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„Walfisch“-Bar lockt Insulaner und Urlauber nach Peenemünde

  • Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
    Förderverein Peenemünde e.V.
  • 12. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Vater und Tochter schaffen auf ihrer Halbinsel neuen Treffpunkt – mit den besten Sonnenuntergängen der Insel


VON HANNES EWERT


PEENEMÜNDE. In den frühen 1990er-Jahren war der Club „Walfisch“ in Berlin-Mitte eine angesagte Adresse für alle, die nach einer Party noch weiterfeiern wollten. In der Techno-Szene genoss der Club hohes Ansehen.


In Peenemünde lebt der Name „Walfisch” wieder auf. Es ist kein Club wie in den wilden 90er-Jahren in Berlin. Es ist eine Mischung aus Club, Bar, Treffpunkt und Erholungsort. Die Initiatoren der Bar sind Oliver Klotzin und seine Tochter Lara Graß. Beide sind Eigentümer und Geschäftsführer der Peenemünder Halbinsel. Mit der Bar wollen sie vor allem einen Anlaufpunkt für Einheimische und Urlauber schaffen. Bei ihnen stehen die Usedomer hoch im Kurs. „Schafft man einen Ort für die Insulaner, erhöht man auch die Tourismusakzeptanz auf der Insel“, so ihre Vision.


Oliver Klotzin wohnt in Peenemünde und ist dort als Gemeindevertreter aktiv. Im Herbst 2024 erfuhr er, dass die einzige verbliebene Kneipe im Ort schließen soll. Für ihn ein unhaltbarer Zustand. „Die Gemeinde, der Inselnorden und die gesamte Insel brauchen einen Ort, an dem sich Menschen treffen, an dem soziale Kontakte entstehen und an dem Gesellschaft verbunden wird“, sagt er. Das gelte nicht nur für die Menschen vor Ort, sondern auch für Urlauber.


Auf seiner rund 25 Hektar großen Halbinsel fand er einen geeigneten Platz für eine Bar. „Hier erleben die Gäste den besten Sonnenuntergang Usedoms“, sagt er stolz. Die Bar ist 200 Quadratmeter groß und verfügt über Sitzecken, eine Tanzfläche und eine Theke. Sie wurde dort gebaut, wo einst eine Bühne des Meeresrausch-Festivals war. Gesagt, getan. Innerhalb eines halben Jahres zog er die Wände hoch, richtete alles im Inneren ein und installierte sämtliche Lichtanlagen. Mit der Zeit trudelte auch die erforderliche Baugenehmigung für das Vorhaben ein.


Vor einer Herausforderung standen Oliver Klotzin und seine Tochter, die die Bar betreibt: Schallschutz. Weder Urlauber vom Campingplatz noch Anwohner aus Freest auf der anderen Seite des Peenestroms sollen durch die aufkommende Musik belästigt werden. In der Vergangenheit gab es Ärger um Lärm zur Genüge. Denn seit 2011 fand einmal im Jahr auf dem Gelände das Meeresrausch-Festival statt – zum letzten Mal 2024. Die Peenemünder sind damit auch fein, denn zuletzt war die Veranstaltung ein völlig eigener Kosmos – selbst Einheimische hatten an der Abendkasse keine Chance mehr, auf das Areal zu kommen. Und die Musik war manchmal sogar auf Rügen zu hören.


Um Diskussionen über Lärmschutzwerte zu vermeiden, verbaute Klotzin 38 Kilogramm schwere Kalksandsteine. Er erklärt, dass solche Steine auch am Berliner Flughafen BER verwendet wurden, um den Schall zu dämmen. „Wir haben alles dafür gegeben, dass die Musik außerhalb des Geländes kaum zu hören ist. Die Wände sind 55 Zentimeter dick“, sagt er. Im Außenbereich ist nun bis 22 Uhr Musik erlaubt, im Innenbereich unbegrenzt. Ende Mai wollen die Erbauer der „Walfisch“-Bar mit dem Mikrofestival „Biolumina“ den Saisonauftakt feiern. „Peenemünde wird immer mehr als Ort der Erholung wahrgenommen.


Wir haben noch viele Pläne mit der Halbinsel“, so Klotzin. Auch wenn sich sein Territorium am äußersten Zipfel der Insel befindet, hat er bei Stellenausschreibungen nie Probleme, Mitarbeiter zu finden. „Neulich hatte ich auf eine Stelle 41 Bewerbungen“, sagt er. Die Bar soll vor allem eine Nische auf Usedom bedienen. „Wir fragen uns immer, was die Insel braucht, aber in dieser Form noch nicht hat“, erklärt Lara Graß. Auch das war ein Argument für den Bau der „Walfisch“-Bar.


Gerade bei eigenen Veranstaltungen setzen die beiden auf das Prinzip „freier Eintritt“. Der Umsatz werde über den Verkauf von Getränken und Snacks zum fairen Preis generiert. „An manche Investitionen darf man nicht sofort mit dem Taschenrechner rangehen. Man muss sich fragen, wie schön das Vorhaben wird. Ich denke, wir haben hier etwas sehr Schönes für die Insel Usedom geschaffen“, sagt Oliver Klotzin. Mit einer „Open Stage“ wollen die beiden Künstlern aus der Region eine regelmäßige Plattform bieten.


Quelle:

Ostseezeitung (Usedom-Ausgabe) vom Dienstag, 12. Mai 2026, S. 9



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OZ+ vom 10.05.2026:


Treffpunkt im Inselnorden

Von Berliner Kult-Club inspiriert: Familie eröffnet neue „Walfisch“-Bar auf Usedom


In Peenemünde erlebt ein legendärer Berliner Clubname eine überraschende Wiedergeburt: Vater und Tochter schaffen auf ihrer Halbinsel einen neuen Treffpunkt für Einheimische und Urlauber – mit dicken Wänden, großen Plänen und den besten Sonnenuntergängen der Insel.

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