Peenemünder Delegation besuchte vom 28. bis 30. September 2008 die polnischen Gemeinde Ostrów/Blizna

Anzeigenkurier (Usedom) vom 30.10.2008:
HTI-Experten wollen polnischen Partnern aus Ostrów bei der Umsetzung ihrer Museumspläne helfen
Peenemünder Erfahrungen sind gefragt
Peenemünde (AK). Die Gemeinde Peenemünde und das Historisch-Technische Informationszentrum (HTI) wollen ihren polnischen Partnern beim Aufbau eines Museumsprojektes helfen. Dies ist das Ergebnis einer Reise, die eine kleine Peenemünder Delegation mit Bürgermeister Rainer Barthelmes, Anke Tessnow, Eberhard Lehmann sowie Ute Augustat und Dr. Hans Knopp als HTI-Vertreter kürzlich ins polnische Ostrów führte. Denn die beiden Orte sind nicht nur seit rund einem Jahr durch einen Partnerschaftsvertrag, sondern auch durch eine gemeinsame Geschichte verbunden.
In der Weite der Wälder um die Region Blizna fanden in der Zeit des „Dritten Reichs“ landseitige Versuche mit der Rakete A4 (V2) und der Flugbombe Fi 103 (V1) statt. Die Gemeinde Ostrów plant diese Geschichte nun in Form eines Museums und eines dazugehörigen Freigeländes aufzuarbeiten.

Anhand von Modellen sowie bei Ortsterminen machten sich die Peenemünder ein erstes Bild von den Vorhaben ihrer polnischen Partner, denen sie bei der Umsetzung der Pläne mit den im HTI gesammelten Erfahrungen zur Seite stehen wollen. Foto: HTI
Einige der historischen Stätten sahen sich die Peenemünder bei ihrem Besuch an. So erfuhren sie nach Auskunft von Ute Augustat in einem Gespräch mit dem Gemeindevorsteher, dass es in der Region eine Erprobungsstelle der Luftwaffe, eine Heeresversuchsstelle sowie den SS-Schieß- •platz „Heidelager“ gab, auf dem sich ein Konzentrationslager befand.
Vor Ort erfuhren die Peenemünder auch, dass es bei der Umsetzung des Museumsprojektes Schwierigkeiten gibt, da sich ein Teil dieses Areals in Privatbesitz befindet. Höhepunkt des Besuchs war die Teilnahme an der Gemeinderatssitzung in Anwesenheit des deutschen Generalkonsuls aus Krakau, Dr. Thomas Gläsel. Im Rahmen dieser Sitzung wurden der Ort Blizna und das dort geplante historisches Projekt vorgestellt, das im Rahmen der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit gefördert wird.
Außerdem bekräftigten die Peenemünder, dass das HTI-Team aufbauend auf seinen Erfahrungen wichtige konzeptionelle und inhaltliche Hilfestellung leisten kann. Einen Anfang dazu machte Dr. Hans Knopp mit einem Vortrag zur Vorstellung des HTI, bei dem er vor allem auf die ethische Seite der Entwicklungen und die Nutzung der Technologie als Waffentechnik hinwies. Ute Augustat informierte über die Bildungsarbeit, speziell im Bereich Schüler- und Jugendprojekte des HTI Peenemünde und konnte Kontakte zur Direktorin der Schule sowie zur Lehrerin Bożena Ciepielowska aufbauen beziehungsweise vertiefen.
Großes Interesse fand dabei auch die Präsentation zur „Denkmallandschaft Peenemünde“. Von polnischer Seite wird laut Augustat großer Wert auf die Zusammenarbeit im Bereich Jugendaustausch gelegt.

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Ostseezeitung vom 22.10.2008:
HTI Peenemünde bietet Partnern Hilfe an
Peenemünde. Vertreter der Gemeinde Peenemünde und des dortigen Historisch-Technischen Informationszentrums (HTI) sind jetzt von einem Besuch in der polnischen Gemeinde Ostrow/Blizna zurückgekehrt, seit 2007 Partnergemeinde von Peenemünde. In den Wäldern um die Region Blizna fanden in der Zeit des Dritten Reiches Versuche mit der Rakete A4 (V2) und der Flugbombe Fi 103 (V1) statt, teilte HTI-Leiter Christian Mühldorfer-Vogt mit.
Die Gemeinde Ostrow will diese Geschichte in Form eines Museums mit Freigelände aufarbeiten. Auch erfuhren die Gäste, dass es in dieser Region eine Erprobungsstelle der Luftwaffe, eine Heeresversuchsstelle sowie den SS-Schießplatz „Heidelager“ gab, auf dem sich ein Konzentrationslager befand. Im Rahmen einer Gemeinderatssitzung in Ostrow stellten die Polen den Gästen den Ort Blizna und das dort geplante historisches Projekt vor, das von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit gefördert wird.
Beim Projektstart kann das HTI Peenemünde konzeptionelle und inhaltliche Hilfe leisten, so Mühldorfer-Vogt. Dr. Hans Knopp stellte das HTI vor und ging vor allem auf die ethische Seite der Entwicklungen und die Nutzung der Technologie als Waffentechnik ein. Ute Augustat informierte über die Bildungsarbeit bei Schüler- und Jugendprojekten des HTI. Die Polen legen viel Wert auf die Kooperation beim Jugendaustausch und in den Bereichen Sport und Vereine, hieß es.
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Impressionen vom Ausflug nach Blizna in der Zeit vom 28. bis 30. September 2008
(Fotos: H. Knopp/HTI Peenemünde)




















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