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Peenemünder Treffen und Jahreshauptversammlung 2012

Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
Förderverein Peenemünde e.V.
30. Sept. 2012
5 Min. Lesezeit

Unser jährliches Traditionstreffen mit Jahreshauptversammlung fand vom 27. bis 30. September 2012 in Zinnowitz (Hotel Baltic) und in Peenemünde statt.


Die Exkursion am Freitag führte uns diesmal in die neue historische Ausstellung „Hangar 10“ am Flughafen Heringsdorf. Flugfähige historische Flugzeuge aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, so z.B. eine Messerschmitt Bf-109 G-14, die amerikanische Boeing „Staermann“ A 75N und eine Mustang P-51 TF und viele andere Flugzeuge sind hier ausgestellt. Diese Flugzeuge und die Halle sind echte Hingucker, wie überhaupt die gesamte Ausstellung. Bei einer fachkundigen Führung  konnten viele Fragen beantwortet werden. Im dazu gehörigen Restaurant wurde dann Mittag gegessen.


North American Mustang P-51D/TF »Little Ite« - "D-FUNN" im “Hangar 10” (Foto: L. Hübner)


Abgerundet wurde der Tag durch einen sehr interessanten und informativen Vortrag von Lutz Hübner unter dem Motto: „Betriebsbesichtigung in der Heeresversuchsanstalt".


Unser Erinnerungsfoto haben wir wieder vor der A 4 im HTM geschossen. Anschließend lud Dieter Frenzel zu einer Führung durch die neue Ausstellung über die Geschichte des Kraftwerkes Peenemünde ein.


Vereinsmitglieder vor dem Modell der A4 im HTM (Foto: D. Frenzel)


Besichtigung der neuen Kraftwerksaustellung im HTM Peenemünde (Foto: D. Frenzel)


Im Müggenhof wartete Joachim Saathoff mit einer Überraschung auf uns. Es gab selbstgebackenen Kuchen und Kaffee. Gleichzeitig konnte man sich über den Stand der Arbeiten seines Vorhabens informieren. Natürlich war eine Fahrt zum P VII eingeplant. Ein gemeinsamer Abend mit vielen interessanten Gesprächen und schmackhaftem Buffet haben diesen Tag abgeschlossen.


Herzlich begrüßte Gäste unseres Traditionstreffens waren wieder die Brüder John und William Pavelin.

Grüße übermittelten Frau Ruth Kraft und Herr Heinz Grösser. Vielen Dank dafür!

 

Zu Beginn unserer Versammlung gedachten die Teilnehmer der Verstorbenen Ernst Kütbach und Ursula Oehmke. Beide waren langjährige Mitglieder unseres Vereins. Wir werden sie in guter Erinnerung behalten.

 

Auf der Jahreshauptversammlung am Sonntag erstattete Volkmar Schmidt den Bericht des Vorstandes, Lutz Hübner den Finanzbericht und für die Revisionskommission Dieter Frenzel.

 

Was waren nun die wesentlichen Probleme des Treffens und der Jahreshauptversammlung?

 

Ein Jahr mit zwei wichtigen Jubiläen, dem 100.Geburtstag Wernher von Braun und der 70. Jahrestag des Starts einer A4 in den Weltraum, neigt sich dem Ende. Auch wir haben uns die Frage gestellt. Was hat es gebracht?


  1. Durch die Landesregierung wurden keine Veranstaltungen geplant und durchgeführt. Stattdessen wurde vom 20. bis 23. September eine Fachtagung zur neuen Museumskonzeption im HTM durchgeführt. Schon der erste Vortrag von Prof. Dr. Eisfeld ließ erkennen, dass sich die Ziele dieser Historiker nicht geändert haben. Immer noch geht es ihnen darum, Peenemünde als Ort der Täter und Opfer sowie der Entwicklung von Terrorwaffen zu präsentieren. Wir als Vorstand sehen weiter die Gefahr einer absoluten einseitigen Darstellung der Peenemünder Geschichte. Wenn auf dieser Veranstaltung fast nur ausnahmslos von Peenemünde – Täterort, moralische Verantwortung der Ingenieure und Wissenschaftler oder vom Mikrokosmos Volksgemeinschaft (Das ist neu!) gesprochen wird, dann können wir nur sagen, dass diese Sichtweisen zu kurz greifen. Die Bedeutung der herausragenden wissenschaftlichen und technischen Leistungen, für eine friedliche Nutzung der in Peenemünde entwickelten Technologien kommt viel zu kurz. Viele Dinge des täglichen Lebens, Kommunikations- und Wettersatelliten, der Weg zum Mond und jetzt zum Mars sind ohne das Transportmittel Rakete undenkbar. Peenemünde als Entwicklungsort der ersten Großrakete, auch als Waffe, aber gleichzeitig als Geburtsort der Raumfahrttechnik darzustellen war, ist und bleibt unser Ziel.

