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- Lesung von Ruth Kraft am 17. Juli 2007 beim Museumsfest im HTI Peenemünde mit bewegenden Momenten
OZ vom 18.07.2007: Ruth Kraft: „Ich bin nicht unumstritten" „Insel ohne Leuchtfeuer" von 1959 gilt als eines der wichtigsten Peenemünde- Bücher, seine Autorin las gestern aus ihren Lebenserinnerungen. Von STEFFEN ADLER Peenemünde. Der bewegendste Moment konnte vom Protokoll gar nicht vorbereitet worden sein. Als die Schriftstellerin Ruth Kraft gestern nach fast zweistündiger Lesung und Diskussion mit Museumsgästen daran ging, Bücher zu signieren, geschah das für sie Unglaubliche: Elisabeth Behrens, in der Kindheit mit langen blonden Zöpfen Isi genannt, stellte sich der Autorin vor - als Tochter jener Familie, bei der Ruth Kraft während ihrer Arbeit in der Heeresversuchsanstalt in der Waldstraße 10 zunächst gewohnt hatte. „Ich war damals zehn, erinnere mich aber noch sehr gut", sagte „Isi" Behrens, ein vergilbtes Foto in den Händen und Freudentränen der Wiedersehens, des ersten nach dem Krieg!, in den Augen. Und die wortgewandte Schriftstellerin ließ alle Distanz fallen, drückte und küsste die extra aus Greifswald angereiste „gute alte Bekannte". Das Publikum nahm respektvoll Anteil. Wenn Ruth Kraft, deren „Insel ohne Leuchtfeuer" aus dem Jahre 1959 noch immer als das Peenemünde-Buch schlechthin gilt, nach Usedom kommt, ist ihr nach wie vor Neugier gewiss, auch Verständnis, mitunter Sympathie. „Ich war nicht unumstritten", hatte sie im April gesagt, als sie ihren schriftstellerischen Nachlass dem Deutschen Bundesarchiv in Berlin übereignete und zugleich Ehrenmitglied des Peenemünder Fördervereins wurde. Und zu dieser Einschätzung steht sie bis heute. „Wenn ich jetzt hierher komme, wo ich ein sehr prägendes Stück meines Lebens verbracht habe, bin ich froh, ein paar der Missverständnisse mit aufklären zu können", gestand die heute in Zeuthen lebende 87-Jährige. Sie habe lange gebraucht, bis zur ersten Lesereise 1959, bevor sie sich wieder nach Usedom wagte. „Zu frisch war das Erlebte, ich musste einfach erst Abstand gewinnen", schilderte sie gestern ihren Gemütszustand im ersten Jahrzehnt nach dem Krieg. Zunächst als technischere Rechnerin am Windkanal tätig, bescherte die Peenemünder Zeit Kraft („Wir waren schließlich jung.") auch Liebesbeziehungen. Und die waren mit ausschlaggebend dafür, dass sie sich 1943 nach Stettin versetzen ließ. Bei der gestrigen Lesung überschütteten die Verantwortlichen des Museums mit Komplimenten: Quelle der Inspiration sei sie, Zeitzeugin par exzellence. Das hörte sie gewiss gern, doch das Wiedersehen mit Isi übertraf alles. __________________________________________________________________________________________ Fotos vom Aufeinandertreffen von Ruth Kraft mit Elisabeth Behrens am 17. Juli 2007 (Fotos: Dieter Frenzel)
- Urlauberin verletzt sich durch Phospor bei Bernsteinsuche am Strand zwischen Karlshagen und Peenemünde
SVZ vom 31.03.2004, S. 3: Brennende „Bernsteine“ am Strand Urlauberin verletzte sich auf Usedom / Altlasten eines Bombenangriffs angeschwemmt Usedom • Eine 57-jährige Urlauberin verletzte sich am Montag am Strand, als ein vermeintlicher Bernstein in ihrer Hand plötzlich zu brennen begann. Die Ursache ist Phosphor vom Bombenangriff auf Peenemünde vor 61 Jahren. Von Thomas Volgmann Der Schock war groß. Bei einem Strandspaziergang bei Karlshagen auf Usedom glaubte eine 57-jährige Urlauberin am Montag, einen Bernstein gefunden zu haben. Der braune Findling lag im Spülsaum zwischen Tang und nassem Sand. „Als die Frau den Klumpen aufhob, fing er wenig später an zu brennen“, berichtet ein Polizeisprecher in Anklam. Die völlig überraschte Urlauberin aus Eisenhüttenstadt konnte den Stein nicht sofort wegwerfen. Denn der hatte sich inzwischen in eine brennende, klebrige, kaugummiartige Masse verwandelt. Die Frau musste mit Brandverletzungen an der Hand im Krankenhaus behandelt werden. In der Vergangenheit hatte es zwischen Karlshagen und Peenemünde immer wieder ähnliche Brandfälle gegeben. Seit 1998 weisen ausdrücklich Warnschilder im Norden Usedoms auf die Gefahr hin. Zur Herkunft der brandgefährlichen Fundstücke erklärt Robert Mollitor, Leiter des Munitionsbergungsdienstes in Mecklenburg-Vorpommern, im Gespräch mit unserer Zeitung: „Die meist fingerkuppengroßen Phosphorstücke stammen aus britischen Brandbomben.“ In der Nacht zum 18. August 1943 wurde die Brandmunition bei einem Großangriff tonnenweise über dem Norden Usedoms abgeworfen. Der 600-Bomber-Angriff galt der Versuchsanstalt Peenemünde, wo die Rakete V2 und die fliegende Bombe VI entwickelt wurden. Doch beim nächtlichen Angriff warf ein Teil des anfliegenden britischen Verbandes seine Last zu früh ab. „Etwa 40 Prozent der Bomben landeten in der Ostsee“, schätzt Munitionsexperte Mollitor. In den Folgejahren verrotteten die Bombenbehälter auf dem Meeresgrund. Das Phosphor trat aus. Immerhin 600 Gramm dieses hochbrennbaren Stoffes steckten als Zünder in jeder der damals abgeworfenen britischen 60-Pfund-Brandbomben. Kleine Munitionsreste werden seit Jahrzehnten bei auflandigem Nordwestwind immer wieder an die Strände von Trassenheide und Karlshagen angespült. Die Klümpchen, die echten Bernsteinen verblüffend ähnlich sehen, entzünden sich selbst, wenn sie getrocknet sind. Sie brauchen dazu nur eine Temperatur über 15 Grad. Fast alle der angeschwemmten Phosphorteilchen verbrennen auf diese Weise am Strand unbemerkt und ohne irgendwelchen Schaden anzurichten. „Gefährlich wird es nur für Leute, die die Warnschilder nicht beachten, diese Munitionsreste aufheben und in die Tasche stecken“, warnt Mollitor. Die Munitionsberger selbst sind in einer schwierigen Lage. Das Phosphor auf dem Meeresboden kann nicht geortet werden. Mollitor: „Wir suchen dabei nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen.“
