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Ruth Kraft – Ehrenmitglied des Fördervereins Peenemünde am 8. Juli 2015 verstorben

  • Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
    Förderverein Peenemünde e.V.
  • 9. Juli 2015
  • 2 Min. Lesezeit

Am 11. April 2007 überreichte Volkmar Schmidt, Vereinsvorsitzender, an die Schriftstellerin und Vereinsmitglied, Ruth Kraft – Bussenius die Urkunde als „Ehrenmitglied im Förderverein Peenemünde“.

Kurz vorher hatte sie ihren literarischen Nachlass dem Deutschen Bundesarchiv übergeben.

 


Ruth Kraft wurde am 03. Februar 1920 in Schildau, Kreis Torgau, geboren. Nach dem Besuch des Katherina-von-Bora-Lyzeums in Torgau schloss sie erfolgreich eine kaufmännische Lehre ab und arbeitete anschließend als Buchhalterin. 1940 wurde sie dienstverpflichtet und nach Peenemünde als technische Rechnerin in die Aerodynamische Abteilung versetzt. Sie wurde ein „Rechenmädchen für den Windkanal“. 1943 wechselte Ruth Kraft von der Technik in den sozialen Bereich und wurde Zivilangestellte des Wehrkreiskommandos Stettin. Nach dem Bombenangriff auf Peenemünde, am 18. August 1943, fuhr sie sofort hierher, um helfen zu können. Mit dem Vorrücken der Ostfront auf Stettin wurde auch sie weiter in den Westen Deutschlands verlegt. Sie landete schließlich im Mai 1945 in Rendsburg. Im Juni wagte sie ihre Rückkehr ins Elternhaus nach Schildau und setzte hier ihre in Peenemünde begonnenen Schreibversuche fort. In Leipzig fand sie bald Anschluss an einen Autorenkreis. 1946 wurde sie dann Mitarbeiterin des Jugendfunks beim Sender Leipzig des Mitteldeutschen Rundfunks. Hier bekam sie  ihre ersten literarischen Aufträge. Von 1946 – 1953 erschienen von ihr eine Reihe von Kinderbüchern.



Aus Ruth Krafts umfassendem Werk von Romanen, Kinder- und Jugendbüchern, Drehbüchern und Hörspielen ragt besonders ihr Roman  „Insel ohne Leuchtfeuer“ hervor. In ihm verarbeitet sie ihre Peenemünder Zeit. Vor über 50 Jahren erschien der weit über die Grenzen Deutschlands bekannte Roman. Er hat auch heute auf Grund seines historischen Hintergrundes nicht an Bedeutung verloren. 1959 stellte sie ihren Roman erstmals auf der Leipziger Herbstmesse vor. Er fand bei den Lesern ein großes Echo.


Ruth Kraft war seit 01. November 2000 Mitglied unseres Vereins und lebte bis zu ihrem Tod am 08. Juli in einer Seniorenresidenz in Berlin.


Bei der Übergabe ihres literarischen Nachlasses an das Deutsche Bundesarchiv sagte sie: „Diese Zeugnisse sollen einmal jungen Menschen erzählen, wie wir damals gelebt haben“.


Für uns Mitglieder des Fördervereins war es immer eine große Freude und Ehre, wenn wir Ruth Kraft zu unserem Peenemünder Treffen begrüßen konnten. Sie hat großen Anteil an der Erforschung und Darstellung der Peenemünder Geschichte. In ihrem letzten Buch „Leben von der Pike auf“ (ISBN 3-928787-18-7) schildert sie sehr eindrucksvoll ihr Leben.

 

Ihr Andenken werden wir für immer bewahren.

 

Klaus Felgentreu

2. Vorsitzender Förderverein Peenemünde e. V.

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