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Peenemünder Partyveranstalter fordert mehr Angebote für junge Urlauber

  • Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
    Förderverein Peenemünde e.V.
  • 23. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

OZ Wolgast vom 22.07.2026, S. 9:


Partyveranstalter fordert mehr Angebote für junge Urlauber


Usedom braucht junges Publikum / Immer mehr Strandfeiern mit Kopfhörer statt Lautsprechern


VON HANNES EWERT


ZINNOWITZ. Es gab Zeiten, in denen sich die Anzeigen wegen Ruhestörung und Lärmbelästigung bei Oliver Klotzin auf dem Schreibtisch stapelten und das Telefon nicht mehr stillstand. Ob aus Freest, Kröslin, Peenemünde oder anderen Nachbarorten – der Inhaber der Peenemünder Halbinsel weiß, wie empfindlich Gäste und Einheimische auf laute Musik reagieren können.


Diese Zeiten sind vorerst vorbei, denn das bekannte Meeresrausch-Festival, bei dem elektronische Musik weit über die Gemeindegrenzen hinausschallte, gibt es nicht mehr.


„Heute haben wir auf der Insel eine Mischung aus Gästen, die Ruhe und Entspannung suchen, und solchen, die Unterhaltung wollen – zum Beispiel bei Strandpartys“, sagt Klotzin. In den vergangenen 20 Jahren wurde laut Klotzin vieles darauf ausgelegt, dass sich Menschen mit einem Ruhebedürfnis hier wohlfühlen sollen. Das Resultat: Die Zielgruppe der jungen Leute reist nicht mehr so häufig auf die Insel.


Der Peenemünder ergriff deshalb selbst die Initiative und baute die „Walfischbar“ auf der Spitze der Halbinsel. Er investierte in dicke Spezialsteine, damit der Schall nicht so stark nach außen dringt. Das Konzept geht auf, denn er veranstaltet dort regelmäßig Events. „Um 22 Uhr ist im Außenbereich Schluss, um null Uhr auch im Innenbereich“, erklärt er. Ärger mit lauter Musik gibt es heute kaum noch bei ihm.


Laut Klotzin befindet sich die Insel Usedom jedoch gerade im Wandel. „Es gibt Unternehmer, die viel Mut beweisen, Geld investieren und mit attraktiven musikalischen Angeboten wieder junge Leute auf die Insel locken“, sagt er. Der Peenemünder hofft, dass dadurch auch ein junges Publikum angelockt wird, denn die Insel braucht „die Gäste von morgen“.


Seine Hoffnung: Irgendwann kann wieder ein Musik-Festival stattfinden. Und das Ausgehverhalten sollte sich ändern. „Wir fangen früher an und Mitternacht ist Schluss. Wenn die Partys bis tief in die Nacht andauern, kann dies auch Lärm bei Anwohnern verursachen.“


„In der Hochsaison ist die Insel so jung wie das gesamte Jahr nicht“, sagt Stefanie Pflock von der Kurverwaltung Trassenheide. Das Durchschnittsalter eines Gastes liegt im langjährigen Mittel bei 56 Jahren. „In der Hochsaison sind wir durch die vielen Familien bei rund 40 Jahren. Dementsprechend passen wir unsere Events an die Altersstruktur an“, erklärt sie.


Eine Möglichkeit, junge Leute auf die Insel zu locken und entspannt zu feiern, sind sogenannte „Silent-Partys“. Zu den Vorreitern dieser Partys gehören laut Heringsdorfs Kurdirektor Thomas Heilmann die Kaiserbäder. „Wenn die Musik über Kopfhörer gehört wird, soll vor allem die Umgebung geschont werden“, sagt er.

Kürzlich fand eine dieser Partys am Eventstrand in Heringsdorf statt. In der Umgebung befinden sich Reha-Kliniken, Hotels, Ferienwohnungen und andere touristische Unterkünfte. Mit diesen Partys will der Eigenbetrieb vor allem junge Leute ansprechen.


„Das Konzept wird gut angenommen“, sagt Heilmann. Die Silent Disco gibt es seit 2022. Das Prinzip ist immer ähnlich: Mehrere DJs legen auf und begeistern ihr Publikum parallel mit unterschiedlichen wählbaren Musikstilen über Kopfhörer. Von Partymusik, Schlager und Charts über Musik aus den 90er Jahren, Elektro, Rock und Hip-Hop bis zu alternativer Musik ist meist für jeden Geschmack etwas dabei.


Silent-Partys haben vor allem den Hintergrund, dass die Lautstärke so reguliert werden soll. Gerade auf Usedom, wo sich viele Tanzflächen in hochsensiblen touristischen Bereichen befinden, ist der Lärmschutz besonders wichtig. „Beschwerden über laute Musik gibt es immer mal wieder“, sagt Carsten Nichelmann, Leiter des Eigenbetriebs in Zinnowitz.


Aber, so erklärt der Eigenbetriebsleiter, es gibt zehn „Störereignisse“, die man im Jahr anmelden kann, die über 22 Uhr hinausgehen. Dazu zählen unter anderem der Jahreswechsel, das Sommerfest oder auch die Sonnenwendfeier der Freiwilligen Feuerwehr. Dann darf auch noch nach 0 Uhr getanzt werden.


Die Regularien, wie lange Musik gespielt werden darf, werden von den Behörden vorgegeben und kontrolliert. „Wir hatten mal eine Strandparty, die eigentlich bis 22 Uhr beendet sein sollte. Der DJ hat noch den letzten Titel zu Ende gespielt und wir waren wenige Minuten nach der vereinbarten Zeit fertig“, berichtet der Zinnowitzer Hotel-Baltic-Chef Tim Dornbusch. Wenige Augenblicke später stand das Ordnungsamt vor der Tür.



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OZ+ vom 22.07.2026:


Zwischen Strandruhe und Partywunsch


Debatte um Nachtruhe ab 22 Uhr auf Usedom: Partyveranstalter fordert mehr Angebote für junge Gäste


Auf Usedom ist der Spagat zwischen Ruhe und Entspannung einerseits sowie einem attraktiven Nachtleben für junge Leute andererseits eine Herausforderung. Wenn die Musik zu laut wird, gibt es schnell Anrufe und Beschwerden von anderen Urlaubern. Die Veranstalter setzen deshalb auf eine Alternative: Silent-Partys am Strand und auf Seebrücken.

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