Pavelin-Brüder übergeben Museumsverein Peenemünde den Einspritzkopf einer in England abgestürzten A4-Rakete

Ostseezeitung von Montag, 02. Oktober 2006:
Ein Stück Militärhistorie im Kofferraum
Peenemünde. John und William Pavelin aus Südengland mögen offenbar die Insel Usedom, besonders Peenemünde. Bereits 2003 und 2004 rückten sie im Inselnorden mit Teilen von A 4-Raketen an, die sie auf dem Gebiet ihrer elterlichen Sutteons-Farm im Umfeld des Ortes Barling geborgen hatten. Am Wochenende trafen sie zum dritten Mal in Peenemünde ein und wieder barg der Kofferraum ihres Pkw einen militärhistorischen Schatz. Im heimischen Marschland auf besagtem Farmgelände fanden sie im Sand vor etwa drei Monaten den Einspritzkopf einer A 4-Rakete, den sie nun an den Museumsverein Peenemünde übergaben.
Am Morgen des 13. Oktober 1944 explodierte in etwa 1,5 Kilometer Höhe über Barling eine A 4, die von der Wehrmacht nach Recherchen des Museumsvereins in Hoek van Holland gestartet worden war. „Die A 4 hatte eine hohe Ausfallrate. Wegen Überhitzung wahrscheinlich in Folge von Reibung explodierten viele Raketen, lange bevor sie ihr Ziel erreichten“, erklärt Vereinschef Ralf Rödel.
Die Sutteons-Farm der Pavelins lag unterhalb der Flugschneise jener Raketen, die von Holland aus in Richtung London flogen. „Die Teile der Rakete, die am 13. Oktober 1944 über uns explodierte, lagen im Umkreis von 2000 Meter verstreut“, sagt John Pavelin. Er und sein Bruder, damals sieben bzw. zwölf Jahre alt, bargen noch an jenem bewussten Tag Fragmente der unheilvollen Waffe und bewahrten sie auf. Der Vorfall vor 62 Jahren, der sich tief in ihr Gedächtnis eingrub, hat ihr Interesse an der Raketenforschung verstärkt. „Wir möchten, dass sich gerade junge Leute für das Thema Raumfahrt begeistern und bringen deshalb die Originalteile zurück nach Deutschland.“
T. S.





















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