- Reinhold Krüger - Ehrenmitglied unseres Vereins
Wie schon berichtet, wurde Reinhold Krüger auf unserer Jahreshauptversammlung am 25. September 2005 einstimmig postum zum Ehrenmitglied unseres Vereins ernannt. Reinhold Krüger hat sich große Verdienste um die Erforschung der Peenemünder Geschichte von 1936 – 1945 erworben. Als langjähriges Vereins- und Vorstandmitglied leistete er eine zielstrebige und gründliche Arbeit. Immer war er ansprechbar für alle ehrlichen Interessenten der Peenemünder Geschichte. Wir haben mit seinem Tod einen wichtigen Mitarbeiter verloren. Reinhold Krüger bleibt uns für immer in guter Erinnerung. Wir wollen sein Werk fortsetzen und ihm mit dieser Ehrenmitgliedschaft ein bleibendes Denkmal setzen. (KF)
- Experte kritisiert das jetzige Gedenkstättenkonzept des HTI Peenemünde als zu "eindimensional"
Ostseezeitung vom 5. Juli 2005: „Raumfahrt kommt im HTI zu kurz“ Jochen Stoehr, einstiger Senatsrat für Wissenschaft und Kultur aus Berlin, meint: Als reine Erinnerungsstätte hat das HTI keine Chance. Von HENRIK NITZSCHE Peenemünde „Der Ort ist einmalig, Peenemünde ist weltweit ein Begriff, der für die Ambivalenz der Entwicklung steht. Der Ort muss durch ein zukunftsweisendes Konzept besetzt werden“, sagt Jochen Stoehr, ehemaliger Leiter der Abteilung Forschung der Senatsverwaltung für Wissenschaft und Kultur in Berlin. Anfang des Jahres besuchte er das Historisch-Technische Informationszentrum Peenemünde. Seitdem lässt ihn das Museum nicht mehr los. „Ungeachtet des Übergewichts an Schrifttafeln und der relativ geringen Zahl an Objekten, vermittelte sich mir der Eindruck, dass man sich hier an einem Ort befindet, an dem, eingebettet in den nationalsozialistischen Eroberungskrieg, die Raumfahrt begonnen hat. Angesichts der Macht der Bilder im Medienzeitalter und der Faszination authentischer Orte erschien das Potenzial des Ortes nicht hinreichend ausgeschöpft“, so Stoehrs Fazit nach seinem Besuch. „Die herausragende visionäre Ingenieurleistung einerseits, die freiwillige Instrumentalisierung für eine verbrecherische Kriegführung andererseits - die Funktion einer völlig neuen Technologie für die Menschheit, die mit Hilfe von deutschen Technikern weiterentwickelt, den einsetzenden Rüstungswettlauf bestimmt und schließlich in die zivile Raumfahrt mündet, diese Komplexität, die kein anderer Ort für sich in Anspruch nehmen kann, wird derzeit unterhalb der vorstellbaren Möglichkeiten dargestellt - sowohl was die Sache selbst, als auch, was den Bedarf der auf Anziehungspunkte angewiesenen Region betrifft“, schreibt der 67-Jährige. „Sollte hier nicht der Bund etwas tun können?“, fragte sich der Hauptstädter und knüpfte Kontakte zum Forschungsverbund Berlin und zum Bundesforschungsministerium. „Im März sprach ich mit einem Vertreter des Forschungsministeriums. Er schien grundsätzlich gegenüber Motiv und Argumentation aufgeschlossen, machte auf die ambivalente politische Problemlage aufmerksam und empfahl, zunächst vor Ort die Vorgeschichte zu erkunden, mit den Wahlkreisabgeordneten Kontakt aufzunehmen und stellte klar, dass der Bund von sich aus nichts unternehmen könnte, da das Land zuständig ist und dort die Initiative liegt.“ Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister und den Verantwortlichen des Museums erfuhr Stoehr von den finanziellen Zwängen des HTI, das als Eigenbetrieb der Gemeinde Peenemünde arbeitet. Aus Sicht des Hauptstädters steht Peenemünde vor einer Entscheidung: „Das Gedenkstättenkonzept ist eindimensional; hier scheinen Selbstbeschränkung und mangelnder politischer Mut die Feder geführt zu haben. Es ist finanziell nicht tragfähig. Die Besucherzahl wird weiter zurückgehen. Usedom hat überwiegend Stammgäste, denen man etwas Neues bieten muss“, so Stoehr. Für ihn wird das Potenzial des authentischen Ortes als Beginn des Raumfahrtzeitalters nicht hinreichend genutzt. „Die Reduzierung auf das Gedenkstättenkonzept ist weder in der Lage dauerhaft Mittel für den status quo zu erwirtschaften, noch wird das HTI auf Dauer Publikum anziehen können. Der Raumfahrt müsste man mehr Platz einräumen. Was einst unter schlechten Vorzeichen begann, wird heute friedlich genutzt. Warum zeigt man das nicht!“ Für Stoehr habe das HTI nur eine Zukunft mit einem komplexen Konzept, das die unterschiedlichen Aspekte integriert und die Entwicklung z.B. zu einem Space-Park offen lässt“. „Jetzt ist solide, konzeptionelle Arbeit von Fachleuten gefragt. Es ist sinnvoll, durch eine anspruchsvolle Konzeptstudie, an der Historiker, Politologen, Soziologen, Museumspädagogen, Raumfahr- und Tourismusfachleute mitwirken, eine Plattform und einen Rahmen zu schaffen, der der Politik die Möglichkeit gibt, Handlungsoptionen zu prüfen. Dazu gehört auch eine neue Trägerlösung.“ Dies sollte im Zusammenwirken von Land und Bund passieren, so Stoehr, der Denkanstöße geben möchte.
