Jahreshauptversammlung und Peenemünder Treffen 2015
- Förderverein Peenemünde e.V.

- 28. Sept. 2015
- 5 Min. Lesezeit
Unser traditionelles Treffen mit Jahreshauptversammlung haben wir vom 25. September 2015 bis 27 September 2015 im Hotel Baltic in Zinnowitz und in Peenemünde durchgeführt.
Herzlich begrüßte Gäste waren wieder unsere englischen Freunde, die Brüder John und William Pavelin. Dieses Mal war ein Jubilar dabei. William erhielt von uns die herzlichsten Glückwünsche zu seinem 78. Geburtstag.
Nach dem obligatorischen Foto an der A4 hatten wir die Absicht mit dem neuen Fahrstuhl uns Peenemünde und Umgebung von oben anzusehen. Leider hat uns ein technischer Defekt an dem Lift ausgebremst. Unentwegte wagten aber den Weg über die lange Treppe nach oben. Am Sonnabend war der Fahrstuhl wieder fahrbereit, so dass auch die anderen Teilnehmer sich den Blick vom Kraftwerk leisten konnten.

Der Besuch im Müggenhof war wieder gut vorbereitet. Von dort wurden Fahrten zu den Prüfständen unternommen. Bei Kaffee und Kuchen konnten wir uns stärken. Vielen Dank an die Mitglieder des Museumsvereins dafür.

