Pressemeldungen zur Überführung des Museumsschiffes "Hans Beimler" von Peenemünde nach Wolgast am 25.11.2025
- Förderverein Peenemünde e.V.

- 30. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
OZ vom 27.11.2025 (Wolgast-Ausgabe), S. 11:
NVA-Raketenschiff wird in Werft gebracht
Die „Hans Beimler“ ist ein Museumsschiff in Peenemünde / Überführung nach Wolgast / Dringende Reinigung nötig
VON HENRIK NITZSCHE
PEENEMÜNDE. Nach jahrelangem Warten und viel bürokratischem Aufwand hat die Rettungsmission für das Museumsschiff „Hans Beimler“ endlich begonnen. Am Dienstagmorgen (25. November) gegen 9 Uhr liefen zwei Schlepper im Peenemünder Hafen ein, um das graue Raketenschiff, das 1990 außer Dienst gestellt wurde, sicher in die Wolgaster Peene-Werft zu bringen.
Um 10 Uhr setzte sich das manövrierunfähige Schiff mit acht Vereinsmitgliedern an Bord auf den Weg über die Peene in Richtung Wolgast in Bewegung.
„Wir sind ohne Probleme aus dem Hafen gekommen“, berichtet Lutz Hübner, Schatzmeister
des Fördervereins Peenemünde. „Aus Sicherheitsgründen hatten wir an Deck alle Luken geöffnet.“
Für die Ehrenamtlichen ist es ein besonderes Gefühl: „Es ist beeindruckend, auf einem Schiff zu fahren, das mehr als drei Jahrzehnte still im Wasser lag“, so Hübner. Bevor das Schiff überhaupt den Hafen verlassen konnte, mussten einige bürokratische Hürden überwunden werden. Der Rumpf der „Hans Beimler“ gilt nach wie vor als Waffe. Deshalb brauchte es eine Genehmigung nach dem Gesetz über die Kontrolle von Kriegswaffen.
Wochenlang telefonierten und schrieben das Historisch-Technische Museum (HTM) und Verein – erst als das Bundesministerium grünes Licht gab, konnte die Rettungsfahrt starten.

Um 12.45 Uhr passierte die „Hans Beimler“ die Peenebrücke in Wolgast, wo das Team der Werft bereits wartete. In den kommenden vier Wochen wird das Unterwasserschiff im Dock gründlich gereinigt, konserviert und neu gestrichen.
Danach soll die „Hans Beimler“ wieder nach Peenemünde zurückkehren. Die Aktion kostet rund 55.000 Euro und ist eine gemeinsame Leistung von HTM, Förderverein und Spendern.
Die „Hans Beimler“ ist das letzte erhaltene NVA-Schiff der Tarantul-Klasse – ein technisches Relikt, dessen Crew einst 38 Mann Dienst zählte.
An Bord befanden sich vier Seezielraketen sowie weitere Waffen: unter anderem 3000 Patronen für die sechsrohrigen Heckgeschütze, ein Buggeschütz, 15 Maschinenpistolen und sechs Pistolen.
Rund 18.000 Besucher wurden im vergangenen Jahr auf dem Museumsschiff gezählt.

_____________________________________________
OZ+ vom 25.11.2025:
Vom Museum zur Werft und zurück
Rettung für NVA-Raketenschiff: „Hans Beimler“ verlässt Peenemünde nach 35 Jahren

Die „Hans Beimler“ ist wieder unterwegs: Nach Jahrzehnten im Peenemünder Hafen wurde das letzte NVA-Raketenschiff der Tarantul-Klasse in die Wolgaster Werft gebracht. Dort erhält der Koloss dringend benötigte Pflege am Unterwasserschiff.
Quelle:
_____________________________________________
Nordkurier.de vom 27.11.2025:
Schiff verschwunden: Was ist wirklich mit dem DDR-Relikt geschehen?
Es ist ein beliebter Touristenmagnet und prägt das Hafenbecken von Peenemünde. Doch nun ist das Schiff plötzlich verschwunden.
Von: Eike Moldenhauer
Ein rätselhaftes Verschwinden am Hafen von Peenemünde sorgt derzeit für Aufsehen und Spekulationen. Das berühmte Museumsschiff „Hans Beimler“ ist nicht mehr an seinem gewohnten Platz zu finden. Dabei handelt es sich um ein einzigartiges Relikt aus der DDR-Zeit, das unzählige Besucher anzieht. Doch was ist wirklich mit diesem geschichtsträchtigen Schiff geschehen?
Die Aufnahmen unseres Reporters oben im Video zeigen es.
Quelle:
_____________________________________________
NDR.de vom 26.11.2025:
Ehemaliges Raketenschiff aus Peenemünde wird repariert