- Jahrestreffen 2009 und Jahreshauptversammlung des Fördervereins Peenemünde e.V.
Unser traditionelles Treffen und die Jahreshauptversammlung fanden vom 01.10.2009 bis 04.10.2009 wieder auf der Insel Usedom (Hotel Baltic und Peenemünde) statt. Die Teilnehmer der Exkursion über das Hinterland von Usedom bis Swinemünde werden sicher die vielen interessanten Eindrücke der herrlichen Landschaft und die aufblühende Stadt Swinemünde in guter Erinnerung behalten. Abgerundet wurde dieser Tag durch einen sehr informativen Vortrag über die A 4 durch unser Vereinsmitglied Gerhard Helm. Das traditionelle Foto vor der A 4 im HTI und der gemeinsame Abend im „Baltic“ gehören seit Jahren dazu. Viele interessante Gespräche wurden wieder geführt. Gefreut haben wir uns, dass die beiden Brüder, John und Bill Pavelin, aus der englischen Grafschaft Essex wieder den weiten Weg zu uns gefunden haben. Auf der Jahreshauptversammlung am Sonntag erstattete Volkmar Schmidt den Bericht des Vorstandes, Lutz Hübner unser Schatzmeister, den Finanzbericht und Klaus Felgentreu den Bericht der Revisionskommission. Was waren nun die wesentlichen Inhalte und Probleme der Jahreshauptversammlung? 1. Im Bericht des Vorsitzenden wurde festgestellt, dass im HTI die Ursachen, Hintergründe und Folgen der Raketenentwicklung in Peenemünde im Großen und Ganzen dargestellt sind. Kritikwürdig ist nach wie vor die mangelnde Darstellung der wissenschaftlich-technischen Leistung der Techniker und Ingenieure bei der Entwicklung der Raketentechnik über die Anfänge hinaus. Dieser Teil der Peenemünder Geschichte wird zu wenig gewürdigt, obwohl das Interesse der Besucher gerade auf dieser Ebene sehr groß ist. Hier ist eine Veränderung sehr zählebig. Das Land, als eventueller neuer Eigentümer, hat da bereits wenig Entgegenkommen signalisiert. Aber gerade hier sehen wir als Verein unser gegenwärtiges und sicher auch zukünftiges Betätigungsfeld. Wir möchten eine sachliche Darstellung der wissenschaftlich-technischen Leistungen in Peenemünde, ohne Glorifizierung und Beschönigung erreichen. Hier soll uns das bisher gute Verhältnis zum gegenwärtigen Leiter des HTI, Herrn Mühldorfer-Vogt, helfen. Abzuwarten ist nun, was die Umwandlung des HTI in eine gemeinnützige GmbH mit sich bringt. Lobenswert ist, dass das Land, für das HTI 3,9 Mill. Euro aus dem Konjunkturpaket für die Sanierung der Kranbahn, des Schrägaufzuges, des Brecher- und Siebhauses sowie für die Westfassade des Kraftwerkes zur Verfügung stellt. Eine neue Möglichkeit für Standorte der Flugzeuge muss unbedingt im HTI gefunden werden, sind sie doch ein Teil der Peenemünder Geschichte. Der Vorstand hat in diesem Jahr aktiv seine Kontakte zu anderen Institutionen und Vereinen weiter ausgebaut. Dazu beigetragen haben die Teilnahme von Herrn Schmidt und Herrn Felgentreu an der 40. Jahrestagung des Internationalen Förderkreises Raumfahrt (IFR) in Dresden, die Teilnahme an den 25. Tagen der Raumfahrt in Neubrandenburg durch Herrn Frenzel und Herrn Felgentreu. Neben den inhaltsreichen und interessanten Vorträgen konnten auch viele persönliche Gespräche geführt werden. Immer wieder wurde in beiden Veranstaltungen betont, dass die Raumfahrt in Peenemünde begann. Wir schlagen vor, dass wir 2010 unser Jahrestreffen auf die 26. Tage der Raumfahrt in Neubrandenburg ausdehnen. Es wird noch geklärt, ob es der 24.09.10 ist, oder der 02.10.10 sein wird. Die Organisatoren teilen uns das rechtzeitig mit. 50 Jahre Lampoldshausen! Das war für Herrn Hübner Anlass, uns an diesen interessanten Ort zu vertreten (In einem kleinen Artikel würdigen wir dieses wichtige Ereignis). Die Projektgruppe Peenemünde hat ihre Aktivitäten weiter verstärkt. Wir möchten noch mal betonen, dass wir dieses Vorhaben unterstützen. Volkmar Schmidt ist Teil dieser Projektgruppe und für die Standortberatung zuständig. 2. In der anschließenden Diskussion kam die Sorge unserer Mitglieder über die weitere Zusammenarbeit mit dem HTI zum Ausdruck. Es wurde gefordert, der wissenschaftlich-technischen Seite in Peenemünde vor 1945 mehr Beachtung zu schenken. Die Flugzeuge des ehemaligen Jagdfliegergeschwaders der Luftstreitkräfte der NVA sollten unbedingt im Museum bleiben, sind sie doch ein Teil der Zeitgeschichte von Peenemünde. Der Teilnahme an den Raumfahrttagen in Neubrandenburg wurde zugestimmt. Diskutiert wurde eine Änderung unserer Vereinssatzung. Es wurde vorgeschlagen nicht nur das HTI zu unterstützen, sondern Personen, Vereine und Institutionen usw., die sich mit der Aufarbeitung der Peenemünder Geschichte befassen. Das Spektrum unserer Arbeit soll breiter gefasst werden. Der Vorstand wurde beauftragt: Die Vereinssatzung zu überprüfen und den Mitgliedern Vorschläge zur Änderung zu unterbreiten. Die Organisation des Treffens im Jahr 2010 mit der