Besuch P VII – Mitglieder und Freunde des Vereins an der Abschussstelle der A-4 (Foto L. Hübner)
Die 3. Vortragsreihe im Haus des Gastes in Karlshagen bot interessante Informationen und Einblicke über Peenemündes Erbe in der Welt bis zu aktuellen Fragen der Raumfahrt. Allen Vortragenden sei dafür Dank gesagt.
Zur Jahreshauptversammlung
26 Gäste und Mitglieder haben daran teilgenommen.
Im Bericht und in den Diskussionen wurde festgestellt, dass nach wie vor die Peenemünder Geschichte mit unterschiedlichen Sichtweisen gesehen wird. Leider gibt es immer noch Beispiele (Presse, Foren usw.), in denen die negativen Aspekte der Raketenentwicklung (A4/V2) überwiegen. Wir haben den Eindruck, dass es nicht gewollt ist die revolutionäre Entwicklung der Anfänge der Raketentechnik zu würdigen.
Warum sonst wurde ein wissenschaftlicher Beirat für das HTM vom Land ins Leben gerufen?!
Seine Mitglieder sind sicher hoch dotierte Museumsfachleute, zumindest politisch gesehen, aber weit weg von der Peenemünder Geschichte. Es ist ja nun eine Tatsache, dass hier die erste funktionsfähige Großrakete entwickelt wurde. Leider, und das bedauern wir, als Waffe und auch mit Hilfe von KZ-Häftlingen. Es wäre deshalb wünschenswert gewesen, wenn in dieses Gremium auch Raketentechniker und Raumfahrtspezialisten berufen worden wären.
Außerdem wurde unser Verein, der viel getan hat für die Entwicklung des Museums, nicht mit einbezogen. Laut Presse (OZ vom Mai 2015) hat der Beirat bereits erste Ideen für eine neue Dauerausstellung, sowie die Nutzung der Freiflächen diskutiert und formuliert.
Eigentlich sollten Arbeitsgruppen gebildet werden, von denen wir nichts wissen. Mit dieser Handlungsweise sind wir nicht einverstanden!
Im Auftrag der Vereinsmitglieder hat sich der Vorstand in einem Brief an den Ministerpräsidenten von MV, Herrn Sellering gewandt und sein Befremden über diese Handlungsweise zum Ausdruck gebracht. Wir denken, dass eine Mitarbeit unseres Vereins bei der weiteren Gestaltung der Ausstellung im HTM mehr als gerechtfertigt ist. Wir sind gespannt auf die Reaktion von höchster Stelle.
Weiter wurde festgestellt, dass der Prüfstand VII in einem traurigen Zustand ist. Diesen historischen Ort besuchen jedes Jahr Menschen, die an den Anfängen der Geschichte der Raumfahrt interessiert sind. Darunter sind Astronauten, Kosmonauten Wissenschaftler, Ingenieure und Raumfahrtexperten aus der ganzen Welt. Für sie ist der Besuch dieser Stätte, an der der erste Schuss in den Weltraum erfolgte, wichtig und eine Selbstverständlichkeit.
Man schämt sich gegenüber den Gästen, besonders den ausländischen, wie dieser wichtige Ort aussieht. Es ist eine Schande und tut der Darstellung der Peenemünder Geschichte nicht gut. Wohlgemerkt, es geht uns nicht um den Wiederaufbau des Prüfstand VII, sondern um eine vernünftige Präsentation der baulichen Reste dieses wichtigen historischen Geländes.
Es ist an der Zeit, dass auch hier das Land wirksam wird. Vielleicht fängt der Wissenschaftliche Beirat hier an!
Zum HTM
Zur Zeit hat sich an der Dauerausstellung nichts geändert. Der neue Fahrstuhl zum Dach des Kraftwerkes soll zur Belebung des Besuches im HTM beitragen. Von oben sieht man viel Natur, aber keine Reste der Peenemünder Anlagen. Die Besucher haben Schwierigkeiten, die Größe der Peenemünder Anlagen zu erfassen.
Gut angenommen wurde die Sonderausstellung über Kummersdorf. An der guten Qualität hat der Kurator Dr. Aumann in Zusammenarbeit mit dem Kummersdorfer Verein großen Anteil. Die Ausstellung ist übersichtlich und sehr informativ.
Mit unserer Unterstützung wurden die Mikrofilme über Daten der HVA digitalisiert und sind nun für Interessenten verfügbar.
In Vorbereitung der gemeinsamen Briefmarkenausstellung zur Entwicklung der Raumfahrt in Zeiten des Kalten Krieges wurden mit Dr. Aumann, der Schülergruppe für regionale Geschichte der Heinrich-Heine-Schule Karlshagen und uns die notwendigen Absprachen getroffen. Die Ausstellung soll ab Mai 2016 im HTM zu sehen sein.
Vorstandstätigkeit und Mitgliederbewegung
Mit dem heutigen Stand sind 86 Mitglieder eingeschrieben. Zwei Interessenten, Herr Weber und Herr Klotzin, haben am 05. September den Antrag auf Mitgliedschaft abgegeben.
Der Vorstand arbeitet nach wie vor in der gewählten Zusammensetzung:
1. Vorsitzender Volkmar Schmidt
2. Vorsitzender Klaus Felgentreu
Schatzmeister Lutz Hübner
Erweiterter Vorstand:
Ullrike Chust
Dieter Frenzel
Joachim Saathoff
Manfred Kanetzki
Thomas Köhler HTM und neu in diesem Jahr
Als vorteilhaft hat sich die Mitarbeit von Thomas Köhler erwiesen. Er ist Archivar im HTM und somit ist eine schnelle Kommunikation mit der Leitung des HTM gegeben.
Zu würdigen ist die aktive öffentliche Tätigkeit von Achim Saathoff, Lutz Hübner, Joachim Saathoff und Manfred Kanetzki. Sie haben großen Anteil, dass die Peenemünder Geschichte realistisch dargestellt wird. Die Bücher „MiG s’ über Peenemünde“ (2. Auflage) und „Operation Crossbow“ von Manfred Kanetzki sind wichtige Werke über Peenemünde vor und nach 1945.
Der Vorstand unterstützt die Betreuung des Raketenschnellbootes der Volksmarine der NVA, Tarantul, durch die Hafenbetriebsgesellschaft Peenemünde. Damit ist gewährleistet, dass das Boot betreut und gepflegt wird. Der optische Zustand der Tarantul hat sich auch mit Hilfe der Marinekameradschaft Dranske verbessert. Herr Weber, jetzt Mitglied in unserem Verein, führt die Aufsicht über Besucher und kassiert die Eintrittsgelder ab. Insgesamt hat das dazu beigetragen, dass mehr Besucher in diesem Jahr das Boot und die kleine Ausstellung besuchten. Rainer Adam engagiert sich sehr, um die Präsentation des Schnellbootes mit der Geschichte über die Volksmarine Peenemünde zu verbinden. Es geht insbesondere darum, Zeitzeugen dafür zu gewinnen.
Wir arbeiten weiter eng zusammen mit:
dem Museumsverein Peenemünde. Von deren Aktivitäten konnten wir uns im Müggenhof überzeugen. (Peenemünde West)
dem Verein „Initiative 2000 plus“, der die Raumfahrttage in Neubrandenburg jährlich durchführt. Dieses Jahr beginnen sie am 13. November 2015 mit dem Besuch von Weltraumfahrern, Experten der NASA und ESA in Peenemünde.
Dem IFR. Hier war Volkmar Schmidt auf der 46. Jahrestagung wieder präsent.
Mit der Arbeitsgruppe „Regionale Geschichte“ der Heinrich-Heine-Schule Karlshagen. Mit Unterstützung von Manfred Kanetzki wurde von den Schülern die Sonderausstellung im HTM „Lager der Heeresversuchanstalt“ erarbeitet. Das nächste ist die Briefmarkenausstellung „Entwicklung der Raumfahrt in den Zeiten des Kalten Krieges“, als weiterer Höhepunkt in der Arbeit der Schüler.
Auf seinen Sitzungen am 05. Oktober und 02. November 2015 hat der Vorstand beraten und beschlossen:
1. Die Jahreshauptversammlung mit unserem Treffen wird am 01.10.2016 und 02.10.16
durchgeführt. Wir verkürzen um einen Tag. Vorträge, wie beim letzten Treffen wird es nicht geben.
Der Feiertag am 03. Oktober 2016 wird mit eingebunden.
Die Jahreshauptversammlung führen wir am Sonntag den 02.10.2016 in Peenemünde durch.
Den genauen Ablaufplan finden unsere Leser im Infoblatt 2-2016.
In einer gemeinsamen Beratung mit der Hafenbetriebsgesellschaft haben wir weitere Möglichkeiten einer engen Zusammenarbeit beraten. Es ging um eine Marineausstellung und die Nutzung der Räume und des Geländes für unseren Verein.
Der Museumsverein Peenemünde hat den Vorstand über den gegenwärtigen Stand des weiteren Ausbaus des Müggenhofes informiert. Es geht recht langsam, aber stetig voran. Die Finanzierung ist gesichert. Ein Problem sind die fehlenden Arbeitskräfte, um die geplanten Maßnahmen zeitgerecht zu erfüllen.
Erstaunt war der Vorstand über einen Zeitungsartikel der OZ vom 03. November 2015. Unter der Überschrift „Museum krempelt Dauerausstellung um“ verkündet Herr Gericke, Geschäftsführer des HTM, was die neue Dauerausstellung inhaltlich prägen soll. Er spricht von einem Zeitraum von 1920 bis zur Wendezeit der in der neuen Ausstellung dargestellt werden soll. Wir haben von diesem Projekt keine Kenntnis! Vielleicht werden wir nun endlich darüber informiert.
Klaus Felgentreu
2. Vorsitzender Förderverein Peenemünde e. V.




















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