    Wir sind einer Meinung mit der Aussage des Kurators des HTM, Herrn Mühldorfer-Vogt: „Wir verstehen uns als modernes Museum und nicht als bevormundende Erziehungsanstalt.“


  2. Aus diesem Grund haben wir anlässlich des 100. Geburtstages von Wernher von Braun am 31. März im Haus des Gastes in Karlshagen einen Vortrag mit anschließender Diskussion organisiert. Herr Axel Kopsch vom IFR würdigte in seinem Vortrag das Lebenswerk Wernher von Brauns aus der Sicht eines Ingenieur aus der modernen Raumfahrt. Dass dieses Thema großes Interesse fand, hat der volle Saal bewiesen.


  3. Es ist doch langsam geschmacklos, wenn immer wieder versucht wird, sich auf Kosten der Peenemünder zu profilieren. Auch so ein Mythos!

    Wenn es um Gedenkstätten für Peenemünde geht, dann verweisen wir auf den Friedhof der Bombengetöteten und der Opfer der Raketenproduktion in Karlshagen. Hier ist der beste Ort der Opfer von Peenemünde zu gedenken. Außerdem gibt es im HTM einen Gedenkstein für 10 sowjetische KZ-Häftlinge, die am 08. Februar 1945 mit einer He 111 vom Flugplatz Peenemünde geflohen sind.

     

Was geschah in diesem Jahr im HTM?

 

Die umfangreiche Restaurierung an der Außenfassade und der Kranbahn wurde abgeschlossen.

 

Am 26.04.12 wurde eine Ausstellung über die Geschichte des Kraftwerkes eröffnet. Diese Ausstellung entspricht unserer Vorstellung von einer modernen Darstellung der Peenemünder Geschichte. Unsere Teilnehmer haben am Sonnabend diese Ausstellung besucht.

 

270 Seiten eines Gutachten der TU Cottbus über die weitere Nutzung der Peenemünder Denkmäler liegt nun vor. Nach deren Auffassung hat Peenemünde das Potenzial für die Aufnahme in die Liste der Weltkulturerbestätten.

 

Verhandlungen mit Huntsville haben begonnen, um die Wernher- von Braun-Ausstellung 2013 nach Peenemünde zu bekommen.

 

Zusammenarbeit mit dem IFR und anderen Vereinen

 

Der Kontakt zum Internationalen Förderkreis für Raumfahrt (IFR) wird durch unseren Vorsitzenden, Volkmar Schmidt, realisiert. Er ist dort Mitglied im Kuratorium. Zum 100. Geburtstag von Wernher von Braun fand am 21. März eine Veranstaltung im Deutschen Museum statt und am 22. März im Lehrstuhl für Luft- und Raumfahrt an der TU München.

 

Auch mit dem Förderverein Technikmuseum bestehen gute Kontakte, besonders wenn es um Stätten der Raumfahrtgeschichte und des Weltkulturerbes geht.

 

Unsere Unterstützung gilt besonders dem Museumsverein Peenemünde für den Aufbau einer Ausstellung über die Geschichte des Flugplatzes Peenemünde, sowie bei der Aufarbeitung von Exponaten.

 

Wir sind weiterhin Mitglied im Verein gegen den Deichrückbau. Uns kommt es darauf an die Denkmallandschaft, so wie sie gegenwärtig ist, zu erhalten.

 

Mitgliederbewegung

 

Unser Verein hat gegenwärtig 90 Mitglieder in der Bundesrepublik und im Ausland. Den Kontakt zu ihnen halten wir über Internet, Telefon und unserem Infoblatt.


Als Ehrenmitglieder wurden Frau Maria Klar und Herr Roland Hautefeuille ausgezeichnet.

 

Zur Vorstandstätigkeit

 

Der Vorstand arbeitet in der Zusammensetzung:

            - 1. Vorsitzender Volkmar Schmidt

            - 2. Vorsitzender Klaus Felgentreu

            - Schatzmeister Lutz Hübner

            - Mitglieder    Ulrike Chust

                                    Dieter Frenzel

                                    Joachim Saathoff

 

Der Vorstand tagt monatlich am 1. Montag des Monats.

 

Folgende Themen standen 2012 auf der Tagesordnung:

  • Aktuelle Fragen der Entwicklung bei der Erforschung und Darstellung der Peenemünder Geschichte und Schlussfolgerungen für die eigene Arbeit.

  • Arbeit mit den Finanzen.

  • Zusammenarbeit mit dem HTM und aufgeführten Vereinen.

  • Würdigung des 100. Geb. Wernher von Brauns und 70. Jahrestag eines erfolgreichen Starts einer A4.

  • Mitgliederverwaltung, Infoblatt, Vorbereitung Treffen und Jahreshauptversammlung. Für 2013 planen wir unser Treffen in der Zeit vom 26.09. bis 29.09.2013.

  • Zusammenarbeit mit der Projektgruppe der Heinrich-Heine-Schule Karlshagen zur Vorbereitung einer Briefmarkenausstellung über die Weltraumfahrt.

 

Im Infoblatt werden wir unsere Mitglieder weiterhin in bewährter Form über alle Aktivitäten unseres Vereins informieren. Wer in dieser Richtung aktiv werden möchte, sollte sich an die bekannten Adressen wenden.

 

Klaus Felgentreu

2. Vorsitzender Förderverein Peenemünde e. V:

 

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