Teilnahme an den Raumfahrtagen in Neubrandenburg zu verbinden. Die Berichte des Schatzmeisters und der Revisionskommission wurden bestätigt und damit der Vorstand entlastet. Auf seiner Sitzung am 02.11.2009 hat der Vorstand mit der Überarbeitung der Satzung begonnen. Er wird im Januar die Überarbeitung abschließen und allen Vereinsmitgliedern mit dem nächsten Infoblatt die vorgeschlagenen Änderungen zur Bestätigung zuschicken. K. Felgentreu 2. Vereinsvorsitzender Bildergalerie unserer Einführungsveranstaltung, des Tagesausfluges zum "V3-Museum" bei Misdroy (hier wurde das Mehrfachkammergeschütz "Hochdruckpumpe" [H.D.P] / Fleißiges Lieschen" erprobt) und nach Swinemünde, sowie von unserer Jahreshauptversammlung:
- HTI und Förderverein kaufen V1-Abschussrampe in Holland für Aufstellung im Peenemünder Museum
OZ von Dienstag, 28. Februar 2006: HTI kauft Stahlkoloss in Holland 48 Meter lang, 18 Tonnen schwer – die Abschussrampe der V 1 wird künftig der Blickfang im HTI. Das historische Stück soll noch vor Ostern aus Entschede in Holland mit zwei Tiefladern abgeholt werden. Von HENRIK NITZSCHE Peenemünde Dem Besucher immer wieder neue Attraktionen bieten, um ihn zum Wiederkommen zu bewegen, hat sich Christian Mühldorfer-Vogt, Chef des Historisch-Technischen Informationszentrums (HTI) Peenemünde, unter anderem bei seinem Start zum Jahresanfang auf die Fahnen geschrieben. Der Mann hält Wort. Gemeinsam mit dem Förderverein des kommunalen Eigenbetriebes soll ein riesiger Stahlkoloss nach Peenemünde gebracht werden. „Wir werden eine original erhaltene Abschussrampe der V 1 erhalten. Die Rampe wird Walther-Schleuder genannt“, informierte gestern Volkmar Schmidt, Vorsitzender des HTI-Fördervereins. Da die laut Schmidt noch gut erhaltene Abschlussrampe, die die Geräte per Dampfkatapult beschleunigte, aus Holland abgeholt werden muss, wartet auf das HTI eine logistische Herausforderung. Zumal die sechs Module je drei Tonnen auf eine Gesamtlänge von 48 Meter kommen. „Das wird ein hartes Stück Arbeit“, prophezeit Mühldorfer-Vogt. Der stählerne Riesenkoloss soll mit zwei Tiefladern in den Inselnorden gebracht werden. „Ich hoffe, dass wir das bis Ostern noch hinbekommen. In Peenemünde werden wir die Walther-Schleuder restaurieren“, kündigt der HTI-Chef an. Aufmerksam geworden sind das HTI und der Förderverein auf die Abschussrampe durch ein Schreiben des Militärhistorischen Museums Entschede, das sich von dem einst in Peenemünde befindlichen Stück trennen wollte. Peter Profe vom HTI und Klaus Felgentreu vom Förderverein machten sich daraufhin auf den Weg nach Holland. „Sie kamen begeistert zurück“, so Schmidt. „Sie waren vor allem positiv überrascht, wie gut die Walther-Schleuder noch erhalten ist“, so Mühldorfer-Vogt. Rund 17 000 Euro kostet die Neuanschaffung, die im Außengelände nahe der Werkbahn platziert werden soll. „8000 Euro stellt der Förderverein aus Spendenmitteln für den Kauf zur Verfügung“, so Schmidt, der von der Zusammenarbeit mit dem neuen HTI-Chef angetan ist. „Der frühere HTI-Leiter Dirk Zache hat den Förderverein ignoriert. Mit Christian Mühldorfer-Vogt hatte ich in wenigen Tagen mehr Kontakt, als mit Zache im ganzen Jahr“, so Schmidt, dessen Verein 150 Mitglieder zählt. „Wir haben Mitstreiter in vielen europäischen Ländern und in Amerika“, ist Schmidt stolz. Er ist auch Mitglied im internationalen Förderkreis für Raumfahrt. _____________________________________________________________________________ Dankschreiben des Leiters HTI für die Finanzierungsbeteiligung an der Walter-Schleuder: Peenemünde, den 23.02.2006 Sehr geehrter Herr Schmidt, dank Ihrer freundlichen Unterstützung und Ihrer Finanzierungsbeteiligung mit dem Betrag von 8.000 Euro können wir gemeinsam mit dem Förderverein Peenemünde ein weiteres Großexponat, die Walter-Schleuder, nach Peenemünde zurückholen. Dies ist ein großer Zugewinn für das Museum, das auf Grund der Demontage und der anschließenden Zerstörung der verbliebenen Anlagen und Gebäude im Zuge des Potsdamer Abkommens über nur wenige Originalstücke verfügt. Wir hoffen, dass sich die Aufstellung der Walter-Schleuder bald realisieren lässt und somit viele Urlauber unser Museum Peenemünde besuchen werden. Momentan sind wir dabei den Transport von Twenthe nach Peenemünde zu planen. Gerne werden wir Sie auf dem Laufenden halten. Wir danken Ihnen nochmals für Ihre Unterstützung und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen. Mit freundlichen Grüßen Mühlendorfer-Vogt M.A. Leiter HTI
- Jährliches Treffen des Fördervereins Peenemünde e.V. mit Jahreshauptversammlung 2010