Zwei Schlepper haben das Museumsschiff "Hans Beimler" am Dienstag zur Peenewerft in Wolgast gebracht. Dort ist es aus dem Wasser gehoben worden, damit das Unterschiff neu angestrichen und konserviert werden kann. Derzeit kümmert sich der Förderverein Peenemünde für das Historisch-Technische Museum um die Instandhaltung. Die Kosten für die Reparatur schätzt der Verein auf etwa 55.000 Euro. Diese will er nun aus den Ticketerlösen für das Schiff bezahlen. Denn allein im Jahr 2024 besuchten rund 18.000 Menschen die "Hans Beimler", sagte ein Sprecher dem NDR. Dennoch hoffen die Vereinsmitglieder zusätzlich auf Sponsoren und staatliche Zuschüsse.
Das ehemalige Raketenboot ist das letzte Exemplar seiner Art
Die "Hans Beimler" ist eines von fünf Raketenschiffen der sogenannten Tarantul-Klasse. Diese wurden in den 1980er Jahren für die Volksmarine gebaut. Laut Lutz Hübner, Mitglied im Förderverein Peenemünde, war sie damals eines der modernsten Boote in der Volksmarine, unter anderem ausgestattet mit einem Bordcomputer. Die vier anderen Schiffe der Tarantul-Klasse aus DDR-Beständen wurden mittlerweile verschrottet. Der Förderverein will das Schiff auch in Zukunft - gemeinsam mit dem Historisch-Technischen Museum Peenemünde - erhalten. Ziel sei es, so für Besucher die Geschichte der "Hans Beimler" erlebbar zu machen.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Radio MV | Regionalnachrichten aus Greifswald | 26.11.2025 | 18:30 Uhr
Quelle:
_____________________________________________
Nordkurier Vorpommern Kurier (Anklam) vom 29.11.2025, S. 20:
Museumsschiff liegt jetzt in der Peene-Werft
Von Eike Moldenhauer
Es ist ein beliebter Touristenmagnet und prägt das Hafenbecken von Peenemünde. Doch nun ist das Schiff plötzlich verschwunden.
PEENEMÜNDE - Ein rätselhaftes Verschwinden am Hafen von Peenemünde sorgt derzeit für Aufsehen und Spekulationen. Das berühmte Museumsschiff „Hans Beimler“ ist nicht mehr an seinem gewohnten Platz zu finden. Dabei handelt es sich um ein einzigartiges Relikt aus der DDR-Zeit, das unzählige Besucher anzieht. Doch was ist wirklich mit diesem geschichtsträchtigen Schiff geschehen?

Der Grund für das Verschwinden des beeindruckenden Raketenschiffs ist vergleichsweise profan: Das Unterschiff der „Hans Beimler“ muss neu gestrichen und konserviert werden. Um diese Maßnahmen durchzuführen, wurde das Schiff von zwei Schleppern zur Peene-Werft in Wolgast gebracht. Dort wurde es aus dem Wasser gehoben, um die notwendigen Arbeiten sicher durchführen zu können.
Die Kosten für diese dringend benötigte Reparatur belaufen sich laut Schätzungen des Fördervereins Peenemünde auf etwa 55.000 Euro. Der Verein plant, die Summe aus den Ticketerlösen des Schiffes zu finanzieren. Im Jahr 2024 alleine besuchten rund 18.000 Menschen die „Hans Beimler“, wie ein Sprecher dem NDR mitteilte. Doch die Vereinsmitglieder setzen neben den Einnahmen aus den Ticketverkäufen auch auf Sponsoren und staatliche Zuschüsse, um das Projekt stemmen zu können.
Die „Hans Beimler“ ist ein bemerkenswertes Überbleibsel aus der Ära der DDR. Als eines von fünf Raketenschiffen der sogenannten Tarantul-Klasse, die in den 1980er Jahren für die Volksmarine gebaut wurden, ist es heute das letzte noch existierende Exemplar. Zu ihrer Blütezeit gehörte die „Hans Beimler“ zu den modernsten Booten der Volksmarine, ausgestattet mit fortschrittlicher Technologie, darunter ein Bordcomputer, der seinerzeit als revolutionär galt.
Der Förderverein Peenemünde setzt alles daran, dieses Zeugnis einstiger Marineinnovation zu bewahren. Gemeinsam mit dem Historisch-Technischen Museum Peenemünde will der Verein sicherstellen, dass die „Hans Beimler“ auch künftig für Besucher zugänglich bleibt. Es geht darum, die Geschichte
dieses besonderen Schiffes lebendig zu halten und erlebbar zu machen. Trotz der aktuellen Herausforderungen ist das Ziel klar: Die „Hans Beimler“ soll weiterhin ein faszinierender Bestandteil der maritimen Geschichte bleiben.
























Kommentare