestellt.


Am 8. Februar 2025, auf den Tag genau 80 Jahre nach der erfolgreichen Flucht, gedachten das Museum, der Förderverein Peenemünde und weitere Gäste Dewjatajew und allen damaligen KZ-Häftlingen von Peenemünde. Klaus Felgentreu vom Vorstand des Fördervereins und Jürgen Peukert, der seit den 1960er Jahren als Dolmetscher für Dewjatajew eingesetzt war, erinnerten in Ansprachen an persönliche Begegnungen mit dem ehemaligen KZ-Häftling. Michail Dewjatajew ist 2002 im Alter von 85 Jahren in Kasan verstorben.


Gedenken am 8. Februar 2025 am Dewjatajew-Gedenkstein im HTM Peenemünde (Foto: HTM Peenemünde)
Gedenken am 8. Februar 2025 am Dewjatajew-Gedenkstein im HTM Peenemünde (Foto: HTM Peenemünde)


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