Unser jährliches Treffen mit Jahreshauptversammlung fand vom 24. September bis 26. September 2010 traditionell im Hotel Baltic statt. Zwanzig Vereinsmitglieder und zehn Gäste konnten wir begrüßen. Darunter waren der Bürgermeister von Peenemünde, Herr Barthelmes, sowie der Geschäftsführer des HTM, Herr Gericke. Unsere Gäste - Links Bürgermeister von Peenemünde, Herr Barthelmes, sowie rechts der Geschäftsführer des HTM, Herr Gericke (Foto: L. Hübner) Jahreshauptversammlung 2010 (Foto: L. Hübner) Alle Teilnehmer unserer Exkursion am Freitag ins Ozeaneum Stralsund werden mir beipflichten, dass dieser Besuch ein bleibendes Erlebnis war. Den abendlichen Vortrag hielt diesmal Manfred Kanetzki vom HTM. Es ging um die Wohnsiedlung Karlshagen. Sehr interessant dargestellt, weckte er bei den „alten Peenemündern“ viele Erinnerungen. Einige Mitglieder besuchten in Stralsund die Gorch Fock 1 (Foto: L. Hübner) Unser Erinnerungsfoto, geschossen an der A 4 im HTM, vereinte alle Mitglieder des Peenemünder Treffens. Herr Gericke nutzte die Gelegenheit sich als neuen Geschäftsführer des HTM den Vereinsmitgliedern und Gästen vorzustellen. Gruppenfoto vor A-4 Modell im HTM (Foto: D. Frenzel) Mit dem gemeinsamen Abend im Baltic klang der Sonnabend aus. Gefreut haben wir uns, dass die Brüder John und Bill Pavelin aus der Grafschaft Essex wieder den weiten Weg zu uns gefunden haben. Sie sind immer wieder herzlich begrüßte Gäste unseres Treffens. Unsere Jahreshauptversammlung am Sonntag hatte diesmal einen besonderen Schwerpunkt. Es ging um die Diskussion und Beschlussfassung unserer neuen Satzung. Gleichzeitig haben wir die Gelegenheit genutzt mit dem HTM eine gemeinsame Absichtserklärung über unsere weitere Zusammenarbeit zu unterzeichnen. Diese wurde am Ende der Jahreshauptversammlung von Herrn Gericke und unserem Vereinsvorsitzenden, Herrn Schmidt, unterschrieben. Den Wortlaut finden Sie im Infoblatt 4/2010. Die gemeinsame Absichtserklärung zwischen HTM und Verein wird unterschrieben (Foto: L. Hübner) Was waren nun die wesentlichen Inhalte und Probleme unseres Treffens? Im Bericht des Vorsitzenden wurde die Bedeutung der Rakete als Transportmittel herausgearbeitet. Zur Einschätzung der gegenwärtigen Zusammenarbeit konnte festgestellt werden, dass mit Herrn Gericke, und damit mit dem HTM, eine neue Seite der Zusammenarbeit mit uns aufgeschlagen wurde. Es gibt darin Übereinstimmung, dass eine neue Konzeption für das HTM notwendig ist. Hierbei geht es besonders darum, dass Defizite in der Darstellung der Technik überwunden werden müssen. Dabei spielt die Anerkennung der wissenschaftlich-technischen Leistungen der Ingenieur und Techniker eine besondere Rolle. Kritisiert wurde im Bericht und in der Diskussion die Entfernung der Flugzeuge aus der Ausstellung. Sie gehören zur Peenemünder Geschichte und werden von vielen Besuchern vermisst. Der Vorstand hatte sich in seiner vergangenen Arbeit 2009/2010 auf folgende Schwerpunkte konzentriert: - Die Erarbeitung einer neuen Vereinssatzung. - Die Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem HTM. -Die Förderung einer engen Zusammenarbeit mit dem Internationalen Förderkreis Raumfahrt (IFR), dem Museumsverein Peenemünde und der Projektgruppe Technikmuseum. Diese drei Schwerpunkte stehen auch für die zukünftige Arbeit des Vorstandes, einschließlich einer aktiveren Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. In der anschließenden Diskussion wurde herausgearbeitet, dass viele Fragen des Ausbaus der Denkmallandschaft Peenemünde noch offen sind. So z. B. die Munitionsbelastung des Geländes oder die Ausnahmeregelung zum Betreten des Prüfstandes VII. Begrüßt wird die Aufwertung des HTM durch eine bessere Darstellung der technischen Entwicklungen in Peenemünde. Das gegenwärtige Museumskonzept reicht nicht aus. Den Besuchern muss gezeigt werden: Hier in Peenemünde war der Anfang! Was ist daraus geworden? Wichtig ist dabei das Interesse bei der Jugend für die Erforschung der Peenemünder Geschichte zu wecken. Die Absichtserklärung ist ein wichtiger Anfang in der Zusammenarbeit mit dem HTM. Sie kann zum Vertrag weiterentwickelt werden. Deutliche Worte gab es auch zur Geschichte der NVA (Marine, Luftstreitkräfte) in Peenemünde. Diese Zeit gehört dazu. Wir konnten feststellen, dass das Interesse für die Zeit nach 1945 bis zur Gegenwart bei den Besuchern vorhanden ist. Es wurde darauf hingewiesen, dass nur ein Miteinander aller an der Peenemünder Geschichte interessierten Bürger und Institutionen für die weitere Entwicklung des geschichtsträchtigen Ortes uns voranbringt. Für dieses Jahr ist noch eine Beratung mit dem HTM zum neuen Museumskonzept geplant. Die Berichte des Schatzmeisters und der Revisionskommission wurden bestätigt. Damit wurde der Vorstand für 2009/10 entlastet. Die Berichte liegen für die Vereinsmitglieder, die nicht kommen konnten, zur Einsichtnahme bereit. K. Felgentreu 2. Vereinsvorsitzender
- Neuer Standort: Pommersches Bettenmuseum am 11.11.2010 am Hafen Karlshagen eröffnet
