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Gewichtiges Mitbringsel aus England: Gebrüder Pavelin bringen V2-Brennkammer nach Peenemünde

  • Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
    Förderverein Peenemünde e.V.
  • 23. Sept. 2004
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 27. Aug.

Ostseezeitung vom 23. September 2004:


Gewichtiges Mitbringsel aus England

Gäste aus Südengland besuchten gestern den Peenemünder Flugplatz; im Gepäck ein zentnerschweres Präsent.


Von TOM SCHRÖTER


Peenemünde. John und William Pavelin aus Südengland fuhren gestern mit einer ungewöhnlichen Fracht am Peenemünder Bettenmuseum vor. Auf ihrem Autoanhänger ruhte die etwa 300 Kilogramm schwere Brennkammer einer A 4-Rakete, die am 13.Oktober 1944 in der Nähe der elterlichen Farm bei Barling eingeschlagen war. OZ- Leser erinnern sich bestimmt an die Pavelin-Brüder. Im September 2003 besuchten beide erstmals die Insel Usedom, um kleinere A 4-Fragmente – einen Druckminderer und das Steuerteil für einen der Antriebe - dem Museum als Leihgabe zur Verfügung zu stellen.


Zwischen den Briten und dem Museumsverein Peenemünde entwickelte sich inzwischen eine Freundschaft. Im März brachen einige Vereins-mitglieder zu einer Fahrt nach Südengland auf, um sich auf Einladung von John und William Pavelin in dem Gebiet rund um Barling umzuschauen. Per Ultraleicht-flugzeug machten die Gastgeber ihre deutschen Gäste mit ihrer Heimat vertraut und zeigten ihnen auch jene Stellen, an denen 1944 zwei im holländischen Den Haag abgeschossene A 4-Raketen als Luftzerleger niedergingen.


Was die Abordnung aus Peenemünde bis dahin nicht wusste: Bei niedrigem Wasserstand war kurz vor ihrem Besuch im Schlick eines mit der Themse verbundenen Wasserarms die Brennkammer einer der beiden Raketen entdeckt worden. Per Fischkutter wurde das relativ gut erhaltene stählerne Fragment geborgen und auf die Pavelin'sche Farm gebracht, wo die Brüder sie sorgsam reinigten und konservierten.


Am Freitag nun trat das Raketenteil nach 60 Jahren den Rückweg aufs europäische Festland an. Mit der Autofähre setzten die Briten, die sich sehr für die Geschichte Peenemündes interessieren, das aus militärhistorischer Sicht bedeutsame Überbleibsel von Harwich nach Cuxhaven über. Die Überbringer haben kein gespaltenes Verhältnis zu Deutschland, obwohl sie als zwölf- bzw. siebenjährige Knaben um Haaresbreite Opfer deutscher Kriegstreiberei geworden wären. Sie sagen: „Wir sehen Peenemünde als einen sehr wichtigen Meilenstein für die Weltraumforschung an. Wenn die Teile, die wir fürs Museum mitgebracht haben, helfen, bei der Bevölkerung das Interesse an der Raumfahrttechnologie zu wecken, wäre dies für die Menschheit“



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