Originale Segmente einer Walter-Schleuder in Peenemünde angekommen
- Förderverein Peenemünde e.V.

- 16. März 2006
- 2 Min. Lesezeit
Ostseezeitung von Donnerstag, 16. März 2006, S. 15:
Walter-Schleuder angekommen
Peenemünde. Die Auflieger von zwei Sattelschleppern, die gestern Kurs auf das Museum Peenemünde nahmen, trugen eine historisch wertvolle Fracht. Fast komplett erhalten geblieben ist eine so genannte Walter-Schleuder, die einst der deutschen Wehrmacht als Katapult zum Abschuss von Fi-103-Flügelbomben, von den Nazis zynisch als Vergeltungswaffe 1 bezeichnet, diente. Ihr Einsatzort war das französische Pas de Calais, gerichtet waren ihre Geschosse vor allem auf London. Von den britischen Truppen erbeutet, kam die 48 Meter lange und bis zu sechs Meter hohe Abschussrampe nach dem Krieg in das Luftfahrtmuseum im niederländischen Twenthe. Von diesem hat das Museum Peenemünde mit Unterstützung seines Fördervereins das Exponat erworben.
Nun, da die Teile der Walter-Schleuder in Peenemünde angekommen sind, steht vor den Mitarbeitern des Museums noch ein gehöriges Stück Arbeit. Auf einem bislang ungenutzten Freigelände wird die Rampe wieder aufgebaut und damit unter anderem daran erinnert, dass im Bereich der Heeresversuchsanstalt Peenemünde einst zwei derartige Schleudern und eine so genannte Borsig-Schleuder genutzt wurden, von denen heute nur noch geringe Reste vorhanden sind. Die Teile werden nach ihrer Montage, die zu Ostern beendet sein soll, die Sonderausstellung „Ein Museum packt aus – Großexponate im HTI Peenemünde“ bereichern, unter anderem in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden vor einigen Zeit erworbenen Werkbahnwagen. Zu den Fragen, auf die mit dieser Sonderexposition Antwort gegeben werden soll, gehört nicht zuletzt die nach Anliegen und Aufgaben der Restaurierung derartiger Exponate. Die Walter-Schleuder dient aber vor allem dazu, die These zu untermauern, dass an kaum einer anderen historischen Stätte Nutzen und Risiken technischen Fortschritts miteinander so verwoben sind wie in Peenemünde. Letztlich diente diese für damalige Verhältnisse hoch entwickelte Technik der Vernichtung menschlichen Lebens.
D. BUTENSCHÖN

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