Ostseezeitung vom 9. November 2010: Bettenmuseum öffnet im Karlshagener Hafen Karlshagen (OZ) Am Freitag soll das Pommersche Bettenmuseum an seinem neuen Standort eröffnet werden. Wie berichtet, ist das bei Insulanern und Gästen beliebte Museum, das anschaulich rund um die Entwicklung des Bettenwesens sowie über das öffentliche Badewesen informiert, von Peenemünde in den Karlshagener Hafen umgezogen. Geschäftsführer Joachim Saathoff freut sich zur Eröffnung am Freitag um 13 Uhr durch Karlshagens Bürgermeisterin Marlies Seiffert auf viele interessierte Besucher. Das Museum ist montags bis freitags zwischen 10 und 15 Uhr geöffnet. Zum Wochenende werden Gäste auf Anfrage unter der Nummer ☎ 0171/9 90 76 30 eingelassen. ___________________________________________________________________ Am 11.11.2010 wurde das „Pommersche Bettenmuseum“ in Karlshagen eröffnet (Foto L. Hübner)
- 100. Geburtstag von Dr.-Ing. Walter Thiel Raketeningenieur in Peenemünde
Als vor 70 Jahren, am 21. März 1940, die erste Erprobung eines A4-Triebwerkes in Peenemünde erfolgte, hatte einer der fähigsten Köpfe im Team von Werner von Braun großen Anteil daran – Dr.-Ing. (chem.) Walter Thiel. Dr.-Ing. Walter Thiel, Dezember 1940 Walter Thiel wurde am 03. März 1910 in Breslau geboren. Schon in der Grundschule wurde Thiels Begabung mit einem Freiplatz in der Bender-Oberrealschule Breslau belohnt. Nachdem er 1929 das Abitur in allen Fächern mit „sehr gut“ bestanden hatte, begann er ein Studium an der Technischen Hochschule Breslau. Aufgrund seiner überdurchschnittlichen Leistungen wurde ihm ab dem dritten Semester ein freies Studium gewährt. 1932 wurde Thiel Mitglied der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“. 1933 legte er sein Examen als Dipl.-Ing. (chem.) in allen sieben Fächern mit „sehr gut“ ab. 1934 promovierte Walter Thiel an der Humboldt-Universität Berlin mit summa cum laude. Das Heereswaffenamt rekrutierte ihn direkt von der Universität zur Raketengrundlagenforschung. Er wurde Nachfolger des tödlich verunglückten Kurt Wahmke bei Dr. Chem. Erich Schuhmann. Am 01. Oktober 1935 heiratete Walter Thiel in Berlin Elfriede Martha Strohwald. Im März 1936 wurde seine Tochter Sigrid geboren. Am 04. August 1936 musste er für zwei Monate seine Militärzeit als Funker in Magdeburg absolvieren. Im Herbst 1936 warb Walter Dornberger Thiel an die Heeresversuchsstelle Kummersdorf ab. Er übertrug ihm die Leitung der Triebwerksentwicklung für das 25-t-Triebwerk Hier traf er erstmals mit Wernher von Braun zusammen. Bis 1940 blieb Walter Thiel mit seinem Team in Kummersdorf bevor er im Sommer 1940 als Leiter der Entwicklungsdirektion Triebwerke ebenfalls nach Peenemünde (Entw.-Werk Ost) umziehen konnte. Walter Dornberger schrieb in seinem Buch „Peenemünde – die Geschichte der V-Waffen“ dazu: „Den Fortschritt in der Triebwerksentwicklung verdanken wir neben den Überlegungen von Brauns und Riedels hauptsächlich den Arbeiten …Dr. Walter Thiel, …Wichtige Entscheidungen über das beste Mischungsverhältnis, …Formgebung des Raketenofens und die Wahl des Triebstoffes fußen auf seinen Arbeiten. …Mit Dr. Thiel zu arbeiten war nicht leicht. Er setzte sich voll ein, war ungeheuer ehrgeizig, selbstbewusst und überlegen und verlangte von seinen Mitarbeitern die gleiche Hingabe. … Dr. Thiel kam erst im Sommer 1940 als Leiter des Versuchsfeldes nach Peenemünde.“ Hans Hüter und Walter Thiel im Prüfstand VII vor dem A4 Versuchsmuster 2 am 13. Juni 1942 Im Sommer 1940 zog auch seine Familie nach Karlshagen in die Hindenburgstraße 56. Am 05. September 1941 wurde sein Sohn Siegfried geboren. Als dann am 03. Oktober 1942 das erste A4-Gerät nach einwandfreiem Start programmgemäß flog, war die Freude groß. Ergebnis zielbewussten Fleißes von vielen. General Dornberger schriebt von diesen Tag: „Noch heute steht das Gesicht Thiels vor mir, hinter scharfen Brillengläsern funkelten kluge Gelehrten- und Forscheraugen …und weiß auf meine Glückwünsche nichts anderes zu antworten als mit einer Kaskade neuer Ideen und Verbesserungsvorschlägen.“ Als Lebensziel für die Nachkriegszeit erhoffte Dr. Thiel sich einen Lehrstuhl für Raketentechnik an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Doch es kam anders! In der Nacht vom 17. auf den 18. August 1943 griff die Royal Air Force Peenemünde aus der Luft an (Operation Hydra). Walter Thiel und seine Familie wurden vor ihrem Haus in Karlshagen im Splittergraben von Fliegerbomben getötet. Die Familie Thiel ist auf dem „Friedhof der Bombengetöteten“ in Karlshagen beigesetzt. Grabsteinplatten erinnern an sie. Dr. Walter Thiel wurde am 29. Oktober 1944 posthum das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern verliehen. 1970 wurde ein Mondkrater nach Walter Thiel benannt. www.walter-thiel.de K. F.
