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Ruth Kraft wird Ehrenmitglied des Fördervereins Peenemünde

  • Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
    Förderverein Peenemünde e.V.
  • 14. Apr. 2007
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Nov. 2025

Ruth Kraft fasste den Entschluss, ihren literarischen Nachlass dem Deutschen Bundesarchiv in Berlin zu übergeben. Am 11. April, um 11.15 Uhr, erfolgte die Vertragsunterzeichnung. Sie hatte dazu ihre engsten Freunde und Mitstreiter im Vorfeld darum gebeten, diesem denkwürdigen Augenblick beizuwohnen. An die 20 prall gefüllte Leitz-Ordner gingen damit in den bundesweiten Archivbestand über.

 

Unter den eingeladenen Gästen weilte auch unser Vereinsvorsitzender, Volkmar Schmidt. Er übergab im Namen des Vorstandes die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft unseres Vereins. Die bekannte Autorin war sehr gerührt und bedankte sich herzlich. Sie sagte: “… und ich bitte alle zu grüßen, die das befürwortet haben. Ich weiß, dass ich im Verein nicht unumstritten bin. Ganz bewusst habe ich in meinem Buch einige Tabus angefasst. Das war meine Nachkriegserziehung in der DDR. Da will ich auch nicht ein Stück davon abrücken. Vielen Dank Herr Schmidt!“



Anlässlich der Übergabe schrieb der Redakteur der Torgauer Zeitung, Gerd Tiedke, dazu:

 

“Ein Buch wird beim Lesen umso mehr zum Erlebnis, wenn man zudem die Orte der Handlung selbst kennt. Man sieht sie gedanklich vor sich. So ging es mir, als ich Ruth Krafts „Insel ohne Leuchtfeuer“ innerhalb von vier Tagen las. Während meines Pädagogikstudiums lernte ich Usedom zum ersten Mal kennen. Peenemünde selbst war da noch streng gehütete Tabu-Zone, hier waren die DDR-Marine und das NVA-Jagdfliegergeschwader „Heinrich Rau“ stationiert. Erst zu Beginn der neunziger Jahre wurde der nördlichste Ort Usedoms, nach nunmehr sechs Jahrzehnten, wieder ein ziviles Dorf. Ich kenne die Anfänge des historisch-technischen Informationszentrums, erinnere mich noch sehr genau an die Eintragungen in den ersten Gästebüchern. Sie reichten von Lob gegenüber den Machern bis hin zur tiefsten Verachtung. Nicht selten warf man der Gruppe damals Kriegs- und Waffenverherrlichung vor. Noch viel zu wenig war bekannt, über den sich nach den Jahren des Krieges auftuende Nutzen der Peenemünder Forschungstätigkeit für die Raumfahrt. Zu dunkel war das Kapitel der Versuchsanstalt auf der Insel über Jahrzehnte hinweg geblieben. Ruth Kraft zeichnete mit „Insel ohne Leuchtfeuer“ die zwei Seiten der Geschehnisse auf der Insel in der ersten Hälfte der vierziger Jahre ohne jegliche Verklärung auf. Ihr Roman lieferte in den 50er Jahren den Anstoß zum tiefgründigen Nachdenken über Peenemünde, zur Abkehr von Realität verwischender schwarz-weiß-färberischer Einseitigkeit. Das Buch hat nichts von seiner Bedeutung verloren, ist in der heutigen Zeit aktueller denn je.“


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Ostsee-Zeitung.de von Freitag, 13. April 2007  |  Insel Usedom rechts


Ruth Kraft wird Ehrenmitglied im Förderverein Peenemünde


Peenemünde - Als Volkmar Schmidt vom Verein zur „Förderung und Aufbau eines Historisch-Technischen Museums Peenemünde – Geburtsort der Raumfahrt“ 1963 nach Peenemünde kam, war ihm der Ort fremd. „Ich wusste nichts über die Geschichte“, erinnert sich Schmidt. Das änderte sich allerdings an dem Tag, als ihm ein Freund den Roman „Insel ohne Leuchtfeuer“ von Ruth Kraft in die Hand drückte. Darin verarbeitete sie ihre Erfahrungen aus der Peenermünder Zeit. „Mit dem Buch begann ich mich intensiver mit Peenemünde zu beschäftigen. Der Roman ist der Ursprung unserer Vereinsgründung“, so Schmidt, der am Dienstag der Schriftstellerin, die auch Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR war, persönlich begegnete.


Sie überließ dem Bundesarchiv schon jetzt den größten Teil ihres Nachlasses und lud aus diesem Grund am Dienstag nach Berlin ein.


Auf der Einladung an den Förderverein betonte sie ausdrücklich, dass auch Vertreter ihrer Insel eingeladen sind. Volkmar Schmidt nahm dankend an und überraschte die Schriftstellerin, die im Kreis Torgau lebt, mit einer Ehrenurkunde des Fördervereins. Nach dem Koserower Reinhold Krüger, der mittlerweile verstorben ist, wurde Ruth Kraft nun auch zum Ehrenmitglied des Peenemünder Fördervereins ernannt. „Leuten, die unseren Verein mit Engagement begleitet haben, wird diese Ehre zuteil“, so Schmidt zum Beschluss des Vorstandes. Am 15. Juli und 1. September wird Ruth Kraft im HTI Peenemünde zu zwei Lesungen erwartet.


H. N. 

Volkmar Schmidt überreicht Ruth Kraft die Ehrenurkunde. Foto: Tiedke
Volkmar Schmidt überreicht Ruth Kraft die Ehrenurkunde. Foto: Tiedke




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