Sauerstoffwerk Peenemünde-Dorf: Nun mehr Ferienwohnungen und weniger Mietwohnungen im Denkmal geplant
- Förderverein Peenemünde e.V.

- 8. Mai
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Aktualisiert: 11. Mai
Ostseezeitung (Usedom-Ausgabe) vom 8. Mai 2026, S. 8:
Megaprojekt in Peenemünde: Mehr Ferienwohnungen im Denkmal geplant
Projektentwickler passt Nutzungskonzept für ehemaliges Sauerstoffwerk an / Dauerhaftes Wohnen soll nur noch kleineren Teil ausmachen
VON STEFANIE PLOCH
PEENEMÜNDE. Kaum ein Gebäude im Norden Usedoms steht so sinnbildlich für die wechselvolle Geschichte des Ortes wie das ehemalige Sauerstoffwerk in Peenemünde. Einst Teil der Heeresversuchsanstalt, in der während des Zweiten Weltkriegs die Rakete A4 – besser bekannt als V2 – entwickelt wurde, verfiel die 73 Meter lange Anlage jahrzehntelang. Nun nimmt das Projekt zur Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes weiter Gestalt an. Doch bis tatsächlich gebaut wird, braucht es noch Geduld.
Der Nürnberger Projektentwickler Terraplan arbeitet weiterhin an der Umnutzung des historischen Bauwerks. Ziel bleibt eine Mischung aus Wohnen, Feriennutzung und öffentlicher Zugänglichkeit. „Das Konzept hat sich im Kern nicht verändert“, sagt Projektentwickler und kaufmännischer Leiter des Unternehmens, Jan Hannes Müller.
Allerdings wurde ein entscheidender Punkt angepasst: Der Anteil an Ferienwohnungen soll deutlich steigen. Künftig ist vorgesehen, rund 75 Prozent der Einheiten touristisch zu vermieten, während etwa ein Viertel dauerhaftes Wohnen ermöglicht. Hintergrund ist die begrenzte Nachfrage vor Ort. „Wir sehen aktuell nicht den Bedarf für über hundert dauerhafte Wohnungen in Peenemünde“, so Müller. Wenige Hundert Meter entfernt ist in dem Ort ein neues Wohngebiet entstanden, das die Nachfrage decken würde.
Dass sich das Projekt zur Sanierung so lang hinzieht, hat vor allem planerische Gründe. Für das Vorhaben sind gleich zwei Bebauungspläne notwendig – einer für das eigentliche Sauerstoffwerk im Innenbereich, ein weiterer für die geplanten Neubauten im Außenbereich. Letzterer erfordert ein umfassendes Verfahren inklusive Umweltbericht und Ausgleichsmaßnahmen. Hinzu kommen zahlreiche Gutachten. Allein die Planungsunterlagen umfassen mehrere Hundert Seiten. „Das ist keine kleine Aufgabe“, betont Müller.
Aktuell läuft die zweite Beteiligungsrunde der Träger öffentlicher Belange. Wenn alles planmäßig läuft, könnten die
Bauanträge Anfang kommenden Jahres eingereicht werden. Ein Baustart vor Herbst 2027 gilt jedoch als unwahrscheinlich. Auch technisch stellt das Gebäude die Planer vor große Herausforderungen. Die historische Substanz ist stark geschädigt, insbesondere tragende Elemente sind nicht mehr belastbar. Die Lösung für die Sanierungsprofis: ein sogenanntes Haus-im-Haus-Prinzip.
„Dabei bleibt die äußere Hülle des Denkmals erhalten, während im Inneren neue Wohnstrukturen entstehen. In den Seitenflügeln sollen moderne Module eingesetzt werden, die den heutigen Baustandards entsprechen. Die zentrale Halle hingegen bleibt weitgehend unverändert und soll künftig für Ausstellungen genutzt werden“, führt Jan Hannes Müller aus.
Gleichzeitig sollen Spuren der Geschichte sichtbar bleiben – etwa Schäden durch frühere Sprengversuche, die aufgrund des massiven Stahlbetonbaus scheiterten. „Das wurde bewusst mit der Denkmalpflege so abgestimmt.“
Bevor aber gebaut werden kann, steht eine aufwendige Schadstoffsanierung an. Rund 3000 Tonnen belastetes Material müssen entfernt werden. Allein diese Maßnahme könnte etwa eine Million Euro kosten. Insgesamt sprechen die Verantwortlichen von einer„Mammutaufgabe“.
Neben dem Sauerstoffwerk plant Terraplan auch Neubauten mit Reihen- und Mehrfamilienhäusern sowie eine Tiefgarage. Zudem soll das Gelände stärker in den Ort eingebunden werden – mit Freiflächen und öffentlichen Bereichen.
Langfristig geht es den Entwicklern um mehr als nur ein einzelnes Gebäude. „Wir versuchen, den Standort insgesamt mitzuentwickeln“, sagt Müller. Dazu zählt unter anderem die bessere touristische Erschließung der Region.

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OZ+ vom 10. Mai 2026:
Vom Nazi-Bau zum Urlauberquartier
Megaprojekt auf Usedom: Aus historischem Sauerstoffwerk sollen vor allem Ferienwohnungen werden
Jahrzehntelang verfiel das alte Sauerstoffwerk der früheren Heeresversuchsanstalt. Investoren treiben die Pläne für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes für Wohnungen, Ferienapartments und Ausstellungen voran, doch es sind noch einige Hürden zu nehmen.
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