- Pavelin-Brüder übergeben Museumsverein Peenemünde den Einspritzkopf einer in England abgestürzten A4-Rakete
Ostseezeitung von Montag, 02. Oktober 2006: Ein Stück Militärhistorie im Kofferraum Peenemünde. John und William Pavelin aus Südengland mögen offenbar die Insel Usedom, besonders Peenemünde. Bereits 2003 und 2004 rückten sie im Inselnorden mit Teilen von A 4-Raketen an, die sie auf dem Gebiet ihrer elterlichen Sutteons-Farm im Umfeld des Ortes Barling geborgen hatten. Am Wochenende trafen sie zum dritten Mal in Peenemünde ein und wieder barg der Kofferraum ihres Pkw einen militärhistorischen Schatz. Im heimischen Marschland auf besagtem Farmgelände fanden sie im Sand vor etwa drei Monaten den Einspritzkopf einer A 4-Rakete, den sie nun an den Museumsverein Peenemünde übergaben. Am Morgen des 13. Oktober 1944 explodierte in etwa 1,5 Kilometer Höhe über Barling eine A 4, die von der Wehrmacht nach Recherchen des Museumsvereins in Hoek van Holland gestartet worden war. „Die A 4 hatte eine hohe Ausfallrate. Wegen Überhitzung wahrscheinlich in Folge von Reibung explodierten viele Raketen, lange bevor sie ihr Ziel erreichten“, erklärt Vereinschef Ralf Rödel. Die Sutteons-Farm der Pavelins lag unterhalb der Flugschneise jener Raketen, die von Holland aus in Richtung London flogen. „Die Teile der Rakete, die am 13. Oktober 1944 über uns explodierte, lagen im Umkreis von 2000 Meter verstreut“, sagt John Pavelin. Er und sein Bruder, damals sieben bzw. zwölf Jahre alt, bargen noch an jenem bewussten Tag Fragmente der unheilvollen Waffe und bewahrten sie auf. Der Vorfall vor 62 Jahren, der sich tief in ihr Gedächtnis eingrub, hat ihr Interesse an der Raketenforschung verstärkt. „Wir möchten, dass sich gerade junge Leute für das Thema Raumfahrt begeistern und bringen deshalb die Originalteile zurück nach Deutschland.“ T. S.
- Jahrestreffen und Mitgliederversammlung 2004 des Fördervereins Peenemünde
Treffen zur Jahreshauptversammlung am 24.09.2004 - Ablauf: Donnerstag 23.09.04: Anreise 19.30 Uhr Einweisung im Hotel „Baltic“ Freitag 24.09.04: 10.00 Uhr Jahreshauptversammlung (Aussprache zum Bericht des Vorsitzenden u. des Schatzmeisters) Nachmittag zur freien Verfügung. 18.00 Uhr Teilnahme am Festvortrag des Internationalen Förderkreises für Raumfahrt (IFR) „Unser Weg in den Weltraum“ von Prof. Dr. Ernst Stuhlinger. Samstag 25.09.04: Teilnahme an den Veranstaltungen des IFR. 09:00 Uhr 35. Jahrestag des IFR – Eröffnung 10:00 Uhr Vortrag: „Russlands Weg in den Weltraum“ Dr. Olaf Przybilski, TU Dresden 11:00 Uhr „ARIANE – Westeuropas Transportsystem in den Weltraum“ 15:30 Uhr „Peenemünde – Ein geschichtsträchtiges Erbe“ Herr Volkmar Schmidt 16:30 Uhr Runder Tisch mit den Vortragenden, Öffentliche Diskussion mit den Teilnehmern Sonntag 26.09.04: 10.00 Uhr Abfahrt nach Peenemünde (Foto) 11.00 Uhr Modellraketen-Starts auf dem Flugplatz Peenemünde, Vorführungen von Modellraketen-Vereinigungen. Besichtigung Peenemünde-West/Ost und HTI Montag 27.09.04: Rückfahrt ________________________________________________________________ Unsere Jahreshauptversammlung war dieses Jahr in die Veranstaltungen des Internationalen Förderkreises für Raumfahrt integriert. Aus den Meinungen unserer Teilnehmer kann der Vorstand schlussfolgern, dass diese Art unseres jährlichen Treffens gut angenommen wurde. Wir haben die Absicht mit dem Internationalen Förderkreis für Raumfahrt enger zusammzu-arbeiten. Darum soll der Förderkreis heute vorgestellt werden. Zur Geschichte: Der Internationale Förderkreis für Raumfahrt, Hermann Oberth – Wernher von Braun e. V. (IFR) wurde am 24. Juni 1969 in Salzburg gegründet. Als Gründer zeichnen persönlich u. a. Prof. Dr. Hermann Oberth, Prof. Dr. Wernher von Braun, Dr. August Friedrich Staats, Frau Dr. Erna Roth - Oberth, Prof. Ernst Stuhlinger und Dipl.-Ing. Ernst Seller. Wernher von Braun übernahm den ersten Vorsitz des IFR. Im Jahr 1971 wurde der IFR in die „Internationale Astronautische Förderation (IAF)“, Paris, den Dachverband der weltweit anerkannten Raumfahrtorganisation, aufgenommen. Bereits 1972 konstituierte sich auf Initiative des IFR der Lichtensteiner Förderkreis für Raumfahrt (LFR), dessen Präsident ebenfalls Wernher von Braun war und im Jahr 1992 der Schweizerische Förderkreis für Raumfahrt (SFR) unter seinem Präsidenten Otto Walthert. Die Ziele des Förderkreises: Der IFR trägt die Ideen und Visionen der Raumfahrtpioniere Hermann Oberth, Wernher von Braun und Eugen Sänger weiter, um die Verbreitung und Akzeptanz der Raumfahrt in der Öffentlichkeit zu fördern. Dabei ist die Ehrung verdienter Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft ein wesentlicher Bestandteil seiner Bemühungen. Der IFR verleiht die Hermann Oberth - Medaille, die Wernher von Braun – Medaille, den Hermann Oberth – Ehrenring und den Wernher von Braun – Ehrenring für hervorragende Verdienste um die Raumfahrt. Dem wissenschaftlichen Nachwuchs verleiht der IFR den Hermann Oberth – Nachwuchspreis im Rahmen der weltweit