top of page

Geplante Machbarkeitsstudie zur Standortentwicklung in Peenemünde doch nicht vom Tisch? Stellenangebot macht Bürgermeister Mario Szostak misstrauisch

Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
Förderverein Peenemünde e.V.
14. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Aug.

Ostseezeitung (Usedom-Ausgabe) vom 14.08.2026, S. 9:


Flugplatz: Neue Stelle sorgt für Misstrauen in Peenemünde


Kreis schreibt Stelle für Regionalmanagement aus / Grundlage soll Machbarkeitsstudie sein / Bürgermeister fühlt sich hintergangen


VON HENRIK NITZSCHE


PEENEMÜNDE. Die Debatte um die Zukunft des Flugplatzes Peenemünde flammt wieder auf. Nachdem der Landkreis die umstrittene Machbarkeitsstudie für ein mögliches Forschungs- und Erprobungszentrum für Luft- und Raumfahrt im Mai gestoppt hat, sorgt nun eine Stellenausschreibung für neue Unruhe.


Gesucht wird ein Regionalmanager beziehungsweise eine Regionalmanagerin für die „Standortentwicklung Peenemünde“. Die Stelle ist bis April 2029 befristet. In der Ausschreibung heißt es unter anderem, dass die infrastrukturellen Maßnahmen auf Grundlage der Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgeschlagen werden.

 

Für Peenemündes amtierenden Bürgermeister Mario Szostak (Wählergemeinschaft Peenemünde/WGP) ist das ein Widerspruch. „Wir sind enttäuscht, dass trotz gegenteiliger Aussagen des Landrats weiter gegen den Willen der Gemeinde an der Machbarkeitsstudie gearbeitet wird“, sagt Szostak.

 

Der Landkreis weist diesen Zusammenhang zurück. Kreissprecher Florian Stahlkopf betont, die Stellenausschreibung sei ein von der ursprünglich geplanten und inzwischen zurückgezogenen Machbarkeitsstudie unabhängiger Vorgang. Die Studie werde nicht weiterverfolgt. Szostak sieht das anders. „Wir fühlen uns belogen.“ Für ihn seien das Hinweise darauf, dass Ergebnisse der Machbarkeitsstudie offenbar doch eine Rolle spielen.

 

Die Machbarkeitsstudie hatte im Frühjahr für erheblichen Aufruhr gesorgt. Untersucht werden sollte, ob auf dem ehemaligen Flugplatz ein Forschungs-, Entwicklungs- und Erprobungszentrum für Luft- und Raumfahrttechnologien entstehen könnte. Im Raum standen unter anderem Testflüge mit unbemannten und hochautonomen Systemen, maritime Erprobungsflächen sowie Forschungs- und Start-up-Infrastruktur. Dass Luft- und Raumfahrt auf dem Flugplatz bereits eine Rolle spielen, zeigt ein Projekt der Bundeswehr. Gemeinsam mit dem Bremer Unternehmen „Polaris Raumflugzeuge“ werden dort unbemannte Raumflugzeug-Demonstratoren getestet.

 

Für die Gemeinde stellte sich deshalb die Frage, welche Folgen eine weitere Entwicklung in diese Richtung für Peenemünde hätte. Kritiker befürchteten zusätzliche Lärmbelastungen, Sperrgebiete und Konflikte mit dem Natur- und Umweltschutz. Zugleich verfolgt der Ort eine touristische Entwicklung. Am Hafen soll ein „Haus des Gastes“ entstehen, ab 2027 soll eine Kurkarte eingeführt werden. Die Befürchtung: Ein Standort für Luft- und Raumfahrttests könnte mit dem angestrebten „sanften Tourismus“ kollidieren.

 

Der Streit eskalierte schließlich so weit, dass Bürgermeister Ralf Turowski (Wählergemeinschaft Peenemünde/WGP) seinen Rücktritt erklärte. Er räumte schwere Fehler im Umgang mit der Machbarkeitsstudie ein. Nun steht die Frage im Raum, was die neue Regionalmanagement-Stelle mit der weiteren Entwicklung des Flugplatzes zu tun hat.

 

„Grundlage soll das ‚Regionale Entwicklungskonzept der Gemeinde Peenemünde 2020‘ sein“, so Stahlkopf. Dieses soll fortgeschrieben und an aktuelle gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen angepasst werden. Der Regionalmanager soll Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Bürger miteinander vernetzen, gemeinsame Projekte anstoßen und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken. Auch Tourismus und Daseinsvorsorge gehören zu den Aufgaben. „Wir wollen den Standort durch die Ansiedlung neuer Unternehmen stärken“, sagt der Kreissprecher.

 

Wegen des zunehmenden Interesses am Standort und der komplexen Gemengelage aus Historie, Naturraum, Infrastruktur und bestehenden Nutzungen habe die Landesregierung selbst das Regionalmanagement für Peenemünde vorgeschlagen, heißt es vom Kreis. Szostak bleibt dennoch skeptisch. Der Bebauungsplan für den Flugplatz sei aus seiner Sicht nicht auf eine militärische Nutzung ausgelegt. „Solarstrom und Stromspeicherung sind die Themen“, sagt der Bürgermeister.



Ostseezeitung (Usedom-Ausgabe) vom 14.08.2026, S. 9


______________________________________________________________________________________


OZ+ vom 14.08.2026, 04:29 Uhr:


„Fühlen uns belogen“

Raumfahrt in Peenemünde doch nicht vom Tisch? Stellenangebot macht Bürgermeister misstrauisch


Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hatte die umstrittene Studie für Raumfahrtpläne in Peenemünde gestoppt. Eine neue Stellenausschreibung lässt Bürgermeister Mario Szostak nun daran zweifeln, dass das Vorhaben tatsächlich verworfen wurde.


Von Henrik Nitzsche


Peenemünde. Die Debatte um die Zukunft des Flugplatzes Peenemünde flammt wieder auf. Nachdem der Landkreis die umstrittene Machbarkeitsstudie für ein mögliches Forschungs- und Erprobungszentrum für Luft- und Raumfahrt im Mai gestoppt hat, sorgt nun eine Stellenausschreibung für neue Unruhe.


Gesucht wird ein Regionalmanager beziehungsweise eine Regionalmanagerin für die „Standortentwicklung Peenemünde“. Die Stelle ist bis April 2029 befristet.


Grundlage ist Machbarkeitsstudie


In der Ausschreibung heißt es unter anderem, dass die infrastrukturellen Maßnahmen auf Grundlage der Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie vorgeschlagen werden.

(...)


Quelle:


Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page