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Peenemünde will ab 2027 erstmals Kurtaxe erheben und Teil des UsedomCard-Systems werden

  • Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
    Förderverein Peenemünde e.V.
  • vor 15 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Ab 2027 bittere Realität? Kurtaxen-Automat in Peenemünde. (Symbolbild/Bildmontage Th. Köhler)


Ostseezeitung (Usedom-Ausgabe) vom 27.08.2026, S. 10:


Peenemünde führt 2027 die Kurtaxe ein


Mit UsedomCard können Gäste künftig Rufbus nutzen / Einnahmen fließen in Strand, Parkplätze und touristische Infrastruktur


Von HANNES EWERT


Peenemünde. Die Gemeinde Peenemünde betritt mit dem kommenden Jahr ein neues Zeitalter. Die rund 430 Einwohner zählende Gemeinde soll dann Teil der UsedomCard werden und Vermieter von ihren Gästen eine Kurtaxe erheben dürfen.


Dieses Geld wird dann für die touristische Infrastruktur im Ort verwendet. Wie in anderen Ostseebädern der Insel soll die Kommune im Norden Usedoms bessere Infrastruktur bekommen - unter anderem Anschluss an einen Bus.


Ersten Hochrechnungen des Amtes Usedom Nord zufolge werden im Einzugsgebiet von Peenemünde jährlich 100.000 Übernachtungen generiert, unter anderem im Schullandheim, auf der Halbinsel Peenemünde, in der Dünenresidenz, im Hotel Zwiebel, im Yachthafen sowie durch private Ferienwohnungsvermieter.


In der Peenemünder Gemeindevertretung soll am Donnerstag (27. August) darüber entschieden werden, ob der Bus mit der UsedomCard ticketfrei genutzt werden kann. Die Zeichen stehen auf Zustimmung.


Geplant ist, dass ein Großraumbus des Usedomer Transportunternehmens Korth ganztägig auf der Strecke Peenemünde–Trassenheide verkehrt. Die Bahn soll vorerst nicht in das Verkehrskonzept integriert werden, da die Kommunalpolitiker das nächste Jahr nutzen wollen, um das System für den Ort zu testen.


Der Bus fungiert nicht als Linienverkehr, sondern als Ruftaxi, so der Unternehmer Thomas Korth. Die Fahrt kann über eine App gebucht werden.


Korth freut sich, dass der Bus in Trassenheide und Karlshagen bislang so gut angelaufen ist – die Buchungszahlen zeigen stetig nach oben. „Bislang haben wir Fahrgäste von Trassenheide und Karlshagen nach Peenemünde gebracht. Ab 2027 funktioniert es auch andersrum“, so Korth.


Der amtierende Peenemünder Bürgermeister Mario Szostak sagt, dass die derzeitigen Besuchs- und Übernachtungszahlen im Ort „nicht ohne“ sind. Er hofft, durch die Mehreinnahmen die Gemeindekasse zu entlasten.


„Bislang haben wir die touristische Infrastruktur komplett aus dem Gemeindehaushalt bezahlt. Dazu gehören unter anderem die Reinigung des Strandes, das Aufstellen der Mülltonnen, die Bewirtschaftung des Parkplatzes Kienheide und viele andere Dinge“, sagt er. Laut Szostak lässt sich noch nicht abschätzen, um welchen Betrag der Haushalt durch die Einführung der Abgabe entlastet werden kann.


Für Besucher bedeutet dies, dass alle, die den Ort touristisch nutzen, im Besitz einer UsedomCard sein müssen. Ausgenommen sind unter anderem Kinder bis fünf Jahre, Familienmitglieder der Peenemünder und Personen, die dort arbeiten. Einwohner des Ortes erhalten kostenfrei eine Usedom-Card und können damit auch die Vorzüge in anderen Inselgemeinden nutzen.


Schritt für Schritt soll die touristische Infrastruktur entwickelt werden. Perspektivisch sollen zudem kulturelle Veranstaltungen aus den Einnahmen finanziert werden, so Szostak. „In anderen Seebädern wird seit Jahrzehnten mit der Kurtaxe gearbeitet – wir fangen gerade erst damit an. Für uns ist das Neuland“, sagt er.


Der Preis für Aufenthalt/ Übernachtung soll voraussichtlich bei 3,30 Euro liegen. „Hätten wir die Bahn in die Kalkulation inkludiert, wären wir bei über 4 Euro gewesen – das wollten wir vorerst nicht“, so der amtierende Bürgermeister. Auf der Vorhabenliste des Ostseebades stehen in den kommenden Jahren viele Projekte.


Unter anderem soll der Parkplatz Kienheide ausgebaut werden. An gleicher Stelle sollen Toiletten für die Strandbesucher gebaut werden. Außerdem sind Rettungszufahrten zum Strand geplant. „Finanziell werden die Vorhaben von der Kurtaxe unterhalten“, erklärt er.


Laut Amtsleiterin Kerstin Teske ist die wichtige Infrastruktur zur Erhebung der neuen Gebühren bereits vorhanden. Über die Parkplatzautomaten soll die Kurtaxe von den Besuchern erhoben werden. Die Vermieter werden derzeit darüber informiert, wie die Abrechnung erfolgen soll.



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OZ+ vom 26.08.2026:


„Für uns ist das Neuland“

Kurtaxe für Bus und neue Infrastruktur: Peenemünde will 2027 für Gäste attraktiver werden


Peenemünde will ab 2027 erstmals Kurtaxe erheben und Teil des UsedomCard-Systems werden. Rund 100.000 Übernachtungen pro Jahr erhofft sich die Kommune. Die Einnahmen sollen einen neuen, ticketfreien Bus sowie weitere Infrastruktur im Ort finanzieren.



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