stattfindenden Jahrestagung der Interna – tionalen Astronautischen Förderation (IAF). Besondere Aufmerksamkeit schenkt der IFR der Jugend- und Nachwuchsarbeit auch im nichtakademischen Bereich. Zu erwähnen ist das Vorhaben „Sommerakademie Raumfahrt“, die Unterstützung von Raketenmodellsportgruppen und der Pflege des Museumsgedanken, sowie der geschichtsbewussten Dokumentation. Der IFR veranstaltet in jährlichem Turnus einen bewusst für die breite Öffentlichkeit ausgelegten Raumfahrtkongress mit ausgesuchten Vortragsrednern aus allen Fachbereichen der Raumfahrt: Wirtschaft und Recht, Medizin und Umwelt, Wissenschaft und Technik, Politik und Management etc.. Hierbei soll dem interessierten Bürger ein möglichst objektives und klares Bild der Raumfahrt, ihre Möglichkeiten und Chancen, aber auch ihren durch Natur und Technik gesetzten Grenzen aufgezeigt werden. Der IFR versteht sich als Repräsentant der gesamten Breite internationaler und nicht nur regionaler Raumfahrtaktivitäten und –interessen. Der IFR fühlt sich aus der Tradition heraus dem Fortschritt der Menschheit, dem Frieden und der Völkerverständigung verpflichtet und will durch seine Aktivitäten dazu beitragen. Gruppenbild vor der A4-Rakete im HTI Peenemünde, 26.09.2004 Vereinsvorsitzender V. Schmidt bei seinem Vortrag zum Thema „Peenemünde – ein geschichtsträchtiges Erbe“, 25.09.2004 (Foto W. Doletschek) Astronaut Ulf Meerbold als Gast auf der Veranstaltung des IFR, 25.09.2004 (Foto: W. Doletschek) Wilhelm Doletschek, Astronaut Ulf Merbold und Volkmar Schmidt, 25.09.2004 Modellraketensport in Peenemünde, 26.09.2004 (Foto: W. Doletschek)
- Die Inventarisierung Peenemünde
Seit dem 1. Juni 1998 hat die Inventarisierung der Überreste der ehemaligen Heeresversuchsanstalt und der Erprobungsstelle der Luftwaffe im Peenemünder Haken begonnen. Sie wird durchgeführt vom Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Mag. Art. Thom Hock im Rahmen einer Stelle, die beim Landkreis Ostvorpommern angesiedelt ist; die fachliche Betreuung obliegt dem Landesamt für Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, der Arbeitsplatz ist ortsnah beim HTI in Peenemünde eingerichtet. Die Inventarisierung speziell des Peenemünder Gebietes erfolgt also in Koproduktion zwischen Land, Kreis und Gemeinde. Inventarisierung bedeutet die Erfassung von Objekten nach wissenschaftlichen Kriterien. Die Methode umfaßt im Bereich Baudenkmalpflege im theoretischen Abschnitt Literaturrecherche und Auswertung von Archivalien, im praktischen Abschnitt Gebäudebegehungen und Dokumentation der Objekte mittels Fotografie und textlicher Beschreibung. Die Gebäude und Anlagen sind jedoch in Peenemünde über ein 25 km² großes Gebiet verstreut, das überwiegend mit Wald bestanden ist. Originale Baupläne sind so gut wie nicht vorhanden. Deshalb gehören in diesem besonderen Fall auch Geländebegehungen und kartografische Belange zur inventarisatorischen Methode; der Überwucherungsgrad der Gebäudereste in den Wäldern erfordert punktuell archäologische Sondierungen. Begehungszeit ist die vegetationsarme Phase im Winterhalbjahr. Grundsätzlich besitzt das gesamte Peenemünder Areal Denkmalwert aufgrund seiner militär-historischen, technischen, architektonischen und ethischen Bedeutung. Ziel der Inventarisierung ist es nun, ein möglichst genaue Kenntnis der einzelnen Gebäude und baulichen Anlagen der Zeit von 1936 - 1945 zu erlangen, in Einzelfällen auch von NVA-Bauten. Diese Informationen ermöglichen zusammen mit dem heute vorliegenden Erhaltungszustand der Gebäudereste differenzierte Feststellungen zum jeweiligen Denkmalwert. Anschließend kann anhand dieser gewonnenen Erkenntnisse die vorliegende pauschale Denkmalliste für das Peenemünder Gebiet präzisiert werden. Dies hat wiederum zur Folge, daß die Raumplanung für die Gemeinde und das Amt „An der Peenemündung“ vereinfacht wird. Auf einer zweiten Schiene ist ein weiteres Ziel der Inventarisierung die Erarbeitung eines Vorschlages zur touristischen Nutzung ausgewählter Bereiche im Rahmen des erweiterten Museumskonzeptes „Denkmallandschaft Peenemünde“ nach Abschluß der Erfassung. Hierfür maßgebend ist neben der historischen Bewertung der Objekte auch der allgemeine Erhaltungszustand und die Lange im Gelände, um eine gefahrlose Erschließung zu gewährleisten. In diesem Arbeitsabschnitt wird eine Abstimmung mit den Naturschutzbehörden vorgenommen, da bekanntlich der Peenemünder Haken auch ein hervorragendes Naturschutzgebiet darstellt. Nach diesem kurzen Einblick in Struktur, Aufgaben und Ziele der Inventarisierung Peenemünde will ich abschließend noch die Bitte an die Vereinsmitglieder äußern, mir evtl. in Ihrem Besitz befindliches historisches Material (Fotografien, Pläne, etc.) oder sonstiges Material und Informationen zu den baulichen Anlagen und den Lebens- und Arbeitsabläufen in „Peenemünde“ zum Nutzen der Inventarisierung zugänglich zu machen. Erreichbar bin ich unter Tel. 03 83 71/2 05 73. Herzlichen Dank! Thom Hock




























