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Marode Wohnblöcken in der Peenemünder Bahnhofstraße sollen abgerissen werden

Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
Förderverein Peenemünde e.V.
28. Okt. 2010
3 Min. Lesezeit

Abgesperrte Blöcke in der Bahnhofstraße. (Foto: A. Dröse)


Ostseezeitung vom 28.10.2010:


Peenemünde: Tage der Ruinen sind gezählt

 

Viele „heiße Eisen“ wurden gestern bei einem Arbeitstreffen zur Ortsentwicklung von Peenemünde angesprochen. Im Fokus stand auch die Wohnsituation.


Von HENRIK NITZSCHE


Peenemünde (OZ) Die Ortsentwicklung nimmt in Peenemünde weiter Fahrt auf: Die maroden Blöcke in der Bahnhofstraße 1-20 sollen bis zum Ende des ersten Quartals 2011 abgerissen werden. Darüber wurde gestern im Rahmen eines Arbeitsbesuches des Staatssekretärs im Wirtschaftsministerium, Dr. Stefan Rudolph (CDU), im Historisch-Technischen Museum Peenemünde informiert. Mit Unterstützung des Wirtschaftsministerium kann die Gemeinde das Areal vom Eigentümer, einem dänischen Konsortium, erwerben. Das Verkehrsministerium fördert den Abriss.


Mit dem Rückbau der Ruinenzeile erhoffen sich die Peenemünder eine bessere Vermarktung des angrenzenden Wohngebietes. 16 Eigenheime sind dort bereits entstanden, Platz wäre allerdings für 50. Weil sich die ruinösen Blöcke gegenüber der Haltestelle der UBB befinden, war das der erste Eindruck, den die Urlauber von Peenemünde bekamen, benannte Bürgermeister Rainer Barthelmes ein weiteres Argument für den geplanten Abriss.


Die „Bahnhofstraße“ war neben Hafen oder Marinestützpunkt nur ein Schwerpunkt der gestrigen Runde mit Vertretern von Ministerien, des Kreises, EWN, des Amtes und der Gemeinde. „Uns geht es um die zukünftige Entwicklung des einstigen Militärstandortes Peenemünde. Hier wird einerseits Geschichte mit der notwendigen Sorgfalt aufgearbeitet, andererseits wollen wir den Menschen die Chance geben, den Ort weiter zu entwickeln“, so Rudolph. Um den Peenemündern ein soziales Umfeld zu bieten, wie sie es sich wünschen, „nimmt das Land viel Geld in die Hand“, betonte der Staatssekretär. „2011 werden wir schon erste Ergebnisse sehen.“


Neben der „Bahnhofstraße“ gebe es auch Bewegung mit den zwei Blöcken in der Hauptstraße. Wie Frauke Hilgemann vom Wirtschaftsministerium mitteilte, habe es Gespräche zwischen dem Land und dem Eigentümer (eine holländische Firma) der 100-WE-Blöcke gegeben. Zwar habe sich der Eigentümer gegen einen Abriss ausgesprochen, allerdings wolle er zur Verbesserung der Optik beitragen. „Eventuell könnten die beiden oberen Etagen abgetragen und die Blöcke mit einem Satteldach ausgestattet werden“, so Frauke Hilgemann. Sie rechnet mit einem Sanierungsaufwand von zwei Millionen Euro. Bei der Suche nach einer Bank für einen Kredit werde das Land dem Eigentümer helfen. „Wir haben bei diesen Blöcken nicht nur das Problem, dass sie in einem katastrophalen Zustand sind. Das ist auch ein sozialer Brennpunkt in der Gemeinde“, so Rainer Barthelmes.


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Ostseezeitung vom 14.10.2010:


Spuk in Peenemünder "Geisterviertel" bald vorbei


Acht Jahre lang mussten die Peenemünder mit den maroden Wohnblöcken in der Bahnhofstraße leben. Jetzt finanziert das Land den Erwerb und den Abriss.


Von HENRIK NITZSCHE


Peenemünde. Die Tage des „Geisterviertels" in Peenemünde sind gezählt. Für 600 000 Euro wird die Gemeinde Peenemünde das rund 13 000 Quadratmeter große Grundstück inklusive der maroden Wohnblöcke in der Bahnhofstraße vom jetzigen Eigentümer, dem dänischen Konsortium Airport Development A/S, erwerben. Dazu verabschiedete die Gemeinde jüngst den ersten Nachtragshaushaltsplan 2010.


Dass der Kauf aber nicht aus der Gemeindekasse finanziert werden muss, ist einem „bedingt rückzahlbaren Darlehen des Landes zu verdanken“, wie die Kämmerin des Amtes Usedom-Nord, Kerstin Teste, in der jüngsten Gemeindevertretersitzung informierte. Nach "dem Abriss der zehn Wohnblöcke soll das Areal kleinteilig bebaut werden. „Vorgesehen sind Wohnbebauung, Einzelhandel, touristische Nutzung sowie Grünflächen. Je nach Einnahmen zahlen wir das Darlehen m das Land zurück“, so die Kämmerin.


Der Abriss werde ebenfalls durch Schwerin unterstützt. 50 Euro je Quadratmeter (bei der vorhandenen Wohnfläche von rund 5000 Quadratmeter sind das insgesamt 250 000 Euro) gibt es dazu aus einem Abrissprogramm des Landes. Ob mit den Abbrucharbeiten bereits in diesem Jahr begonnen werden kann, konnte Bürgermeister Rainer Barthelmes noch nicht sagen. Er ist froh, dass nach gut acht Jahren dieser Schandfleck an der Hauptzufahrt zum Historisch-Technischen Museum endlich verschwinden soll. Dies könnte ein Impuls für die weitere Vermarktung des benachbarten Wohngebietes sein, hofft die Kämmerin.


Bei aller Euphorie um den Gratis-Abriss der Häuser in der Bahnhofstraße gab die Abgeordnete Erika Szostak zu bedenken, auch an die Blöcke in der Hauptstraße zu ' denken. „Das Land ist gegenwärtig nicht bereit, diese zu erwerben", sagte die Kämmerin.




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