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Wählergruppe „Peenemünde aktiv“ kündigt Widerstand gegen Raumfahrtpläne an

  • Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
    Förderverein Peenemünde e.V.
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Aktualisiert: vor 2 Tagen

Ostseezeitung (Usedom-Ausgabe) vom Montag, 18. Mai 2026, S. 9:


Widerstand gegen Raumfahrtpläne in Peenemünde

„Peenemünde aktiv“ kritisiert Machbarkeitsstudie zu Forschungs- und Erprobungszentrum als Geldverschwendung


VON HENRIK NITZSCHE


PEENEMÜNDE. Der Widerstand gegen die Raumfahrtpläne auf dem Flugplatz Peenemünde wächst. Nach der kontroversen Debatte um eine Machbarkeitsstudie für ein hochmodernes Forschungs-, Entwicklungs- und Erprobungszentrum für Luft- und Raumfahrttechnologien meldet sich nun die „Peenemünde aktiv Wählergruppe“ zu Wort.


Deren Fraktionsvorsitzender Detlev Löll wirft den Initiatoren vor, dass das gewünschte Ergebnis der Studie längst fest stehe. „Die Studie ist grundsätzlich überflüssig“, schreibt Löll. Aus seiner Sicht scheitere das Vorhaben bereits an praktischen Voraussetzungen. So gebe es in Peenemünde kein frei verfügbares Wassergrundstück, das sich unter Geheimschutz für Tests mit Unterwasserdrohnen nutzen ließe. „Man müsste also enteignen und einen der Häfen sperren“, so Löll. Nach eigenen Angaben habe ein Startup aus dem Bereich Unterwasserdrohnen bereits versucht, sein Grundstück am Hafen für „eine sehr hohe Summe“ zu erwerben. Löll ist Bootsbauer, Schiffsgutachter sowie Inhaber und Geschäftsführer eines Ingenieurbüros in Peenemünde.


Besonders kritisch sieht die Wählergruppe mögliche Lärmbelastungen. Erst vor drei Jahren habe die Gemeinde den Betrieb der Motorradrennstrecke auf dem Flugplatz wegen einer Belastung von 95 Dezibel untersagt. Nun seien laut Studie Triebwerkstests mit mehr als 120 Dezibel im Gespräch. „Das liegt über der Schmerzgrenze und kann dauerhafte Gehörschäden verursachen“, argumentiert Löll.


Die Pläne würden nicht zur Entwicklung des Ortes passen. „Peenemünde hat sich zu einem Ort des sanften Tourismus entwickelt. Da passt ein 1936 (2.0) Militärforschungsstandort nicht hinein“, schreibt der Fraktionschef mit Verweis auf die Vergangenheit des Ortes. Im Zweiten Weltkrieg war die Heeresversuchsanstalt Peenemünde das wichtigste deutsche Entwicklungszentrum für Raketenwaffen.


Kritik übt Löll auch am Verfahren selbst. „Gegen eine ergebnisoffene Studie unter zwingender Beteiligung der Bewohner, der Gewerbetreibenden und der Gemeindevertretung habe ich nichts, außer dass auch diese eine Geldverschwendung wäre.“ Die Mehrheit der Gemeindevertretung hatte die Studie zuletzt abgelehnt. Finanziert werden soll sie von Land und Landkreis. Dort verweist man darauf, dass mögliche Konflikte und Chancen zunächst geprüft werden müssten. Für Löll steht fest: „Wenn Land und Kreis über die Köpfe der Bewohner hinweg einen solchen Standort errichten wollen, wird es wohl erheblichen Widerstand geben.“


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OZ+ vom 18. Mai 2026:


„Lärmbelastung über der Schmerzgrenze“

Peenemünder Wählergruppe kündigt Widerstand gegen Raumfahrtpläne an


Die Pläne für ein Forschungs- und Erprobungszentrum auf dem Flugplatz Peenemünde sorgen weiter für Streit. Nun meldet sich die „Peenemünde aktiv Wählergruppe“ mit deutlicher Kritik zu Wort: „Man müsste enteignen und einen der Häfen sperren.“

(...)


Quelle:



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