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Aus der Schriftenreihe „Peenemünder Hefte“ ist das Heft Nr. 3 zur Thematik Zwangsarbeit erschienen

Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
Förderverein Peenemünde e.V.
15. Jan. 2010
2 Min. Lesezeit

Vor kurzem erschien Heft 3 unter dem Titel „Der Betrieb kann mit Häftlingen durchgeführt werden“, Zwangsarbeit für die Kriegsrakete. (siehe Artikel der OZ vom 12.01.2010)

 


Hervorzuheben ist die akribische Arbeit von Manfred Kanetzki (Mitarbeiter des HTM) zur Aufarbeitung der Zwangsarbeit in Peenemünde.


Nicht einverstanden kann man damit sein, dass auf der Seite 27 das Jagdfliegergeschwader 9 und die 1. Flottille der Volksmarine in Peenemünde mit Bild und Text in einem Heft über Zwangsarbeit vom Verfasser des 1. Teils, Herrn Dr. Knop, „gewürdigt“ werden. Das ist  schamlos und voll daneben! Herr Dr. Knopp!


Im 3. Teil des Heftes macht Dr. Wagner auf Seite 88 unten in einer Fußnote eine Bemerkung zu Botho Stüwes Buch „Peenemünde West“. Dr. Wagner sollte das Buch  von Botho Stüwe lesen, dann würde er erkennen, was für eine Lücke Botho Stüwe geschlossen hat. Dieses Buch, einschließlich des Bildbands dazu, ist nicht nur eine hervorragende Dokumentation, sondern auch eine sehr gute Chronik der Peenemünder Geschichte. In einem schließen wir uns Herrn Dr. Wagner an: „… das die Erprobungsstelle der Luftwaffe ausgeklammert wurde“ nämlich im HTM.

 

Es ist an der Zeit, dass eines der nächsten Hefte sich mit den technischen Entwicklungen von Peenemünde befassen muss. Die Darstellung und die Probleme um die Entwicklung z. B. der A 4 oder Fi 103, sowie anderer technischer Dinge in Peenemünde West würde sicher viele Leser interessieren.


Wir werden uns darum kümmern!

 

K. F.

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Ostseezeitung vom 12.01.2010:


Peenemünder Hefte Teil 3 erschienen: Zwangsarbeit

Verstorbene Häftlinge erhalten ein Gesicht


Peenemünde. Nach den Heften 1 und 2 der Peenemünder Schriftenreihe, die sich dem 725-jährigen Ortsjubiläum und dem Leitfaden des Museums widmeten, widmet sich das jetzt erschienene Heft 3 des Historisch-Technischen Museums Peenemünde einem traurigen Kapitel: Der Zwangsarbeit von Menschen vieler Länder Europas bei der Entwicklung und Produktion einer Kriegsrakete. „Wir haben den Titel des Buches ,Zwangsarbeit für die Kriegsrakete' bewusst so gewählt, weil bereits 1934 der spätere Chef des Heereswaffenamtes Karl Becker beim Ziel der Produktion von einer Kriegsrakete sprach", sagt Historiker Dr. Hans Knopp. Ihm, Manfred Kanetzki und dem Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Dr. Jens-Christian Wagner, sei es gelungen, mit dem Buch „eine Forschungslücke zu schließen", so Museumsleiter Christian-Mühl- dorfer Vogt. „Und ein Brückenschlag zwischen Peenemünde und Mittelbau-Dora."


Besonders Manfred Kanetzki habe sich in jahrelanger Tätigkeit ein enormes Detailwissen um die Lage und Ausbeutung von Zwangsarbeitern in Peenemünde erarbeitet. Er bediente sich zahlreicher Archive, sprach mit ehemaligen Zwangsarbeitern. „Mit 'dem Heft treten wir auch den Kritikern entgegen, die uns vorwerfen, nur das saubere Peenemünde zu beleuchten. Peenemünde war nachweislich keine ,Insel der Glücksehgen', auf der sich ,reine' Wissenschaftler und Techniker mit dem Fortschritt der Menschheit befassten", so Kanetzki.


Anhand der Dokumente konnte eine Liste verstorbener Häftlinge in den KZ-Arbeitslagern Karlshagen I und II von Mai 1943 bis September 1944 ersteht werden. „Über 190 Häftlinge haben so ein Gesicht bekommen", so Knopp. Bei den Opfern handelte es sich u.a. um Polen, Russen, Franzosen, Italiener und Deutsche. Bei den Recherchen sei Kanetzki auch auf ein sowjetisches Kriegsgefangenenlager in Wolgast (Tannenkamp) gestoßen.

HNI



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