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Tochter von Sergej Koroljow besuchte Peenemünde

Autorenbild: Förderverein Peenemünde e.V.
Förderverein Peenemünde e.V.
4. Okt. 2008
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Sept.


Der 1. Vorsitzende des Fördervereins Peenemünde e. V.

Dipl.-Ing. Volkmar Schmidt neben Prof. Dr. N. Koroljowa.

(Foto: A. Saathoff)


Ostseezeitung vom 04.10.2008:


Natalia Koroljowa füllte bei ihrem Besuch in Peenemünde viele Geschichtslücken

Auf Spurensuche nach dem Sputnik-Vater


Peenemünde. Gleich drei große Jubiläen fallen in den Zeitraum der vergangenen zwölf Monate. 50 Jahre Hündin Laika, 50 Jahre erster US-Satellit „Explorer One“ und 50 Jahre NASA. Erst jetzt erkennt man auch, wer für diese großen Ereignisse damals eine Schlüsselfigur war. Sein Name ist weitestgehend unbekannt geblieben. Der Erbauer des Sputniks – der Start jährt sich heute zum 51. Mal – heißt Sergej Koroljow und nicht einmal seine Familie wusste dies. Deshalb suchte jetzt seine Tochter Natalia Koroljowa nach 62 Jahren in Deutschland nach den Spuren der Anfänge und fand Antworten. „Mein Vater hatte irgendetwas mit Raketen zu tun und deshalb bereisten wir das ganze Land von der Ostsee bis in den Harz. Er zeigte mir schöne Strände, schicke Hotels und manchmal auch geheimnisvolle Orte“, so die heutige Medizinerin. Mehr wusste sie bis zu seinem Tode im Jahre 1966 auch nicht.


Seitdem beschäftigt sie sich mit der Aufarbeitung seines Lebens. In ihrem 1000-seitigem Buch „Vater“ (erscheint demnächst bei www.edverlag.de) hat sie alles zusammengetragen. Nur die Arbeit im Nachkriegsdeutschland ist noch lückenhaft. Deshalb besuchte sie alle Arbeitsstätten, an denen ihr Vater war und gewesen sein könnte. Darunter sind Bleicherode, Nordhausen, der Kyffhäuser, Leipzig, Kummersdorf, Berlin und Peenemünde. Mit ein paar alten Fotos in der Hand und nur noch ihren Erinnerungen als junges Mädchen ging sie auf Spurensuche.


In Peenemünde waren es nur eine vergessene Mauer und zwei rostige Schrauben im Gras, dennoch lieferten diese den eindeutigen Hinweis: „Hier stand der Sputnik-Konstrukteur und fotografierte seine Tochter“. Die Bilder, das eine vor 62 Jahren aufgenommen, das andere vor kurzer Zeit, passen genau übereinander. Volkmar Schmidt, der Vorsitzende des Peenemünder Fördervereins, spitzte die Ohren als Natalia Koroljowa von dem dort bekannten sowjetischen Häftling Dewjatajew erzählte. Dieser flüchtete 1944 mit neun weiteren Leidensgenossen in einem deutschen Flugzeug vom Flugplatz Peenemünde. Er wurde später „Held der Sowjetunion“. Ihm widmete man in Peenemünde einen Gedenkstein.


„Viele Dinge, die bislang ins Reich der Legende verwiesen wurden, haben sich durch ihren Besuch bestätigt“, so Volkmar Schmidt. Gemeinsam mit dem HTI hatte der Förderverein den Besuch der Tochter des Sputnik-Erfinders organisiert. „Sie hat sehr viele Lücken gefüllt“, ist der Vorsitzende noch immer beeindruckt von der Moskauerin. Schmidt ist optimistisch, mit Natalia Koroljowa in Kontakt zu bleiben.


Neun Tage verbrachte sie in Deutschland. Ihr Programm war anstrengend: 33 Veranstaltungen und 6 Vorlesungen. 2300 Kilometer weit ist sie durch das Land gefahren, um Spuren zu finden.


R. HECKEL/HNI


Ralf Heckel ist Vorsitzender der German Space Education Institute.

Das gemeinnützige internationale Privatinstitut fördert wissenschaftliche, hochtechnische und akademische Berufsorientierung. Das Institut organisierte die jüngste Deutschlandtour von Prof. Dr. Natalia Koroljowa aus Moskau.




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